Über 100 Jahre alt waren einzelne Bestandteile der Prestige-Weinbrände der exklusiven Häuser, deren Kreszenzen vergangene Woche im Wiener Hotel Bristol verkostet wurden. Cognac-Legende Jürgen Deibel führte in die Welt der exklusivsten Weinbrände, keiner unter 800 Euro wert. Aber man sollte die Kompositionen aus Dutzenden Destillaten nicht über den Preis definieren. »Generationen haben an dem gearbeitet, was wir heute im Glas haben«, unterstrich Deibel gegenüber ein paar Dutzend Gastronomen und Journalisten.

Nicht nur Cognac
Entsprechend ehrfürchtig erarbeitete man gemeinsam die Kostnotizen die acht Raritäten. Es fanden sich aber nicht nur Spitzenprodukte aus der Charente in der Verkostung, auch die 1952 destillierte »Johann Wolfgang von Goethe«-Reserve von Asbach und einer der neuen Player im High Premium-Segment, der armenische »Ararat Erbuni 30y« fand in die Verkostung.

Spirituelle Reise durch die Cognac-Crus

Die Grande Champagne als Herzstück des Cognac-Gebiets spielte in den darauf folgenden Abfüllungen der Maisons Courvoisier (L’Essence), Rémy Martin (Louis XIII), Frapin (Plume) und Hennessy (Paradis Impérial) eine wichtige Rolle. Die Aromen-Welt aller sechs Cognac-Herkünfte (oder »Crus«) wurden von Jürgen Deibel im Dialog mit dem auf 65 Teilnehmer limitierten Publikum erforscht. Die Veilchen-Note des Camus (Tradition), Vertreter der Region Borderies, war am Ende für fast alle klar wahrzunehmen.

Jürgen Deibel in (mit) seinem Element / Foto beigestellt

Verkostungsnotizen der beeindruckendesten Brandys:

L'Essence de Courvoisier: Brände aus zwei Jahrhunderten (1.700 Euro)
Bernstein bis Mahagoni im Glas; Toffee, Honig, getrocknete Marillen und Maiglöckerl-Duft in der Nase; Süßholz, Apfel, Karamell am Gaumen, fruchtiges, langes Finish.

Hennessy Paradis Impérial: Kein Eau-de-Vie unter 30, die ältesten sind gar 130 Jahre alt (1.250 Euro)
Mahagoni schimmert im Glas; Aromen von Tabak, Honig, Dörrobst, Datteln und floralen Noten wie Jasmin; am Gaumen Gewürznelken, Orangette und kandierte Früchte.

Louis XIII de Rémy Martin: Cuvée aus 1.200 Chargen, zum Teil über 100 Jahre alt. Nicht nur die Queen liebt ihn (1.900 Euro)
Dunkles Mahagoni; Gewürze, getrocknete Marillen, kandierte Früchte und frisches Laub in der Nase; Am Gaumen fein balanciert, zartes Holzaroma, Kaffeelikör, Tabak und Kräuter. Bleibt sehr lange haften.

(von Bernhard Degen)

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