Eine Liebeserklärung an Italiens Weine

Vinophile Leidenschaft in Südtirol

© IDM Südtirol/Alex Filz

Vinophile Leidenschaft in Südtirol

© IDM Südtirol/Alex Filz

Italien ist nicht nur der größte Weinproduzent der Welt, es spielt auch in der Liga der Premiumweine ganz vorne mit. Die Reben wachsen auf bis zu 800 Metern Seehöhe in Südtirol ebenso wie auf den sanften Hängen in Mittelitalien sowie in den weitreichenden Ebenen im Süden. Eine spannende Ausnahme stellt der Weinbau auf dem Vulkan Ätna dar, wo die Weingärten bis auf eine Höhe von fast 1.000 Metern reichen. Durch die unterschiedlichen klimatischen und geologischen Verhältnisse können die italienischen Weinbauern eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Weintypen anbieten. Der Weinkonsum im Land hat erstmals seit langem wieder angezogen und die Qualität der getrunkenen Weine steigt ohnehin kontinuierlich an. Auch wenn es wunderbare Tafelweine gibt, die in allerlei größeren Gebinden gehandelt werden, sind die Qualitätsweine der wahre önologische Schatz Italiens.

Qualitätsoffensive hat gefruchtet

Bereits seit den 1960er-Jahren wurden in Italien qualitative Herkunftsweine mit dem DOC-Siegel ausgezeichnet und somit gefördert. In den 1980er Jahren folgte mit der DOCG-Kategoriesierung eine noch höhere Qualitätsstufe und im Jahr 1992 mit IGT eine weitergefasste Herkunftsbezeichnung. Heute gibt es die stattliche Anzahl von 74 DOCG-, 333 DOC- und 118 IGT-Regionen. Der Zusatz »Classico« bezeichnet qualitativ höher eingestufte Kernzonen und die Bezeichnung »Superiore« verweist auf höheren Alkoholgehalt bzw. niedrigeren Höchstertrag (denn durch Etragsreduktion wird zwar weniger geerntet, aber die Extraktwerte werden erhöht). Bei längerer Fassreife ist zudem das Attribut »Riserva« zulässig.

Traubenernte in Sizilien
Traubenernte in Sizilien

Foto beigestellt

Heimische Sorten auf dem Vormarsch

Die internationale Weinpresse überschlug sich in den 1980er-Jahren in Lobeshymnen über Weine, die überwiegend aus den Burgundersorten Cabernet Sauvignon und Merlot bestanden. Der Erfolg dieser so genannten »Super-Tuscans«, die nach dem französischen Vorbild in Barriquefässern ausgebaut wurden, motivierte zahlreiche italienische Winzer, ebenfalls auf internationale Sorten zu setzen. Die Qualität dieser Weine ist unbestritten, doch kritisierten gewichtige Stimmen der italienischen Weinwelt, dass die lokalen Besonderheiten dabei verloren gehen. Es entwickelte sich eine Gegenbewegung, die einerseits wieder vermehrt auf italienische Rebsorten setzte und andererseits den Holzeinsatz reduzierte. Das erfreuliche Ergebnis sind elegante und harmonische Weine mit hohem Wiedererkennungswert. Damit einher gehen immer bewusstere Produktionsmethoden, ein kontinierlicher Anstieg an Bio-Weinen und erfolgreiche Versuche mit Naturweinen.

Weingut Monteverro in der Toskana
Weingut Monteverro in der Toskana

© Leif Carlsson

Toskana

Die Toskana ist Italiens Vorbild-Region für Weine allerhöchster Güte. Urlauber sind aber nicht nur von den Weinen und der Kulinarik angetan, es sind auch die romantische Kulturlandschaft und das reiche historische Erbe, die die Region ausmachen. Von den Rebsorten her überwiegt der Sangiovese, der auch den Hauptteil des berühmten Chianti stellt. Chianti ist wie der begehrte Brunello eine nach der Region benannte Wein-Marke und keine Rebsorte (Zum Falstaff-Tasting Toscana Centrale/Chianti Classico). An der toskanischen Küste haben sich Bordeaux-Blends zu wahren Kultweinen entwickelt, Falstaff hat sich durch die hochwertigen Weine gekostet und diese bewertet (Zum Tasting Küste Toskana).

Weingärten in der Langhe mit Blick auf die Alpen.
Weingärten in der Langhe mit Blick auf die Alpen.

© Shutterstock

Piemont

Die wildromantische Region zwischen den Alpen und dem Meer im Nordwesten Italiens bringt seit Jahrzehnten international begehrte Rotweine hervor. Wichtigste Sorte im Qualitätsbereich ist der Nebbiolo, aus dem der berühmte Barolo gekeltert wird. Die Bestimmungen für diesen Wein sind klar festgeschrieben und werden genauestens kontrolliert. Ein klassischer Barolo muss eine Reifezeit von mindestens 38 Monaten aufweisen, ein Barolo Riserva sogar 62 Monate. Die besten Barolos im Falstaff-Check. Der Barbaresco – ebenfalls aus Nebbiolo-Trauben – wird oftmals unterschätzt und als »kleiner Bruder des Barolo« bezeichnet. Dass dies völlig zu unrecht geschieht, zeigt dieses Tasting.

Weingärten bei Tramin
Weingärten bei Tramin

© aalesfoto.com

Südtirol

Die südtiroler Weingärten liegen an den Südhängen der Alpen und reichen auf eine Höhe von bis zu 800 Metern. Das kühle Klima bringt erfrischende Weißweine und fruchtige Rotweine hervor. Einer der Pioniere für hochqualitative Weine aus Südtirol ist Alois Lageder, der erst vor kurzem den 30. Geburtstag seines Kultweins Löwengang feierte (Falstaff hat berichtet). 

Weinbau am Ätna
Weinbau am Ätna

© Shutterstock

Weitere Weinbaugebiete Italiens

Venezien ist die größte Weinbauregion Italiens. Valpolicella, Bardolino und Valpolicella Ripasso sind bekannte Weine, die gerade wieder eine Renaissance erleben. (Falstaff-Reportage: Unter Veneziens Sonne)

Franciacorta: Die Unterregion südlich des Iseo-Sees ist berühmt für ihre Schaumweine mit gewaltigem Reifepotenzial. (Falstaff-Bericht: Paradies für Schaumweinfreunde)

Prosecco: Die Wiege des leichtfüßigen Schaumweins bietet auch kulinarisch und touristisch großartige Attraktionen. (Falstaff Travelguide: Das Prosecco-Paradies)

Apulien: Lange Zeit war Apulien für Tafeltrauben und Fassweine bekannt. Damit wurden meist Weine aus dem Norden aufgepeppt. Das hat sich grundlegende geändert. (Reportage: Weit mehr als Primitivo)

Sizilien: Naturweine liegen im Trend. Auch in Sizilien hat diese neue Bewegung viele Anhänger, die mit Spitzenqualitäten überraschen – vorwiegend rund um den Ätna, aber auch in anderen Teilen der Insel. (Siziliens neue Weinwelt)


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