Einzigartig: Vertikale Sassicaia 2016 bis 1985

Im Vorfeld des Winefestival Meran fand eine Vertikalverkostung aller 32 Sassicaia-Jahrgänge aus Magnum-Flaschen statt.

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Im Vorfeld des Winefestival Meran fand eine Vertikalverkostung aller 32 Sassicaia-Jahrgänge aus Magnum-Flaschen statt.

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Ansitz Plantitscherhof in Meran. Ehrfürchtig stehen Weinliebhaber aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Südtirol und aus Südafrika vor der beeindruckenden Serie von Magnum-Flaschen. Sassicaia von 2016 bis 1985: 32 Jahrgänge, 32 Geschichten, 32 Erlebnisse. »Dank meiner langjährigen Freundschaft mit Marchese Niccolò Incisa della Rocchetta ist es mir gelungen, diese einmalige Serie an Magnum-Flaschen zusammen zu bringen. Einige der Flaschen hier kommen direkt aus dem Privatkeller des Marchese.«, eröffnet stolz Johann Innerhofer, der das Tasting organisiert hat.

Der Südtiroler Innerhofer gehört zu den Mitbegründern des Meraner Weinfestival und lebt mittlerweile seit elf Jahren in Südafrika, wo er mit Capelands ein eigenes Weingut auf die Beine gestellt hat. Mit Sassicaia und der Tenuta San Guido fühlt er sich seit vielen Jahren verbunden. Ein großer Liebhaber von Sassicaia ist auch Johannes Gufler vom Hotel »Ansitz Plantitscherhof« im Meraner Villenviertel Obermais. Einige der Magnums aus der Serie stammen aus seinem Keller.

Aufnahme in den Olymp

Mit einer Gesamtfläche von rund 2.500 Hektar ist die Tenuta San Guido in Bolgheri bei Livorno das größte Landgut Italien in Privathand. Mario Incisa della Rocchetta, Herr auf der Tenuta San Guido und Adeliger aus dem Piemont mit einer Vorliebe für französische Weine, pflanzt schon in den 1940er Jahren erste Cabernet-Reben. 1968 wurde der Wein erstmals auf Flaschen gefüllt und der 1972er triumphierte in einer Verkostung in London über alle bekannten Gewächse aus Bordeaux. Die definitive Aufnahme in den Olymp der großen Weine fand Sassicaia mit dem Jahrgang 1985, der von Robert Parker als erster italienischer Wein mit der Traumnote »100 Punkte« ausgezeichnet wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Super-Tuscans, blieb die Cuvée beim Sassicaia immer gleich: 80 Prozent Cabernet Sauvignon, 20 Prozent Cabernet Franc.

Noch nie hatte ich eine Vertikale italienischer Rotweine über so viele Jahrgänge, die in sich so kohärent war. Klar, die Weine zeigen die Unterschiede der Jahrgänge, die typische Sassicaia-Note, die frische Cassis-Frucht mit den mediterranen Gewürzen und den eleganten, nie harschen Tanninen, ist als roter Faden alle Jahrgänge hindurch klar präsent.

Ein Highlight – trotz Kork

Welches waren nun die Highlights der Verkostung? Da ist der 2016, der sich auch nach wiederholter Verkostung klar die 100 Punkte verdient. Am anderen Ende der 1985er: Auch nach über 30 Jahren noch immer ein beeindruckender Wein. Erstaunlich frische, präsente Cassis-Frucht und würzige Minzenote, am Gaumen kraftvoll und präsent, tiefgründig; auch hier zu Recht 100 Punkte. Wirklich nur einen Hauch hinter diesen beiden folgen der formidable 2015er, Sassicaia 2001 und 2004 mit jeweils 99 Punkten. 98 Punkte erhalten Sassicaia 2011, 2008, 1990 und 1988. 97 Punkte für Sassicaia 2013, 2009, 1986; 96 Punkte für die Jahrgänge 2014, 2012, 2007, 1998. Die Jahrgänge 2003, 1999, 1997, 1993 und 1987 erhalten 95 Punkte. 94 Punkte gibt’s für die Jahrgänge 2005, 1991 und 93 Punkte die Jahrgänge 2006, 2002, 1996. Am Ende der Skala folgen 2000 (92), 1994 (89), 1992 (87), 1989 (88). Die Jahrgänge 2010 und 1995 hatten leider Kork.

Zum Abschluss europäischer Stil

Einen kleinen Durchhänger hatte Sassicaia nur in den ersten 1990er Jahren von 1991 bis 1997. Das lag zum einen am Witterungsverlauf, der nicht immer förderlich war. Zu einem größeren Teil wohl aber an der Ausweitung der Produktion und den neuen Weingärten, die damals in Produktion kamen. Mit 1997 spätestens 1998 aber war diese Phase überwunden und der Stern von Bolgheri strahlt heute mehr denn je. Zum Ende der Verkostung servierte Johann Innerhofer zwei seiner eigenen Weine, Capelands Redstone Riserva 2015 und 2016. Beides sind Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Malbec. Im Gegensatz zu Bolgheri präsentiert sich der 2015 aus Südafrika eher mit kühler Frucht, würzigen Noten, kernigem Tannin und überraschend frischer Säure. Ein Wein ganz im europäischen Stil. Der 2016er dann zeigt sich mit satter, reifer Frucht, opulent und kraftvoll, die Tannine mit viel süßem Schmelz ausgekleidet. Derzeit präsentiert sich 2016 offener und zugänglicher, 2015 sollte aber den längeren Atem haben.

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