Mit Blue Gin wagte sich Reisetbauer in einen für ihn ungewöhnlichen Markt.
Mit Blue Gin wagte sich Reisetbauer in einen für ihn ungewöhnlichen Markt./Foto: beigestellt

Der Weltmarkt für Gin beläuft sich gegenwärtig auf ein Volumen von zirka 400 Millionen Litern jährlich. Die Zahlen des österreichischen Konsums sind nicht erwähnenswerte Marginalien, selbst der Anteil Deutschlands ist mit 1,5 Prozent vernachlässigbar.

Der bei Weitem größte Markt für Gin sind die Philippinen mit 40 Prozent. Der dortige Platzhirsch heißt »San Miguel«. Dem United Kingdom als zweitgrößtem Konsumenten folgen übrigens die Spanier, sie beteiligen sich am europäischen Umsatz mit rund einem Drittel. Der dortige Marktleader heißt »Larios« und hält einen Anteil am Weltumsatz von 2,5 Prozent. Prognostiziert wird, dass Indien die Spanier bald vom dritten Platz ­verdrängen wird und dass etwa Venezuela dabei ist, eine beträchtliche Produktionskapazität aufzubauen. In den Jahren der Wirtschaftskrise haben vor allem die mittelpreisigen Gins erheblich an Umsatz eingebüßt. Ausbauen konnten ihre Stellung die Super-Premiums, vor allem der schottische Hendrik’s Gin, der insbesondere auf dem US-Markt reüssiert. Insgesamt wird den Super-Premiums bis 2015 ein Marktanteil von bis zu elf Prozent vorhergesagt. (Quelle: www.iwsr.co.uk)


Queen Mum's Gin
Gin Tonic war das erklärte Lieblingsgetränk der Königinmutter, der Drink ist nach wie vor eine empfehlens­werte und beliebte Art, Gin zu genießen. Guter Gin ver­langt aber zwangsläufig nach gutem Tonic. Hier zwei Favorits: Fever Tree Tonic (www.fever-tree.com, www.kameel.at, www.wagners-weinshop.com) und Fentimans Tonic (www.ammersin.at).


Österreichischer Gin – Verkostungsnotizen


89 Punkte

Guglhof, VirGin 2010, 43 %, 0,7 l, € 34,70, www.guglhof.at
Offener, würziger und ätherischer Duft, viel Wacholder, Orangenzesten, vegetabile Aromen; analog am Gaumen, sehr präsent und gut verwoben, viel Wacholderaromatik, der Getreidebrand scheint durch, durchaus druckvoll und anhaltend.

89 Punkte
Weingut Schloss Halbturn, Kœnigsegg LeGin,
45 %, 0,7 l, € 55,–, www.schlosshalbturn.at
Ruhiger, ausgewogener Duft, die präsenten Wacholdernoten werden von den anderen Botanicals dezent unterstützt; ähnlich am Gaumen, wirkt durch den höheren Alkoholgehalt etwas mächtiger, aber stimmig.

86 Punkte
Lebensstern London Dry Gin, 43 %, 
(Destillerie Freihof, www.freihof.com), 0,7 l, € 30,–, www.cafeeinstein.com
Weich und zartwürzig im Duft, gleichzeitig kompakt, ­beinahe floral und traubig, Assoziation mit frischen Mandarinen und Wacholder; die Palette der Aromen ist am Gaumen vielschichtiger, wieder deutlich Wacholder, kompakt, im Abgang etwas weniger fokussiert.

96 Punkte

Hans Reisetbauer, Blue Gin (L 2009),
43 %, 0,7 l, € 40,–, www.bluegin.cc
Eine enorme Tiefe und Transparenz im Duft, Wacholder pur, der Mix der anderen Botanicals zeigt sich vielschichtig, mit ­Zitronenzesten und ätherischen Noten, unterstützt aber im ­Wesentlichen den Wacholdercharakter; am Gaumen zeigen sich die Noten der Nase konsequent, eingebettet in ein mi­-
ner­alisch wirkendes, anhaltendes Fundament.

88 Punkte
Markus Wieser, Uuahouua Classic Gin Edition 2010,
40 %, 0,5 l, € 28,50, www.wieser-wachau.at
Traubig-würziger Duft, Koriander, Zimt, Zitronenzesten und Kardamom; auch am Gaumen sehr gewürzig, ein fast weihnachtliches Bouquet, wieder viel Koriander und ätherisch-­würzige Noten.

Text von Peter Hämmerle
Aus Falstaff Nr. 03/2011