Paul Triebumer 1944 - 2013 © privat
Paul Triebumer 1944 - 2013 © privat

Heute würde man ihn »Orange Wine« nennen. Paul Triebaumer hat schon im Jahr 1986 einen auf der Maische vergorenen, unfiltrierten und ungeschwefelten Wein erschaffen – seinen ersten Keltenwein. Der Name bezieht sich auf historische Produktionsweisen. Er war seiner Zeit damit offenbar um fast drei Jahrzehnte voraus, denn heute werden derartige Weine stark nachgefragt. Sohn Günter Triebaumer erzählt, dass sie erst im Vorjahr einen 1987er-Keltenwein verkostet haben und dass das Geschmackserlebnis beeindruckend war.

Paul Triebaumer hat viel expermientiert und neue Sorten in Österreich salonfähig gemacht. 1987 war er der Erste, der Nebbiolo (mit Edelreisern von Elio Altare) ausgepflanzt hat und 1990 folgte der erste Syrah. Es war nicht zuletzt sein Engagement, dass Syrah als Qualitätsrebsorte im Weingesetz verankert wurde. Der Ruster Winzer hat aber auch mit Tempranillo, Lagrein, Teroldego, Zinfandel, Pinotage, Tannat und vielen weiteren Rebsorten herumgetüftelt. Sein Erbe haben Günter und Regina Triebaumer angetreten und seinen Erfolgsweg fortgesetzt. Sie profitieren heute noch sehr vom Gefühl des Seniors für Rebsortenveredelung, die Weingärten wurden ausschließlich mit selbst erzeugten, hochwertigen Reben bepflanzt.

Seine bekanntesten Weine waren die beiden unikaten Cuvées Eremit (Syrah mit Pinot noir) und Erster Nebel (Blaufränkisch von der Oberen Pandkräftn mit Nebbiolo). Ab 1997 kam auch die Weite Welt (Cabernets, Merlot, uvm...) auf den Markt. Im Ruster Gemeindeleben war Triebaumer ein fixer Bestandteil, über vier Legislaturperioden war er in der Gemeindepolitik tätig. Als Obmann-Stellvertreter des Ruster Weinbauvereins half er in der schwierigen Zeit nach dem Weinskandal mit, das Weingeschäft wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken.

Paul Triebaumer ist im 69. Lebensjahr nach langer Krankheit aus dem Leben geschieden. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Er hinterlässt seine Frau Waltraud, drei Söhne, eine Tochter und sechs Enkelkinder.

(von Bernhard Degen)