Blick vom Eisenberg im Südburgenland
Blick vom Eisenberg im Südburgenland / Foto: Werk

Landwirtschaftsminister Berlakovich setzt nun mit seiner Unterzeichnung die neue Verordnung »Eisenberg DAC« in Kraft. Ab dem Jahrgang 2009 dürfen regionaltypische Qualitätsweine des Südburgenlandes unter der Bezeichnung Eisenberg DAC vermarktet werden. Damit fanden die mehrjährigen Diskussionen unter den Winzern des Südburgenlandes über Stil und Typizität eines Weines mit der Herkunft »Eisenberg« ihren erfolgreichen Abschluss. DAC steht für Districtus Austriae Controllatus, also kontrollierte Herkunft mit bestimmten Geschmacksbild. Dazu »Mit diesem Konzept setzen wir auf Qualität und Regionalität. Das verlangen die Konsumenten und unsere Winzer kommen dieser Forderung nach Nachvollziehbarkeit der Herkunft und höchsten Qualitätsansprüchen nach. Wir bieten mit der Bezeichnung DAC den nötigen Rahmen, um die spezielle Herkunft und den gebietstypischen Geschmack auch sichtbar zu machen.«

150 Hektar Blaufränkisch
Die für den DAC namensgebende Gemeinde Deutsch Schützen - Eisenberg ist bekannt für ihre lehmigen, mineralstoffreichen Böden, die den typischen mineralischen Geschmack des Blaufränkisch aus der neuen Region »Eisenberg DAC« prägen. Das Südburgenland weist in Summe etwa 450 Hektar Weingartenfläche auf und ist damit eines der kleinsten österreichischen Weinbaugebiete. Von der Gesamtfläche entfallen etwa 150 Hektar auf die Sorte Blaufränkisch. Eisenberg DAC soll für den typischen, mineralisch-würzigen Blaufränkisch des Südburgenlandes stehen. In seiner Ausprägung als »Reserve« wird die Geschmackskomponente des Blaufränkisch noch durch einen Ausbau im Holzfass ergänzt.

Anforderungen an einen Eisenberg DAC
Zu den Kernpunkten der Verordnung zählt, dass der Restzuckeranteil des klassischen Eisenberg DAC bis zu vier Gramm haben darf und dass der Alkoholgehalt 12,5 bis 13 Prozent laut Weinbaugesetz betragen muss. Das vorgegebene Geschmacksbild ist wie bei allen anderen DAC-Verordnungen allgemein gehalten: »sortentypisch, fruchtig, mineralisch-würzig« soll er sein. Der Geruch wird mit »typischem, erfrischendem Sortenbukett« umschrieben, was mit einem gewissen Wohlwollen des Regionalen Komitees Burgenland wohl auf jeden Wein zutreffen kann. Holztöne sollen gar nicht oder kaum merkbar sein und um den Wein zu verschließen, darf der Winzer Naturkork oder Schraubverschluss verwenden.

Die Reserve-Kategorie
Das Geschmacksbild des Eisenberg DAC Reserve soll zusätzlich zu den schon bekannten Komponenten »kräftig« und »mit Potenzial« ausgestattet sein. Der Ausbau muss im großen Holzfass oder Barrique erfolgen und der Alkoholgehalt soll mindestens 13 Prozent betragen. Der Reserve darf nicht vor dem 1. März des auf die Ernte »zweitfolgenden« Jahres verkauft werden und muss mit Naturkork verschlossen werden.

<media 384 - download>>> Die DAC-Verordnung im Originalwortlaut zum Download</media>

Die DAC-Familie
Neben Eisenberg DAC gehören Weinviertel DAC (2003), Mittelburgenland DAC (2006), Traisental DAC (2007), Kremstal DAC (2007), Kamptal DAC (2008) und Leithaberg DAC (2009) zu den österreichischen DAC-Qualitätsweinen.

(bed)

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