Die Weingärten auf dem Leithaberg liegen eingebettet zwischen Wäldern und dem nahen Neusiedler See
Die Weingärten auf dem Leithaberg liegen eingebettet zwischen Wäldern und dem nahen Neusiedler See / Foto: Steve Haider

Die Lage zwischen dem größten Steppensee Europas und den sanften Hügeln des ­Leithagebirges machen diese Region einzigartig. Die ­malerische Gegend westlich des Neusiedler Sees gehört nicht nur zu den schönsten Kulturlandschaften Österreichs, sondern verfügt auch über ganz spezielle ­klimatische Bedingungen. Die DAC-Region Leithaberg umfasst die Ortschaften Jois, Winden, Breitenbrunn, Purbach, Donners­kirchen und Schützen sowie die Freistadt ­Eisenstadt mit ihren Stadtteilen Kleinhöflein und St. Georgen und die umliegenden ­Gemeinden Leithaprodersdorf, Großhöflein, Wulkaprodersdorf, Siegendorf, Zagersdorf, Sankt Margarethen, Oslip, Oggau und Mörbisch am See. Ausschlaggebend bei der Auswahl der Mitgliedsgemeinden war vor allem die geologische Einheit – der hohe Anteil von Schiefer und Muschelkalk in den Böden ihrer Rieden war dabei das entscheidende Beurteilungsmerkmal. Diese Zusammensetzung der Böden ist der größte Schatz, den die Region Leithaberg ihren Winzern bietet. Gemeinsam mit dem Kleinklima und den in Jahrhunder­ten entwickelten Kultivierungsmethoden ­sorgen sie für ein Terroir, das in dieser Besonderheit andernorts kaum zu finden ist.

Region mit idealem Klima
Das Klima ist stark geprägt durch den pannonischen Einfluss, der Frühling ist mild und hält früher Einzug als in anderen Gebieten. Auch der Neusiedler See verhindert durch seinen regulierenden Einfluss auf das Wetter die gefürchteten Spätfroste im Frühling. Dem Frühling folgt ein heißer, trockener Sommer. Bei den wenigen sommerlichen Regenfällen handelt es sich meist um heftige Gewitter. Für Kühlung und langsames Ausreifen der Trauben in heißen Sommern sorgen zusätzlich die kühlen Strömungen, die vom Leithagebirge kommen. Die große Waldfläche in den höheren Regionen des Leithabergs bildet einen Schutz gegen die herabfallenden kalten Nordwestwinde. Von der Ostseite her mildert die große Wasserfläche des Neusiedler Sees kalte Herbstnächte ab. Das milde pannonische Klima und lange Sonnentage am Neusiedler See ermöglichen ein langes Ausreifen der Trauben, während die kühlen Nächte für eine intensive Aromenbildung sorgen. Auf diese Weise entstehen keine üppigen Weine mit hohem Zuckergehalt und Alkoholwerten. Im Gegenteil: Hier können sehr extraktreiche und komplexe Weine mit einem feinen Geflecht aus Frucht­aromen, Säure, Mineralik und engmaschiger Tanninstruktur gewonnen werden.

Leithaberg DAC - Österreichischer Qualitätswein
Per Verordnung dürfen seit dem 1. September 2010 regionaltypische Qualitätsweine ­unter der Bezeichnung Leithaberg DAC vermarktet werden. Erstmals gibt es damit in ­diesem Gebiet sowohl einen regionaltypischen Weißwein als auch einen regional­typischen Rotwein. Durch Leithaberg DAC wird

Der Leithaberg DAC rot wird ausschließlich aus der ­Rebsorte Blaufränkisch erzeugt
Der Leithaberg DAC rot wird ausschließlich aus der ­Rebsorte Blaufränkisch erzeugt

eine klare und wiedererkennbare Stilis­tik für die Weine vom Leithagebirge definiert und in ­weiterer Folge deren Bekanntheitsgrad erhöht. In Summe hat sich schon jetzt das Image des gesamten Weinbau­gebiets deutlich verbessert. Wie auch alle ­anderen DACs ­unterliegt Lei­tha­berg DAC den allgemeinen Anforderungen für öster­reichische Qualitätsweine. Zusätzlich darf Leitha­berg DAC weiß ausschließlich aus den Rebsorten Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay und/oder Neuburger vinifiziert werden. Somit kann der Leithaberg DAC weiß ein sortenreiner Weißwein aus einer der angegebenen Rebsorten oder ein Verschnitt aus zwei oder mehreren der genannten ­Sorten sein. Der Leithaberg DAC rot muss hingegen aus der Rebsorte Blaufränkisch ­gekeltert ­werden. Beide Stile sind trocken und von typischer Mineralik geprägt.

Komplexität, Finesse und Eleganz
Leithaberg DAC soll für langlebige Weine mit großem Entwicklungspotenzial stehen, für Weine, die innere Spannung und Lebendigkeit aufweisen, die engmaschig und vielschichtig sind und nicht bereits beim ers­ten Schluck alle Facetten preisgeben. Der Ausbau auf der Spon­tanhefe verleiht den Weinen zusätzliche Komplexität und lässt Kreszenzen mit Länge, Mineralik, Ausdrucks­stärke, ­Finesse und Eleganz entstehen. Leitha­berg-DAC-Weine sollen strukturierte Tropfen sein, bei denen nicht das Holz, sondern der Boden den Ausschlag gibt. Mit ihnen strebt man ­einen bewussten Gegensatz zum soge­nann­ten internationalen Weinstil an: Holz­lastig­keit und üppige Schwere sind ebenso verpönt wie vordergründige Fruchtigkeit oder zu viel Buttrigkeit. Um das zu gewähr­leisten, hat man sich auf eine Begrenzung des Alkohol­volumens von 12,5 bis 13,5 Prozent geeinigt. Die Rotweine sind von Mineralik, Eleganz, tiefgründiger Würze und dichter Tannin­struktur geprägt.

Die Zusammensetzung der Böden ist das Kapital der Region Leithaberg
Die Zusammensetzung der Böden ist das Kapital der Region Leithaberg


Die Zusammensetzung der Böden ist das Kapital der Region Leithaberg

Qualität und Stil
Dass die Weine diese hohen Anforderungen nicht nur auf dem Papier erfüllen, dafür sorgt eine gut geschulte Ver­kos­tungskommission, die jeden einzelnen Wein dahin gehend prüft, dass er nicht nur quali­tativ, ­sondern auch stilistisch entspricht. So pflegt man eine Ausbauart, die sich auf die Tradi­tion besinnt, dem Wein im Fass und in der Flasche Zeit zu geben. Auf diese Weise ­bekommt man Weine, die harmonisch und deutlich vom Terroir geprägt sind. Das hat auch die aktuelle Probe der Rotweine aus dem Jahrgang 2010 gezeigt, die nun seit September auf dem Markt sind. Die Ergebnisse der Probe finden Sie auf www.falstaff.at.

Zu den Verkostungsnotizen

Weitere Informationen auf www.leithaberg.at


Von Peter Moser
Aus Falstaff Nr. 07/2012

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