Knapp 4000 Hektar werden von den Winzern im niederösterreichischen Kamptal bewirtschaftet. Entsprechend den neuen Bestimmungen dürfen nun sowohl Kamptal DAC Grüner Veltliner als auch Kamptal DAC Riesling vermarktet werden. Es gibt jeweils zwei Qualitätsstufen. Die klassische Stufe muss trocken mit einem limitierten Alkohol-Gehalt (12 bis 12,5 Vol.-%) ausgebaut sein und darf weder Botrytisnote noch Holzton aufweisen.

Unter der Zusatzbezeichnung »Reserve« können Weine ab 13 Vol.-% Alkohol-Gehalt deklariert werden. Diese Kategorie erfüllen trockene Weine, die zusätzlich eine »kräftige Stilistik« sowie eine »ausgeprägte Gebiets- und Sortenaromatik« aufweisen. Hier sind dezente Botrytis- und Holznoten zulässig. Die Prüfnummern für die klassischen Weine dürfen ab dem 1. Januar, die für Reserve-Weine jedoch erst ab dem 15. März des auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden. Damit sind die Bestimmungen im Großen und Ganzen mit jenen gleich lautend, die im Vorjahr für das Kremstal eingeführt wurden.

Im Unterschied zum Kremstal hat man sich im Kamptal entschieden, die Übergangsregelung für Qualitätswein mit der Herkunft Kamptal auch noch auf das Erntejahr 2009 auszudehnen, eine Schulung der amtlichen Verkoster hinsichtlich der Beurteilung des typischen Geschmacksprofils ist in der Verordnung explizit nicht vorgesehen.
Da die vorgegebenen sorten- und gebietstypischen Profile eher vage sind und aus Selbstverständlichkeiten bestehen und sich fast völlig mit jenen für das Kremstal gleichen, werden die Prüfer am Bundesamt für Weinbau damit keinerlei Probleme haben.

Für die Konsumenten bringt die neue Verordnung allerdings eher wenig, außer dass ein DAC-Wein ohne den Zusatz »Reserve« in der Regel einen Alkoholgehalt von weniger als 13 Vol.-% aufweist. Dass in beiden Gebieten auch die leichten DAC-Weine nur »trocken« ausgebaut sein müssen (also bis zu maximal 9 g Restzucker), kann man eigentlich ebenso wenig als gebietstypisch ansehen wie die Tatsache, dass bei den Reserve-Weinen, insbesondere beim Riesling bei ausgeprägten Sortencharakter auch ein zarter Holzton als herkunftstypisch angesehen wird.