Der erste Wein der St. Georgener Rebe ist da

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Es war lange Zeit ein wahres Mysterium, welche die zweite Elternrebe des Grünen Veltliners sein könnte. Der Traminer stand als ein Elternteil schon lange fest, doch die genetische Mutter blieb bis zum Jahr 2006 unbekannt. Michael Leberl aus St. Georgen ist es zu verdanken, dass das wohl größte Rätsel der österreichischen Weinbaugeschichte gelöst werden konnte. Er entdeckte in der historischen und mittlerweile verwaldeten Riede Viehtrift in St. Georgen am Leithagebirge, die seit 1580 nicht mehr als Weingarten in den Katastern geführt wird, wild wachsenden Wein. Von mehreren alten Reben hat nur diese einzige, rund 500 Jahre alte, Pflanze alle Wetterunbilden und auch die Reblauskatastrophe überlebt. Akribische Untersuchungen des Forschungsinstituts der Weinbauschule Klosterneuburg bestätigen die Elternschaft der nunmehr so genannten St. Georgener Rebe. Die Natur selbst hat eindrucksvoll dokumentiert, dass es die St. Georgener Rebe ganz offensichtlich für die Widerstandskraft und Robustheit des Grünen Veltliners verantwortlich ist. Sogar einen Zerstörungsversuch von hirnlosen Vandalen im Jahr 2011 hat die historische Rebe überlebt. Der Ur-Traminer als Stammvater steuert die aromatischen und geschmacklichen Tugenden bei.

Doch wie schmeckt nun ein reinsortiger Wein von der St. Georgener Rebe? Der ortsansässige Winzer Hans Moser sowie sein Vater Johann Moser sen. haben die Pflege und Wiederauspflanzung der Urrebe übernommen. 2012, 2013 und 2014 wurden je ca. 330 Reben in der Riede Viehtrift (terroirident und angrenzend zum Standort der Urrebe im Naturschutzgebiet) mit der Sondergenehmigung für 1.000 Reben durch das Amt der Burgenländischen Landesregierung gepflanzt. Am 29. September 2015 konnten durch selektive Handlese die ersten 481 Kilo Trauben geerntet werden. Hans Moser hat nun den ersten Wein gefüllt und Falstaff Wein-Chefredakteur Peter Moser durfte ihn als einer der Ersten verkosten:

Helles Gelbgrün, Silbereflexe. Feinfruchtiges Bukett, das Nuancen von gelbem Apfel, aber auch Honigmelone und Mango aufweist wie man sie vom Grünen Veltliner kennt. Am Gaumen balanciert, wieder feine Kernobstnuancen, eher dezente Säure, die aber auch dem warmen Standort geschuldet ist, bleibt gut haften, die Sorte verspricht auch reinsortig Einiges. Man darf also auf die kommenden Jahrgänge gespannt sein.

www.georgirebe.at

www.hans-moser.at

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