Drei neue DAC-Gebiete in der Steiermark

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Was lange währt, wird endlich gut: Am 2. Juli stellten Vertreter des Regionalen Weinkomitees und der Wein Steiermark im Rahmen eines historischen Pressegesprächs das neue Herkunftssystem für die Steiermark vor. Mit dem Jahrgang 2018 wird eine neue Ära des steirischen Weines eingeleitet: mit der Etablierung der drei DAC-Gebiete Südsteiermark, Vulkanland Steiermark und Weststeiermark.

»Um die Steiermark und ihre drei Weinbaugebiete in Zukunft erfolgreich zu positionieren, ist es notwendig auf die Alleinstellungsmerkmale und Besonderheit der Region hinzuweisen. In der Weinwirtschaft ist die Herkunft das wichtigste Element um sich von Mitbewerbern abzuheben und die Weine so erfolgreich vermarkten zu können«, so der Wein Steiermark Geschäftsführer Werner Luttenberger zu den Beweggründen für die Entwicklung eines Steiermark DAC.
 
Die Verantwortungsträger der steirischen Weinwirtschaft zogen aus diesem Grund in den vergangenen Monaten an einem Strang und feilten in einem intensiven Prozess an einem eigenen steirischen DAC System. Das Ergebnis ist eine dreistufige Herkunftspyramide, die sich in Gebietsweine, Ortsweine und Riedenweine gliedert. Stefan Potzinger, Obmann der Wein Steiermark, zeigt sich überzeugt, dass »das neue Herkunftssystem der bereits bestehenden Qualität des Steirischen Weines gerecht wird. Gleichermaßen wird dadurch auch sichergestellt, dass die Qualitätsentwicklung in Zukunft beschleunigt wird«.

Südsteiermark DAC – Vulkanland Steiermark DAC – Weststeiermark DAC

Zugelassene Rebsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer und Schilcher sowie Cuvées daraus.

  • Gebietsweine – Die Vielfalt der Gebiete: ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres
    [ausgenommen Welschriesling und Schilcher (nur Weststeiermark) ab 1. Dezember]
    höchstens 4,0 g/l Restzucker;
    Ausnahmen: Rebsorten Riesling und Traminer mit der Bezeichnung »trocken«
  • Ortsweine – Die lokalen Spezialitäten: ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres [ausgenommen Schilcher (nur Weststeiermark) ab 1. Februar]
    höchstens 4,0 g/l Restzucker

    Südsteiermark DAC: Kitzeck-Sausal, Eichberg, Leutschach, Gamlitz, Ehrenhausen
    Vulkanland Steiermark DAC: Oststeiermark, Riegersburg, Kapfenstein, St. Anna, Tieschen, Klöch, Straden, St. Peter
    Weststeiermark DAC: Ligist, Stainz, Deutschlandsberg, Eibiswald

    Ausnahmen: Traminer & Riesling trocken; Klöcher Traminer maximal 12,0 g/l
  • Riedenweine – Ausdruck und Potenzial bester Rieden: ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres [ausgenommen Schilcher (nur Weststeiermark) ab 1. Februar]
    höchstens 4,0 g/l Restzucker;
    Ausnahmen:
    Rebsorten Riesling, Gelber Muskateller und Traminer mit der Bezeichnung »trocken«


Der Startschuss für das Herkunftssystem ist vom Regionalen Weinkomitee für die Ernte 2018 vorgesehen. Die endgültigen Weichen für den steirischen DAC müssen zuvor allerdings noch vom Bundesministerium gestellt werden, das die Verordnung mit seiner Unterschrift absegnen muss.

 

Die DAC Gebiete Österreichs im Überblick
Die DAC Gebiete Österreichs im Überblick

© ÖWM

Bei der Präsentation des neuen DAC-Systems für die Steiermark (v.l.): Christoph Neumeister, Werner Luttenberger, Willi Klinger, Claudia Genner-Schauer, Stefan Potzinger, Franz Titschenbacher, Hans Seitinger, Johann Dreisiebner, Armin Tement und Georg Re
Bei der Präsentation des neuen DAC-Systems für die Steiermark (v.l.): Christoph Neumeister, Werner Luttenberger, Willi Klinger, Claudia Genner-Schauer, Stefan Potzinger, Franz Titschenbacher, Hans Seitinger, Johann Dreisiebner, Armin Tement und Georg Regele

© Johannes Polt | Fotokuchl

Wortmeldungen zum Steiermark DAC

»Lange hat sich die Steiermark mit dem Beschluss einer neuen Herkunftsordnung beim Wein Zeit gelassen, und das ist gut so! Denn im Zuge der zahllosen Diskussionen, Sitzungen und auch Streitgespräche ist es gelungen, ein fachlich hervorragendes und für alle vorteilhaftes Ergebnis zu erzielen. Ich danke allen, die daran mitgearbeitet haben und dabei das Gemeinwohl vor das betriebliche Einzelinteresse gestellt haben, besonders auch den jungen Betriebsführer, die im letzten Jahr eine neue Dynamik in die Verhandlungen gebracht haben. Mit den drei steirischen Gebieten steigt die Zahl der DACs in Österreich auf 13. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir mit diesem Rückenwind spätestens 2020 auch die restlichen vier spezifischen Weinbaugebiete unter den DAC-Schirm bringen können.«
Mag. Wilhelm Klinger, Geschäftsführung ÖWM

»Die internationalen Spitzenerfolge der steirischen Weine zeigen uns, auf welch hohem Niveau sie angekommen sind. Keinesfalls dürfen wir uns jedoch darauf ausruhen, sondern sollten jeden Tag überlegen, wie wir die hohe Qualität mit einem professionellen Marketing und modernen Kundenzugang weiterhin aufrechterhalten können. Das neue Herkunftssystem DAC gibt uns die Möglichkeit, unsere optimalen Lagen für unsere Spitzenweine noch deutlicher vor den Vorhang zu holen.«
Landesrat Ök-Rat Johann Seitinger

»Das ›Herkunftssystem Steiermark‹ – mit den drei DACs Weststeiermark, Südsteiermark und Vulkanland Steiermark – ist das Ergebnis eines einzigartigen demokratischen Prozesses in der Geschichte des Steirischen Weins. Vom Arbeitskreis ›Zukunft Steiermark‹ erarbeitet, mit allen Verantwortungsträgern bis zur Basis abgestimmt, wurde es am 18. April 2018 vom Regionalen Weinkomitee Steiermark und am 5. Juni 2018 vom Nationalen Weinkomitee beschlossen. Mit qualitätssteigernden, klaren Regeln für Produktion und Markt, wird mit dem Weinjahrgang 2018 eine neue Ära für den Steirischen Wein beginnen.«
Johann Dreisiebner, Obmann Regionales Weinkomitee Steiermark

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