Die Falstaff Gourmetclubmitglieder haben entschieden: 100 Punkte für Roland Trettl (2. v. r.) und sein Team vom »Ikarus« im Salzburger Hangar-7
Die Falstaff Gourmetclubmitglieder haben entschieden: 100 Punkte für Roland Trettl (2. v. r.) und sein Team vom »Ikarus« im Salzburger Hangar-7 / Foto: Helge Kirchberger/Red Bull Hangar-7

Die Menge wächst von Jahr zu Jahr. Waren es im ersten Guide im Jahre 2005 noch rund 40.000 Votings, so sind es heuer – sechs Jahre später – immerhin schon 190.000 Bewertungen, die von mittlerweile 16.000 Testern abgegeben wurden.

Dies zeigt einmal mehr, wie sehr sich das Konzept bewährt hat: Nicht einige wenige Auserwählte sind es, die über die Qualität österreichischer Restaurants und das Können von Köchen urteilen, sondern eine repräsentative Zahl an Gästen, deren Urteil allein schon durch die ungeheure Menge an Votings eine Relevanz erreicht hat, die in Österreich ihresgleichen sucht.

Der Falstaff Restaurantguide überrascht 2011 mit einer herausragenden Neuerung. »Wir bieten dem Leser optimale Orientierung. Zum einen durch die 190.000 Bewertungen und durch den direkten Vergleich dazu, wie viele Punkte oder Hauben diesem Restaurant unsere Mitbewerber-Guides 'A la Carte' und 'Gault Millau' gegeben haben«, so Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam.

Die Gesamtsieger
Was die Gesamtsieger betrifft, so kann der Falstaff Restaurantguide heuer mit einem echten Novum aufwarten: Noch nie wurden bisher 100 Punkte als Maximalwertung vergeben. Doch heuer haben die Votings der Gäs­te in zwei Fällen eindeutig zu der magischen 100-Punkte-Auszeichnung geführt: Das »Steirereck« in Wien und das »Ikarus« in Salzburg haben in allen Bereichen – also Küche, Service, Wein und Ambiente – jeweils das Maximum an Punkten erhalten.

Was 100 Punkte bedeuten können, lässt sich an einem Beispiel aus der internationalen Weinwelt am besten verdeutlichen. Robert Parker, der bekannteste Wein­tester der Welt, vergibt schon seit Jahren für die Bes­ten der Besten unter den internationalen Top-Weinen das Maximum von 100 Punkten. 100-Punkte-Weine sind eine eigene Größe. Ein Wein in diesen Sphären hat nicht nur einen hohen Marktwert, sondern eine solche Auszeichnung flößt auch Ehrfurcht ein. Einen 100-Punk­te-Wein trinkt man mit einem ganz anderen Gefühl, so etwas erzeugt automatisch Respekt vor dem Superlativ.

Das »Steirereck«
Die beiden 100-Punkte-Wertungen im neuen Guide sind jedenfalls nachvollziehbar. Das »Steirereck« – seit Jahren Seriensieger – hat sein Gesamtangebot kontinuierlich perfektioniert. Verblüffend ist vor allem der völlig eigenständige Küchenstil von Küchenchef Heinz Reitbauer junior. Er lässt sich nicht von Moden beeinflussen, versucht nicht zu kopieren und hechelt nicht internationalen Trends hinterher. Seine Handschrift ist un­verkennbar, sein Gespür für die richtige Mischung aus Kreativität, Geradlinigkeit und technischer Perfektion einfach brillant. Mit Birgit Reitbauer wiederum hat das Res­taurant eine Frau an der Spitze, deren Einsatz und Feingefühl im Umgang mit den Gäs­ten längst legendär sind. Das sehen nicht nur die Falstaff-Mitglieder so, die charmante Patronne wurde Ende des Vorjahres unter 500 der weltweit exklusivsten »Relais & Châ­teaux«-Restaurants und -Hotels zur »­Besten Gastgeberin« gewählt und erhielt ­dafür die Trophy »Woman of the Year«.

»Ikarus« im Hangar-7
Das zweite 100-Punkte-Restaurant ist grundlegend anders. Im »Ikarus« im Hangar-7 wird seit Jahren ein ganz besonders ausgefallenes Konzept verwirklicht: Jeden Monat kocht ein anderer internationaler Spitzenkoch eine völlig andere Küche. Dem küchentechnischen Zeremonienmeister Roland Trettl gelingt dabei das Kunststück, sich auf jeden Koch perfekt einzustellen und dessen Philosophie so umzusetzen, als wäre sie seine eigene.

Trettl ist momentan ­sicher der ungewöhnlichste Küchenchef ­Österreichs. Hinzu kommt noch das Serviceteam im »Ikarus«. Unter der Leitung von Ondrej ­Kovar agiert hier eine Truppe, die sich wohl ­derzeit die beste in ganz Österreich nennen darf – Kompetenz auf Weltklasseniveau.

Silber und Bronze
Auf Rang zwei landete diesmal das »Landhaus Bacher«, wo das Zusammenspiel in der Küche von Lisl Wagner-Bacher und ihrem Schwiegersohn Thomas Dorfer inzwischen ein beeindruckendes Ausmaß an vollendeter Stilistik und Perfektion erreicht hat. Küchenleistung, Service und Weinauswahl erhielten Bestnoten. Lediglich das Ambiente verhinderte, dass das »Landhaus Bacher« in die Riege der 100-Punkte-Restaurants aufgenommen wurde.

Ex aequo auf Platz drei finden sich dann Johanna Maier, die Brüder Obauer und die »Paznauner Stube« mit Martin Sieberer am Herd. Alle drei Küchen erhielten 50 Punkte und damit das Maximum. Damit ist die Zahl an höchstbewerteten Küchen in Österreich einmal mehr gestiegen.

Aufsteiger, Absteiger und Neueinsteiger
Zu den Aufsteigern in der Liste der Top Ten gehören vor allem Andreas Döllerer und Gerhard Fuchs vom »Kreuzwirt am Pössnitzberg«. Fuchs erhielt heuer erstmals vier Gabeln und hat sich damit neuerlich steigern können. Genauso eindrucksvoll ist der Vormarsch von Andreas Döllerer, der nach 95 Punkten im Vorjahr heuer 97 erreicht hat. Das Restaurant »Döllerer« in Golling ist ­damit das fünftbeste Österreichs.

Zu den Absteigern des Jahres können die beiden ehemaligen Top-Restaurants »Meinl am Graben« oder auch das »Korso« im Hotel Bristol gezählt werden, die beide nachvollziehbar abgewertet wurden.

Als spektakulärsten Neuzugang kann das »Le Loft« im neu eröffneten Hotel Sofitel Vienna Stephansdom gewertet werden. Bemerkenswert ist ebenso das »Chef´s Table« in Strebersdorf, das unter anderem mit seinem ungewöhnlichen Konzept das Interesse weckt. Als »klein, aber sehr fein« fällt das »Martin« in der Gumpendorfer Straße in Wien, mit einer bereits außergewöhnlichen Küche auf.

Der »höchste Neueinsteiger« des Jahres ist bestimmt die »Wedelhütte«. Sie liegt auf 2350 Meter im Hochzillertal und wurde von den Falstaff-Testern auf Anhieb mit beachtlichen 89 Punkten ausgezeichnet.

Die Bundesland-Sieger im Überblieck
Wien (und Österreich-Sieger): »Steirereck im Stadtpark«
Niederösterreich: »Landhaus Bacher in Mautern«
Burgenland: »Taubenkobel in Schützen«
Steiermark: »Kreuzwirt am Pössnitzberg« in Leutschach
Oberösterreich: »Tanglberg« in Vorchdorf
Salzburg (und Österreich-Sieger): »Ikarus Hangar 7«
Kärnten: »Wulfenia« in Hermagor
Tirol: »Paznauner Stube Trofana Royal« in Ischgl
Vorarlberg: »Griggeler Stuba« in Lech



Die Kategorie-Sieger im Überblick

Design: »Fux Euroasia« in Lech
Mediterran: »Fabios« in Wien
Landgasthaus: »Waldschänke« in Grieskirchen
Szene: »Seerestaurant Saag« am Wörthersee
Asia: »Kim kocht« in Wien
Gutbürgerlich: »Döllerer´s Wirtshaus« in Golling

Sonderpreis für Martha und Heinz Schultz
Im Rahmen der Präsentation des neuen Falstaff Restaurantguides durch Herausgeber Wolfgang Rosam, wurden von Österreichs Mineralwasser-Marktführer Vöslauer 17 Vöslauer-Falstaff-Awards vergeben – einer davon an den »Erfolgreichsten Gastronomen«. Nach Mario Plachutta, der 2010 diesen Sonderpreis gewann, erhielten dieses Jahr die Tiroler Ausnahmeunternehmer Martha und Heinz Schultz aus dem Zillertal mit ihrer »Kristallhütte« und »Wedelhütte« diese Auszeichnung. Die Begründung: Die Geschwister Martha und Heinz Schultz setzen im Bereich der Hüttengastronomie neue Maßstäbe und zwar mit Luxus und Qualität, entfernt vom üblichen Jagatee-Flair einer Skihütte. Die Tester schätzen nicht nur Aussicht und Ambiente, sondern auch die Auswahl im »Weinbuch«, die ihresgleichen sucht.

Cover Gourmetguide 2011/Falstaff
Cover Gourmetguide 2011/Falstaff

Premiere für internationalen Guide
Ab 18. März ist der Falstaff Restaurantguide im Buch- und Zeitschriftenhandel, bei Spar-Gourmet und Wein&Co, zum Preis von € 9,99 erhältlich. Auf Basis von 190.000 Votings von 16.000 Falstaff Gourmetclubmitgliedern findet man dort rund 1.100 österreichische und 200 europäische Top-Betriebe auf gesamt 508 Seiten beschrieben. Denn erstmals gibt es auch den Falstaff Restaurantguide International mit den besten Restaurants in 22 Business-Metropolen Europas als Extra-Booklet zum Guide.

Der Falstaff Restaurantguide am Handy
Falstaff und A1 präsentieren: Über 1100 Restaurants des Falstaff Gourmetclubs sind jetzt auch über eine mobile Applikation für iPhone und Android-Handys rasch abrufbar. In Kooperation mit dem IT-Profi IQ mobile Apps entwickelt, bieten die Applikationen 1100 österreichische Restaurants mit allen Kontaktdaten, interaktiver Map und Bewertungen der Gäste. Verschiedene Suchfilter und eine Umkreissuche machen die App zu einem tollen Service für unterwegs. Binnen Sekunden findet man die besten Restaurants der Umgebung und kann sich den Weg dorthin gleich auf der Karte anzeigen lassen. Gourmetclub Mitglieder können ihre Votings bequem über die App oder wie gehabt per SMS abgeben.

Außerdem finden Sie alle Bewertungen aus dem Falstaff Restaurantguide 2011 online!

Den Falstaff Restaurantguide 2011 jetzt bestellen!


Text von Herbert Hacker (aus Falstaff Nr. 2/2011), top


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