Der perfekte Barhocker

»Porto Bar« im Hotel »Triest«, in Wien. Design des Architekturbüros »BEHF«

© Rupert Steiner

»Porto Bar« im Hotel »Triest«, in Wien. Design des Architekturbüros »BEHF«

© Rupert Steiner

Um die zentrale Botschaft gleich an den Beginn dieses Textes zu schieben: Polstermöbel sind massiv im ­Kommen, gleich ob zu Hause oder unterwegs. Es darf – nein soll – wieder gemütlich sein, und das auch in den Bars, den Experimentierfeldern der Jetztzeit. Gepolsterte Barhocker, gerne kombiniert mit Messing, wirken extravagant und edel zugleich. Velours ist ein weiteres Material, zu dem immer lieber gegriffen wird. Der schnörkellos-cleane Holz- oder Metall-Look ist natürlich auch nicht ­verkehrt, wie immer gilt: Es muss zum ­Konzept passen.

Auf Augenhöhe mit dem Barkeeper

Beispiel: die Bar des Hotels »Triest« in Wien, die »Porto Bar«. Stephan Ferenczy, Architekt BEHF, leitet ein: »Im ›Triest‹ ging es darum, eine typische Triestiner Caffé Bar zu gestalten, also eine weniger elegante als urban-transitorische Bar.« Das passt auch zum ­aktuellen Trend, Hotelbars nach außen hin zu öffnen. Die Glasfronten des Raums etwa können bei gutem Wetter geöffnet ­werden. Aber zurück zu den Barhockern. Zum Einsatz kam das Modell »High Stool« der Firma »Mater« – Buchenholz dunkel gebeizt mit schwarzem Leder bezogen. ­Ferenczy über die Design-Philosophie: »Ein Platz an der Bar bietet die Möglichkeit, mit wenig Zeit ein Getränk zu konsumieren, ein Gespräch zu führen oder einfach für sich innezuhalten. Man sollte an der Bar ­stehen können und mit dem Barkeeper auf Augenhöhe sein. Auch im Sitzen.

Der »Barstool 16« von »Very Wood« kann online konfiguriert werden.

© Foto beigestellt

Der Barkeeper wird sich nicht hinsetzen, also begibt sich der Gast auf die gleiche Höhe. So begründet sich der Barhocker.« Auch das soziale Wechselspiel im Raum bzw. mit den anderen Gästen gilt es zu ­bedenken, wie David Schober vom Wiener »Kleinod« betont: »Unsere Barhocker haben keine Rückenlehne, weil wir wenig Platz haben. Auf einem Hocker mit Rückenlehne interagiert man weniger mit seinem Umfeld.« Schober selbst entschied sich für klassische Modelle in dunklem Holz. »Wenn die ­Kommunikation unter den Gästen im ­Vordergrund steht und die Frequenz im Lokal sehr hoch ist, ist Flexibilität wichtig.
Wäre es eine High-End-Cocktailbar, würde ich wahrscheinlich gut gepolsterte, fix ­verschraubte Hocker anschaffen. Hier sind die Sicht auf den Arbeitsplatz und der ­Austausch mit dem Barkeeper wichtiger.«

Die »Annabell's Pop Up Bar Vienna« setzt auf Design von Maryam Yeganehfar.

© Bell&Sass

Fun follows function

Schober, der auch Mit-Eigentümer des »Kleinod Prunkstück« und des »Cocktail Salon« ist, kommt immer wieder auf die Raumdynamik zurück. Daher sollte für ihn nicht nur das Höhenverhältnis Hocker/Bar passen, der Tresen sollte – egal wie ­kreativ und maßgefertigt man arbeitet – ein Standardmaß haben. »Eine Bar sollte eine Oberkannte von 1.100 mm haben, ± 20 mm. 5 – 7 cm zu hoch – auch wenn die Höhe des Hockers passt – können einen großen Unterschied machen, weil die Bar dann ­eventuell generell zu massiv im Raum wirkt oder sich eine kleinere Person nicht gut anlehnen kann.«

Dekorativ und Praktisch

Als reine Requisite im Raum – oder gar Relikt – betrachtet keiner der Experten das Möbelstück. Maryam Yeganehfar, ­Interior-Designerin der Pop Up-Bar »Annabel’s« ­richtet auch Events aus und liebt Barhocker aus gutem Grund: »Sie sind dekorativ und praktisch. Barhocker sind im Vergleich günstiger als andere Sitzmöbel und brauchen weniger Platz.« Wer jetzt das große Sessel­rücken plant und shoppen gehen möchte, sollte neben den Gastroausstattern unbedingt auch die Endverbraucher-Onlineshops wie home24 oder made.com durchstöbern. Die Preise sind hier nicht unbedingt höher und wie eingangs abgesteckt: es darf wieder gemütlicher werden. Fun follows function – auch schön kann praktisch sein.

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Falstaff Profi Magazin 01/2019
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