Die Fashion Ikone Hannah Strafford-Taylor im Exklusiv-Interview

LIVING traf Fashion-Ikone Hannah Strafford-Taylor zum Shooting in ihrem Londoner Apartment. Outfit: Vampire‘s Wife. Schuhe: Manolo Blahnik instagram.com/hannahstraffordtaylor/

© Ian Gavan

LIVING traf Fashion-Ikone Hannah Strafford-Taylor zum Shooting in ihrem Londoner Apartment. Outfit: Vampire‘s Wife. Schuhe: Manolo Blahnik instagram.com/hannahstraffordtaylor/

© Ian Gavan

Ganz klar: Keinen Instagram-Account in der vorwärts preschenden Social-Media-Welt zu betreiben ist heute ein absolutes No-Go. Sei es, um die eigene Marke zu stärken, ein Produkt zu promoten, um Eitelkeiten zu be­friedigen, Idolen nachzujagen, desperaten Housewives endlich eine Beschäftigung zu geben, die Welt der Stars einzusaugen, zu connecten oder einfach nur, weil man eben ein Mitglied der Community sein will. Man giert nach Followern, und wenn Instagram wieder einmal launig den Algorithmus ändert, verschlägt es einem die gute Laune und der Tag ist geschmissen. Dass es dem Insta-Star Hannah Strafford-Taylor, 39, auch hin und wieder so geht, darf vermutet werden. Dennoch hat es die fashionable Britin innerhalb von gerade einmal drei Jahren geschafft, auf beachtliche 196.000 Follower zu kommen – dank charmant inszenierter Fashion-Shootings mit ihren Töchtern Winter und Soleil sowie eines weiten Spektrums ­aus dem gehobenen Lifestyle-Kosmos.

Hannah erzählt Geschichten. Darum geht es auf Instagram. Geschichten aus ihrer Welt, die ausnahmslos mit ihrem persönlichen Geschmack verbunden sind. Betritt man ihr gemütlich gestyltes Apartment in Central London, versteht man, warum die Marke Hannah Strafford-Taylor so gut funktioniert. Neben ihrem sonnigen, natürlichen Naturell, das entwaffnet, überzeugt das ehemalige Topmodel mit Stil und ihrer Liebe zu Details. Der LIVING-Talk über Follower, Voyeurismus, Decor und Ideale.

»Kontakte und Kooperationen sind wichtig, um auf Instagram zu reüssieren. Reposts von erfolgreichen Brands und Unternehmen haben mich in kürzester Zeit stark wachsen lassen.«
Hannah Strafford-Taylor über ihren Erfolg auf Instagram

LIVING: Hannah, innerhalb von nur drei Jahren haben Sie mit Ihrem Instagram-Account knappe 200.000 Follower erreicht. Wie ist das möglich?
Hannah Strafford-Taylor: Gute Kontakte, Durchhaltevermögen und viele Kooperationen sind sehr wichtig für ein schnelles Fortkommen auf Instagram. Dank meines ehemaligen Modeljobs kannte ich viele Leute, etwa beim Online-Lifestyle-Magazin Sherlock, die sehr oft Reposts von meinen Bildern gemacht haben. Dann kam @liketoknow.it dazu, mit drei Millionen Followern am US-Markt – und mein Account explodierte schlicht und einfach. Es waren die Reposts von großen Brands und Unternehmen, die mich in kurzer Zeit rasant wachsen haben lassen.

Was hat Sie dazu veranlasst, mit Instagram zu starten?
Als mein Vater vor fünf Jahren verstarb, war ich unglaublich traurig. Wir lebten am Land und ich hatte meine erste Tochter Soleil. Ich wollte ständig Fotos von ihr machen und ihr Heranwachsen dokumentieren. Da hatte ich einen Personal Account und gerade einmal 1000 Follower. Ich habe eher nur privat gepostet und auch nicht auf meinen Zuwachs geachtet. Vor drei Jahren, als unter anderem Net-a-Porter und Selfridges auf mich aufmerksam wurden, hat alles begonnen.

Wie wichtig ist es, einen Instagram-Account zu betreiben, um mit einem Produkt, Brand oder einer Firma erfolgreich zu sein? 
Es hat sich in den letzten fünf bis sechs Jahren bei Instagram sehr viel verändert. Einer meiner besten Freunde ist Stylist in Los Angeles, und der sagt mir, dass man in seiner Branche ohne Instagram zu keinen guten Aufträgen mehr kommt. Jeder Kunde achtet akribisch auf die Anzahl der Follower und entscheidet dann. Ich denke, dass diese Instagram-Craziness sehr wohl von der jeweiligen Branche abhängt. Im Lifestyle-Bereich geht es jedenfalls nicht ohne.

Ist Instagram im Social-Media-Bereich nach wie vor die Zukunft oder wird sich dieser Hype wieder relativieren? 
Das könnte durchaus sein. Sein Privatleben mit Fotos öffentlich zu machen ist nicht jedermanns Sache. Das muss man wollen, man gibt viel von sich preis. Die nächste Generation könnte das durchaus auch ablehnen.

Worin liegt die Macht von Instagram?
Im Voyeurismus, der die Menschen süchtig macht. Man wird transparent. Man hat Zugang zu internationalem Lifestyle, von dem man so detailliert keine Ahnung hätte ohne den Fotos. Jeder Account erzählt Geschichten, die den Follower in eine -andere Welt katapultieren und träumen -lassen. Es geht einfach nicht ohne.

»Die Macht von Instagram ist der Voyeurismus, der die Menschen süchtig macht. Man sieht Fotos, die Geschichten erzählen, die Postings eröffnen dem Follower eine andere Welt.« 
Hannah Strafford-Taylor über die Power von Instagram

Ist es dann nicht riskant, auch Fotos von den Kinder zu posten?
Sie haben völlig recht. Ich kämpfe damit jeden Tag und versuche, sie immer weniger mit auf den Fotos zu haben. Solange sie noch so klein sind, funktioniert es, da sie sich noch optisch sehr verändern. Aber irgendwann ist das natürlich nicht mehr möglich.

Wie relaxt sieht Ihr Ehemann den permanenten »Foto-Shoot-Wahnsinn«? 
Oh my God (lacht). Dieses Thema ist mir gut bekannt. Mein Mann Ian hat sich mittler­weile daran gewöhnt. Zu Beginn hat er oft genug geflucht, dass der Druck, ständig neue Fotos zu machen, unser Privatleben beeinflusst. Kein Urlaub ohne Instagram-Fotos. Aber nachdem ich mit den Kooperationen ein gutes Einkommen habe, ist er eher stolz auf mich.

Wollen Sie Ihre Marke in der Zukunft noch weiter ausbauen? 
Ich könnte mir gut eine Bikini-Linie vorstellen. Meine Urlaubsfotos vom Strand gehen immer besonders gut. Das ist viel Arbeit, und ich weiß nicht, ob ich das neben den Kindern schaffe. Ich habe keine Nanny, meine Mutter hilft mir mit den Mädchen. Wir werden sehen.

Wie würden Sie Ihren Lifestyle beschreiben? 
Ich bin nicht wirklich ein moderner Mensch, ich sehe mich eher romantisch. Ich bin eine sehr geerdete Person, ein totaler Familienmensch. Meine Welt ist meine Familie, meine Kinder. Mein größtes Anliegen ist es, eine wunderbare Mutter zu sein.

Alle lieben Hanna

Damit die zweifache Mom den Tag gut über die Runden bringt, läutet um 6 Uhr Früh der Wecker. Meditation ist genau dann angesagt, wenn Gatte Ian und die Töchter Soleil (8) und Winter (2) noch schlafen. Sport? Zeit für sich? »Nein, für so etwas habe ich keine ruhige Minute«, so die Power-Lady, die jedes ihrer kommentierten Postings selbst beantwortet.

ERSCHIENEN IN

LIVING Nr. 03/2019
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