Der Beruf Butler im KARRIERE-Fokus

alexaAls renommierte Butlerschule gilt die International Butler Academy in den ­Niederlanden, die inzwischen auch eine Dependance in China eröffnet hat.

© Fernando Moleres

alexaAls renommierte Butlerschule gilt die International Butler Academy in den ­Niederlanden, die inzwischen auch eine Dependance in China eröffnet hat.

© Fernando Moleres

Durchschnittlich zwei bis drei Tage dauern seine Einsätze in der Präsidentensuite. Seine Arbeitskleidung: weiße Handschuhe, tagsüber Cut, ab 18 Uhr Frack, bei Staatsbesuchen nur Frack. Und selbst wenn der Gast nachts um vier Uhr einen Wunsch hat, erscheint Dirk Ricardo Dürner, Butler im Hotel »Adlon Kempinski Berlin«, in tadelloser Aufmachung. Die Präsidentensuiten des Fünf-Sterne-Hauses sind für ihn wie ein zweites Zuhause.

Ricardos Service ist ganz individuell auf die Wünsche der Gäste abgestimmt – einen Berufsalltag mit festgelegten Ritualen hat er nicht. Klassische Butler-Aufgaben wie Cocktailmixen und die Teezubereitung gehören zu seinem Repertoire. Darüber hinaus übernimmt er auch das »richtige« Packen des Koffers – mit Seidenpapier zwischen den Hemden und Schuhsäckchen –, den Garderobenservice, er serviert Speisen und erledigt Sekretärsaufgaben. Ricardo begleitet den Gast je nach Bedarf zu Terminen, beim Shoppen oder zum Museum, holt ihn vom Flughafen ab. Und am Morgen bügelt er die Zeitungen, damit sich die Gäste beim Umblättern ihre Hände nicht mit Druckerschwärze beschmutzen.

Dirk Ricardo Dürner ist einer der drei Butler des »Hotels Adlon Kempinski«, das seit der Wiedereröffnung 1997 einen Butler-Service für die Anmietung der Präsidentensuiten anbietet. Vornehmlich wird der Dienst von Staatsgästen und VIPs in Anspruch genommen. Eine Besonderheit beim Butler-Service ist der Rund-um-die-Uhr-Dienst. So setzt unter anderem das »Hotel Adlon Kempinski«, aber auch namhafte internationale Häuser wie das »Burj Al Arab« in Dubai, das zur Jumeirah Hotelgruppe gehört, das »Howard Johnson Plaza Nangbo« in China und das Hotel »The Plaza« in New York auf den 24-Stunden-Butler-Service.

Individuelle Betreuung: Im »Hotel Imperial Wien« wird nichts dem Zufall überlassen.

© Hotel Imperial Wien

Karrierechance Butler

Während gerade im arabischen Raum und in den USA der Trend ungehalten ist, finden wir in Europa eine konstante Nachfrage, die sich je nach Hotel, Ort und Gästebedürfnissen unterscheidet. »Langfristig abheben kann man sich vor allem durch einzigartigen Service und individuelle Betreuung«, so Mario Habicher, Generaldirektor des »Hotels ­Imperial« in Wien, der nach wie vor seit über zehn Jahren auf das Service von drei Butlern setzt. Dass es sich nicht um einen alltäglichen Beruf handelt, weiß Daniela Bruggmann, Executive Housekeeper des »Carlton Hotel St. Moritz«: »Das Dienen im Hotel als Butler oder im Privathaushalt sind zwei komplett verschiedene Arten. Der Butler im Privathaushalt ist und wird immer gefragt sein. Der Butler im Hotelbereich kann, muss aber nicht aussterben.«

Für das »Carlton Hotel St. Moritz« waren vor zehn Jahren noch acht Butler im Einsatz, nunmehr nur noch drei. Jedoch wurde im letzten Winter zu den bereits bestehenden wieder eine zusätzliche Position des »Outdoorbutlers«, die Urs Wiederkehr, der seit 30 Jahren in St. Moritz lebt, innehat, aufgestockt. Die Besonderheit bei dieser Position: »Urs kennt hier wirklich alles und jeden«, berichtet Philippe Clarinval, Hoteldirektor »Carlton Hotel St. Moritz«. »Der außergewöhnliche Service basiert auf der Ortskenntnis und dem sozialen Netzwerk.« Es geht um Insider-Tipps zu Kultur, Architektur und der Geschichte von St. Moritz und dem Hochtal. Auch auf hoher See auf Luxus-Kreuzfahrtschiffen sind Butler nach wie vor eine wichtige Konstante. Zusätzlich zur Cabin Stewardess sind beispielsweise auf der MS Europa 2 sogar fünf Butler für die Betreuung der Top-Suiten im Einsatz. Die Anzahl der sich im Einsatz befindenden Butler hat sich in den letzten Jahren auch nie geändert, weiß Daniel Gratzl von Seachefs.

Perfektion: Die Arbeit als Butler erfordert Diskretion, Geschick und Gewissenhaftigkeit.

© Hotel Imperial Wien

Der Lehrplan

Eine gute Ausbildung ist von Vorteil, jedoch sind Auftreten sowie die Einstellung zum Beruf der ausschlaggebende Erfolgsfaktor. Auf dem Lehrplan: Autos parken, Wein-, Zigarren- und Spirituosenlehre, Möbel- oder Haustierpflege. Psychologische Grundkenntnisse und Rollenspiele, wie man mit schwierigen Alltagssituationen umgeht, inklusive. Was macht man, wenn die Ehefrau den Angestellten in Beziehungsprobleme einweiht, wie wahrt man Abstand, ohne unhöflich zu sein? Der Butler ist mehr als »nur Butler«: Jede Job-Description hat ihre Besonderheiten. Denn es gilt: Der Butler sorgt für den Gast. Er organisiert, was immer der Gast sich wünscht.

Butlerakademien

Eine Auswahl der begehrtesten ­Butler-­Ausbildungen:

Artikel aus Falstaff Karriere 05/17.

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