Die Sieger der Falstaff Burgunder Trophy 2018

Es war richtig knapp! Bei der Burgunder Trophy 2018 kam es oft zum Stechen zwischen Gleichplazierten.

© Josef Siffert

Es war richtig knapp! Bei der Burgunder Trophy 2018 kam es oft zum Stechen zwischen Gleichplazierten.

© Josef Siffert

Seit nunmehr 2004 führt das Falstaff-Magazin in Zusammenarbeit mit »Wein Burgenland« die Falstaff Burgunder Trophy durch. Thema sind burgenländische Weißweine der Burgundersortengruppe sowie Neuburger. Dabei werden die besten Weine in folgenden Kategorien gesucht: klassisch ausgebaute Weine, ein Jahr in Fass und Flasche geschulte Premium-Weine und Reserven, für zumindest drei Jahre gereifte Weine – im heurigen Fall der Jahrgang 2014 oder älter. Auch 2018 erfreute sich der Wettbewerb regen Zu-spruchs seitens der Weingüter, insgesamt waren 242 Weine zur Bewertung eingereicht, zwölf der begehrten Trophys wurden schließlich von der Jury vergeben.

Die größte Sortengruppe war einmal mehr die der Rebsorte Chardonnay, aus der über alle Reifekategorien 104 Bewerber kamen, 60 Weine stellte der Weißburgunder, 20 Weine die Sorte Grauburgunder, 18 der Neuburger, 36 waren Leithaberg-DAC-Weine und vier weiße Burgunder-Cuvées. Dabei ist auch anzumerken, dass das Gros der Weine mit 170 Mustern dem aktuellen Jahrgang 2017 zuzurechnen ist, 56 kamen aus 2016. Nur ganze 16 Weine wurden für die Reserve Trophy präsentiert. Das sind die Nachwirkungen des mengenmäßig sehr schwierigen Jahres 2016 mit seiner Spätfrostproblematik, das die Lagerbestände der burgenländischen Weißweine schnell dahinschmelzen ließ.

Bei der Trophy des Vorjahres wurden fast ein Viertel weniger Weine eingereicht, in der Jungwein-Kategorie waren es damals weniger als 100 Weine. Im Jahrgang 2017 erfreute man sich mit einem stattlichen Plus von 28 Prozent gegenüber dem Fünfjahresschnitt über einen deutlichen Mengenzuwachs, die Weine verfügten über reife Frucht und harmonische Säurewerte, ließen also auch seitens der Qualität das Beste hoffen, was sich nun in der großen Falstaff-Probe im Bereich der weißen Burgunder eindeutig bestätigt hat.

Regina und Günter Triebaumer aus Rust holten die Trophy mit Chardonnay Geyerumriss 2017.
Regina und Günter Triebaumer aus Rust holten die Trophy mit Chardonnay Geyerumriss 2017.

© Steve Haider

Klassik-Kategorie Dominierte

Rund ein Achtel der gesamten burgenlän­dischen Rebflächen ist mit weißen Burgundersorten bepflanzt, sie stellen also einen nicht zu unterschätzenden Teil der Jahresweinproduktion des Burgenlands dar. Historisch betrachtet ist der Grauburgunder am bedeutendsten, weil wahrscheinlich am längsten im Land kultiviert. Er wurde von den Zisterzienser-Mönchen ins Land gebracht, die sich um die Weinkultur entsprechend verdient gemacht haben. Aber auch der Weißburgunder hat eine lange Geschichte im Burgenland. In den vergangenen Jahren stand allerdings der Chardonnay am höchsten in der Gunst der Winzer und Weinfreunde, obwohl er erst seit einigen Dekaden offiziell im Burgenland heimisch geworden ist. Klarerweise war daher die Trophy der Kategorie Chardonnay Klassik 2017 die am meisten umkämpfte.

Immer dort, wo nach der Vorverkostung Punktegleichstand an der Spitze war, wurden die Finalisten nochmals blind in Rangziffernmethode bewertet. So wurde es auch bei dieser Gruppe gemacht, wo drei Weine mit 92 Punkten gleichauf an der Spitze lagen. Das bessere Ende hatten schließlich Günter und Regina Triebaumer aus Rust mit Chardonnay Geyerumriss 2017 für sich und holten damit den ersten Platz und die Trophy für Chardonnay Klassik. Punktegleich folgten auf den Rängen zwei und drei Andi Koll­wentz aus Großhöflein mit Chardonnay Leithakalk 2017 sowie Georg Seiler aus Rust mit Chardonnay Ried Rieglband 2017.

Georg Prieler aus Schützen am Gebirge erzeugt stoffige weiße Leithaberg-DAC-Weine.
Georg Prieler aus Schützen am Gebirge erzeugt stoffige weiße Leithaberg-DAC-Weine.

© Sabine Jackson

In der zweitgrößten Sortengruppe des Weißburgunders oder Pinot Blanc ­wiederholte sich das Stechen unter den Bestplatzierten. Hier holt sich Georg Prieler aus Schützen am Gebirge mit Pinot Blanc Ried Seeberg 2017 die Trophy, Andreas ­Liegenfeld aus Donnerskirchen mit Pinot Blanc Ried Bergweingarten 2017 belegt den zweiten Rang und Andreas Gsellmann aus Gols mit Weißburgunder 2017 den ­dritten Platz. In der Jungweinkategorie wurden noch zwei weitere Trophys von der Jury vergeben: und zwar an Andreas ­Gsellmann aus Gols für den besten Grauburgunder 2017 sowie an Kurt Feiler vom Weingut Feiler-Artinger aus Rust mit Neuburger 2017.

Gut gereift und bereits zugänglich präsentierten sich die Vertreter des schon rar gewordenen Jahrgangs 2016. Elegant und ausgewogen waren die besten Chardonnays: Albert Gesellmann aus Deutschkreutz mit Chardonnay Steinriegel 2016 holte sich diese Trophy nicht zum ersten Mal, knapp dahinter Andi Kollwentz aus Großhöflein mit Ried Neusatz 2016 und schließlich Artisan Wines aus Halbturn mit Artisan Halbturn White 2016 auf dem dritten Rang.

Das Ergebnis bei den Weißburgundern aus 2016 sieht folgendermaßen aus: Andreas Gsellmann aus Gols mit Pannobile Weißburgunder Goldberg 2016 holt die Trophy, der Routinier Erwin Tinhof aus Eisenstadt mit Weißburgunder Ried Golden Erd 2016 den zweiten Rang und Gernot Leitner aus Gols mit Pannobile Ried Salzberg 2016 die Bronzemedaille. Aus 2016 vergab die Jury auch eine Trophy an eine Burgunder-Cuvée von besonderer Güte: nämlich Gustav 2016 vom Weingut Feiler-Artinger aus Rust.

Die Trophy für Grauburgunder 2016 ging ebenfalls in die Freistadt Rust, die Siegerin hieß Heidi Schröck. Die Auszeichnung für den besten Neuburger ging hochverdient an den Eisenstädter Erwin Tinhof mit Neuburger Ried Golden Erd 2016 – dem Winzer ist diese vom Verschwinden bedrohte österreichische Spezialität eine besondere Herzensangelegenheit. In der Kategorie Leithaberg DAC mit Riedenbezeichnung wurden sowohl Anita und Hans Nittnaus aus Gols mit Chardonnay Leithaberg DAC Joiser Freudshofer 2016 also auch Georg Prieler aus Schützen am Gebirge mit Pinot Blanc ­Leithaberg DAC Haidsatz mit einer Falstaff Trophy prämiert.

Den Abschluss bildete die exklusive, leider stets nur von einem kleinen Starterfeld frequentierte Reserve Trophy. Hier war Andi Kollwentz aus Großhöflein mit Chardonnay Gloria 2013 erfolgreich und fügte nun diese Weißwein Reserve Trophy der erst im Herbst 2017 errungenen Falstaff Rotwein Reserve Trophy hinzu. Einmal mehr unterstrich Kollwentz damit sein großes Können auf eindrucksvolle Weise. Den zweiten und dritten Platz holten sich Toni Hartl aus Reisenberg mit Chardonnay Thenau 2014 und Markus Altenburger aus Jois mit Reserve Neuburger 21 aus dem Jahrgang 2012.

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ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 06/2018
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