Die Wein-Metropole Zürich

© Baur au Lac / David Biedert

Marc Almert ASI Best Sommelier of the World 2019 und Falstaff Sommelier des Jahres 2020

© Baur au Lac / David Biedert

Ob unter der Bahnhofstrasse wirklich gold liegt, ist umstritten. erstklassige Weinkeller gibt es hier aber.

Die Zürcher Bahnhofstrasse gehört zu den teuersten Pflastern der Welt. Luxusboutique reiht sich hier an Luxusboutique. Doch nicht nur ober-, auch unterirdisch ist die Bahnhofstrasse legendär.

In den Tresors der Banken rund um den Paradeplatz sollen immense Goldreserven gelagert sein. Allein die hier ansässige Schweizer Nationalbank SNB soll im Jahr 2018 rund 1040 Tonnen Gold besessen haben. Ob dieser Goldschatz tatsächlich mitten in Zürich lagert, darf mehr als nur bezweifelt werden.

Viel weniger geheim ist da der Inhalt einiger Zürcher Keller, die sich in nächster Nähe der mutmasslichen Goldreserven befinden. Diese beheimaten kein Gold, sondern edle Weine.

Das «Carlton» an der Bahnhofstrasse

© Carlton Restaurant & Bar

Foto beigestellt

Unter Zürcher Weinfreaks bestens bekannt ist der Keller des Restaurants «Carlton», der sich gerade mal zwei Strassen vom Paradeplatz mit seinen Grossbanken entfernt befindet. Mehr als 1000 Weine lagern im Keller mit dem treffenden Namen «The Vault».

Carlton-Inhaber Markus Segmüller ist Weinakademiker WSET und diplomierter Weinsensoriker. Er führt das Carlton an der Bahnhofstrasse seit 1999 gemeinsam mit seiner Frau Daniela Segmüller.

Neben sechs weiteren Betrieben in Zürich – etwa dem «James Joyce Pub», dem «Loft Five» an der Europaallee oder dem ländlich angehauchten «Adlisberg». In allen Betrieben der Segmüller-Collection kommen hervorragende Weine auf den Tisch, die Selektion und das Know-how im Restaurant Carlton aber sucht seinesgleichen.

Das «The Vault» ist dann auch nicht einfach ein Lagerraum für edle Weine, sondern ebenso ein erstklassiger Verantstaltungsraum für ausgedehnte Degustationen, vertrauensvolle Businessmeetings oder gesellige Wine & Dines.

Nicht nur das «Carlton» begeistert Weinliebhaber in unmittelbarer Umgebung der Bahnhofstrasse.

Direkt gegenüber befindet sich die «Mövenpick-Weinbar», ebenfalls ein stark frequentierter Treffpunkt für Weingeniesser in der Limmatstadt.

Nur wenige Meter entfernt findet man das «Bü’s» mit seiner ebenfalls hervorragenden Selektion und einige Gehminuten Richtung See befindet sich mit dem Hotel «Baur au Lac» eine Zürcher Hotel-Institution mit eigenem, traditionellem Weinhandel.

Chef-Sommelier des Hauses ist Marc Almert, seines Zeichen ​​ASI Best Sommelier of the World 2019 sowie Falstaff-Sommelier des Jahres 2020. Almert liest seiner exklusiven Klientel die Weinwünsche quasi von den Lippen ab. So wird auch ein Menu im zum Haus gehörenden Zwei-Sterne-Restaurant «Au Pavillon» mit den korrespondierenden Weinen des Sommelier-Weltmeisters zu einem einzigartigen Erlebnis.

Ebenfalls legendär ist zweifelsohne die «Wystube Isebähnli» in der Altstadt. Seit 2008 führt Yücel Ersan das mehr als 200 Jahre alte Lokal und hat es zu einem wahren Mekka für Freunde exklusiver Weine in Zürich gemacht.

Die ständig wachsende Selektion ist nicht nur für Zürcher, sondern auch für weltweite Massstäbe spektakulär. Wünsche bleiben bei den Schätzen im Keller nur selten offen, dennoch sucht Yücel Ersan auf Gästewunsch auch nach ganz spezifischen Raritäten auf dem Sekundärmarkt.

Seit einiger Zeit bietet er einige seiner Preziosen gar als Raritätenhändler online an. Ein Blick auf die Website zaubert auch dem abgebrühtesten Raritätentrinker ein Lächeln auf das Gesicht.

in der «Wystube Isebähnli» bleiben keine Weinwünsche offen

© Wystube Isebähnli

Die neue Welle

Neben der blühenden Exklusivweinszene Zürichs gibt es natürlich unzählige bodenständige Weinorte in der Stadt – etwa eröffnete das Handelshaus Schuler kürzlich im Puls 5 einen Ableger im trendigen Zürich West.

Auch eine neue, junge Weinszene ist in den letzten Jahren in Zürich aktiv geworden. An vorderster Stelle mit dabei ist etwa die «Gamper Bar», die sich auf handwerklich und natürlich hergestellte Weine spezialisiert hat. Innert weniger Jahre ist der Ort zu einer der ersten Anlaufstellen für Naturweintrinker geworden.

Nicht nur die Vielfalt an Weinorten und das Verhalten der exklusivtrinkenden Banker hat sich in der Zürcher Weinszene verändert. Während vor wenigen Jahren noch kaum Zürcher oder Schweizer Weine angepriesen wurden, sind sie heute ein wichtiger Bestandteil der meisten Weinkarten in der Stadt.

Zu den Vorreitern in dieser Hinsicht gehört die Wirtschaft «Neumarkt», die mit einer grossen Auswahl und gereiften Schweizer Weinen überrascht. Das Lokal war das erste offizielle Partnerrestaurant der Vereinigung Mémoire des Vins Suisses, der Schatzkammer des Schweizer Weins. So werden im «Neumarkt» stets trinkreife Schweizer Spitzenweine angeboten, jedoch auch erstklassige Tropfen internationaler Herkunft.

Schweizer Schatzkarte

Einen noch radikaleren Weg beschreitet das Restaurant «Rechberg 1837», das komplett auf Schweizer Weine setzt. In der Küche des jungen Teams kommen nur Schweizer Produkte zum Einsatz, die bereits bei der Erbauung des Lokals 1837 erhältlich waren.

Der rein Schweizer Weinkeller ist insofern ein logischer Schritt. Auf der «Schatzcharte», einer geheimen, zusätzlichen Weinkarte, finden sich rund 300 Schweizer Weinraritäten, die man nur selten ins Glas bekommt.

Zürich ist ein Paradies für Weinliebhaber mit den unterschiedlichsten Interessen – egal, ob Alltags-, Natur- oder Exklusivwein, die Gastronomen der Limmatstadt halten für jeden etwas bereit. Als Weinliebhaber kommt man aber nicht nur um das Stadtzentrum, sondern auch um den Vorort Opfikon nicht herum.

Mit 4.270 Positionen und über 46.500 Flaschen befindet sich im Restaurant «Wunderbrunnen» einer der grössten Restaurantkeller der Schweiz. Darüber hinaus stehen
130 Weine im Offenausschank und mehr als 800 Grossformate zur Wahl.

Entstanden ist der Keller aus der privaten Sammlung des Unternehmers und Restaurantinhabers Roger Hirzel. Nach über 30-jähriger Sammlertätigkeit entschloss er sich, seine Schätze im «Wunderbrunnen» der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und anzubieten.

Ein Glück – für die Zürcherinnen und Zürcher und genauso für die Gäste in der Limmatstadt.

Die neuste Vinothek des Weinhandelshauses Schuler befindet sich im Plus 5 in Zürich West

© erik.schroeter@photography


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