Eine Reise zu Italiens Slow-Food-Schätzen

Lebensmittelverkauf in Palermo

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Lebensmittelverkauf in Palermo

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Neben den immensen Kulturschätzen und der einzigartigen Landschaft beeindruckt Italien vor allem mit seiner exzellenten Küche, die so abwechslungsreich wie das Land selbst ist. Jede einzelne Gemeinde, Provinz und Region hat eine unglaubliche Vielfalt unterschiedlicher Gerichte und Rezepte zu bieten, die einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität leisten. Allen regionalen Varianten gemein ist die Zubereitung mit frischen, lokalen Produkten. Das ist der Grundsatz der Slow-Food-Bewegung, die sich dem Schutz biologischer Vielfalt und traditioneller und nachhaltiger Lebensmittel und Anbaumethoden widmet.

Es kann kein Zufall sein, dass die international gewichtige Antithese zu Fast Food schon in den 80er-Jahren in Turin gegründet wurde. Schützenswerte Produkte und Lebensmittel mit Geschichte wird ein Presidio-Status zuerkannt – weltweit gibt es mittlerweile 584 Slow-Food-Presidi, allein in Italien sind es 317! Hier haben wir ein paar besondere Leckerbissen für Sie ausgesucht:

Zitrusfrüchte des Gargano, Apulien

Zitrusfrüchte wachsen in der Regel nicht entlang der italienischen Adriaküste, mit einer Ausnahme: der Halbinsel Gargano in Apulien. Die Zitrushaine des Gargano haben dazu beigetragen, die kulturelle Identität ganzer Städte zu definieren: Rodi Garganico ist berühmt für seine Zitronen, während Vico und Ischitella für Orangen bekannt sind. Auch »Sporn« Italiens genannt ist der Gargano von karstigen Felsen, kristallklarem Meer, einem geschützten Nationalpark und malerischen Ortschaften geprägt.

Vieste am Stiefelsporn Gargano

Vieste am Stiefelsporn Gargano

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Cinque Terre Schiacchetrà, Ligurien

Eines der berühmtesten Erzeugnisse der Cinque Terre ist der Schiacchetrà, ein Süßwein aus den Trauben, die auf den steil abfallenden terrassenförmig angelegten Weinhängen entlang der ligurischen Küste angebaut werden. Aufgrund der aufwändigen Erntearbeit wird der Wein, der schon von den antiken Römern kultiviert wurde, nur in geringen Mengen produziert. Die fünf Küstendörfer der Cinque Terre zählen zum UNESCO-Welterbe und bieten an die 130 Wanderwege, von denen sich atemberaubende Ausblicke auf das Meer ergeben.

Eines der fünf Fischerdörfer der Cinque Terre.

Eines der fünf Fischerdörfer der Cinque Terre.

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Culatello di Zibello, Emilia Romagna

Beim Culatello di Zibello handelt es sich um eine der erlesensten Wurstwaren Italiens, einem luftgetrockneten Rohschinken aus dem Hinterbein des Schweins. Er wird in acht Gemeinden im Gebiet um Zibello in der Parmaebene nördlichen Emilia Romagna hergestellt, durch die die gleichnamige »Strada del Culatello« entlang des Pos führt. Ganz in der Nähe wartet die Kunststadt Parma, ein weiteres Eldorado für Feinschmecker und italienische Kulturhauptstadt 2020.

Reiferaum für Culatello bei Parma

Reiferaum für Culatello bei Parma

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Kapern aus Salina, Sizilien

Auf den Vulkanhängen der Insel Salina gedeihen die Kapernbüsche besonders prächtig und sind integraler Bestandteil der Landschaft. Erntezeit der Kapern aus Salina ist im Sommer, am 1. Sonntag im Juni findet im Dorf Pollara, einzigartig inmitten eines erloschenen Vulkankraters gelegen und  Zentrum des Kapernanbaus, das traditionelle Kapernfest statt. Salina, die grünste und fruchtbarste der Äolischen Inseln nordöstlich von Sizilien, gilt noch immer als Geheimtipp.

Die kleine Insel Salina vor Sizilien lockt neben Kulinarik mit bezaubernden Badebuchten.

Die kleine Insel Salina vor Sizilien lockt neben Kulinarik mit bezaubernden Badebuchten.

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Brokkoli aus Torbole am Gardasee, Trentino

Torbole, einst ein kleines Fischerdorf, liegt am nördlichen Ufer des Gardasees eingebettet zwischen dem Monte Baldo im Osten und der Sarcaebene im Norden, und ist besonders bei Surfern beliebt. Der nordöstliche Pelèrwind ist auch verantwortlich für das besondere Mikroklima, das den Broccoli Torbole gedeihen lässt, der wegen seines süßen und feinen Geschmacks bekannt ist. Er wird gekocht oder roh gegessen und passt sehr gut zur lokalen Spezialität Carne Salada, zu Wild, Schwein und gekochtem oder gebackenem Fisch.

Torbole am Gardasee

Torbole am Gardasee

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Moscioli aus Portonovo, Marken

Bei den »Moscioli« handelt es sich um eine Art Miesmuschel, die im Gebiet um Ancona vorkommt und sich im Unterschied zu den gezüchteten Miesmuscheln auf natürliche Weise vermehrt. An den Felsen des Monte Conero angewachsen, sind diese Moscioli eine einzigarte kulinarische Spezialität des Gebietes, die man von April bis Oktober kosten kann. Die imposante Steilküste der Riviera del Conero erstreckt sich südlich von Ancona in der Region Marken und ist einer der schönsten Abschnitte der adriatischen Küste.

An der Küste von Portonovo gedeihen die wunderbaren Moscioli.

An der Küste von Portonovo gedeihen die wunderbaren Moscioli.

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Rosa di Gorizia, Friaul Julisch Venetien

Die »Gorizia-Rose« ist eine Radicchiosorte, die wie eine Rosenknospe, die sich gerade öffnet, aussieht. Die Blätter haben eine intensive, leuchtend rote Farbe mit Schattierungen von Rosa und Granat, eine knackige Textur und einen leicht bitteren Geschmack. Das Klima und der Schwemmlandboden rund um Gorizia in Friaul-Julisch Venetien haben die Stadt historisch für den Gemüseanbau berühmt gemacht. Die malerische Hügellandschaft des Collio ist Ursprungsgebiet erlesener DOC-Weine und eignet sich nicht nur für kulinarische Touren sondern auch für Radausflüge und Wanderungen.

Der Neptun-Brunnen am Haupplatz von Gorizia.

Der Neptun-Brunnen am Haupplatz von Gorizia.

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Fagiolina del Trasimeno, Umbrien

Die winzige Bohne, schon von den Etruskern kultiviert und jahrhundertelang auf dem Land um den Trasimenischen See angebaut, war bis in die 1950er-Jahre sehr beliebt, ist aber seitdem fast vollständig verschwunden. Die gekochten Bohnen sind zart, butterartig und besonders aromatisch. Der Lago di Trasimeno ist der größte See der Apenninhalbinsel, ein wahres Naturparadies und ein idealer Ausgangspunkt um die reizvollen Dörfer Umbriens zu entdecken.

Der Trasimeno See gilt noch als Geheimtipp.

Der Trasimeno See gilt noch als Geheimtipp.

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Die violette Artischocke aus Sant Erasmo/Venedig, Venetien

Der lehmige, gut durchlässige Boden der Insel Sant'Erasmo ist der ideale Nährboden dieser dunkelvioletten Artischockenart. Bekannt als »Articiochi« im venezianischen Dialekt, wurden sie von der jüdischen Gemeinde in die Küche der Stadt eingeführt und werden im Allgemeinen roh gegessen. Sant’Erasmo, die größte der nördlichen Lagune von Venedig, wird auch als Garten der Serenissima bezeichnet.

Von Venedig sind es mit dem Vaporetto nur wenige Minuten nach Sant'Erasmo.

Von Venedig sind es mit dem Vaporetto nur wenige Minuten nach Sant'Erasmo.

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Zibbibo aus Pizzo Calabro, Kalabrien

Zibbibo ist ein antiker Wein aus der Muskattraube, die von den Phöniziern nach Süditalien gebracht wurde. Die Stadt Pizzo Calabro, einst bedeutende Handelsstadt, liegt auf einem Felsvorsprung über dem Tyrrhenischen Meer und ist einer der bekanntesten Badeorte. Er wetteifert mit Tropea und Capo Vaticano um den Titel des beliebtesten Ferienziels Kalabriens. 

Pizzo Calabro lockt nicht nur mit einer wunderbaren Altstadt, sondern auch mit feinen Badebuchten.

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FOTOS: Reise durch ausgewählte Slow-Food-Städte

Informationen

www.enit.at
www.italia.it

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