Craft-Saft

Alois Gratzer hat sein erstes Bier mit 15 Jahren gebraut.

© Bernhard Bergmann

Alois Gratzer hat sein erstes Bier mit 15 Jahren gebraut.

© Bernhard Bergmann

Ein Trend, ein Hype, ein Boom – gekommen, um hoffentlich zu bleiben. Seit einiger Zeit ist Craft Beer Thema. Als Durstlöscher. Des Geschmacks wegen. Und als Gesprächsstoff. Entstanden ist der  Begriff einst, um handwerklich gebraute Biere von denen großer Konzerne abzusetzen – sie sollten eben »craft« sein, in bester Braukunst.  Also eine Rückbesinnung auf ursprüngliche,  klassische Herstellungsverfahren mit der vollen Vielfalt hochwertiger ­Zutaten. Bierkenner suchen ­Spezialitäten und schätzen Geschmacksvarianten; ­Bierbrauer experimentieren mit Hopfen­sorten und Malz in unerschöpf­lichen Kombinationen.
Der Erfolg von Craft Beer ­hatte aber eine vermutlich zu erwartende Wirkung: Die großen Konzerne, von denen man sich ursprünglich differenzieren wollte, nutzen den Trend und bringen ihrerseits Craft Beer auf den Markt, wie zum Beispiel »Craftwerk Brewing« der Bitburger Braugruppe.
Martina Feierling-Rombach, Hausbrauerei Feierling in Freiburg, sieht das positiv: »Craft Beer steht nicht für Abschottung, sondern ist eine Bereicherung der Bierszene. Eine Aufwertung handwerklich gebrauter Biere, die jetzt endlich eine ähnlich hohe Wertschätzung wie Wein bekommen.«

War und bleibt Crafted
Der Craft-Beer-Begriff schwappte von den USA nach Europa, wo viele Mikrobrauereien gerade in Deutschland und Österreich seit jeher nach dem Reinheitsgebot so brauen, wie es sich die Craft-Beer-Anhänger wünschen: in kleinen Chargen, mit besten Zutaten, rein handwerklich. Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Denn oft ist »Craft« drinnen, auch wenn es nicht auf dem ­Etikett steht.

Daten und Fakten zu Craft Beer

Craft Beer in den USA
In den USA  ist die Craft Beer Association Hüterin des Craft Beer Begriffs. Drei Kriterien sollen die Craft Breweries erfüllen: Sie sind klein, sie sind unabhängig und sie brauen »rein« mit traditionellen oder innovativen Zutaten, ohne aromatisierten Malz. Über 3.400 US-Brauereien und 46.000 »Homebrewers« sind Mitglied.
www.craftbeer.com/brewers-association

Marke Eigenbräu: Möglichkeit für - Hobby-, Party- und Auftragsbrauer
Wer eine private »Brew-it-yourself« Party bei der Privatbrauerei Rogg im Hochschwarzwald besucht, muss Gummistiefel und zehn Stunden Zeit mitbringen. Unter Aufsicht brauen bis zu fünf Personen ihr ­Traumbier. Ab 1.500 Liter können bei Rogg größere Chargen in ­Aufrag gegeben werden. www.brauerei-rogg.de

Ausbildungsmöglichkeiten zum Bierbrauer
In Deutschland kann man den 3-jährigen Lehrberuf »Brauer und Mälzer«, in Österreich den »Brau- und Getränketechniker« absolvieren. Die früher sogenannten «Brauer» werden seit 2001 in der Schweiz im neu gebildeten Berufsfeld »Lebensmitteltechnologe« ausgebildet.
www.craftwerk.de
www.lebensmitteltechnologe.ch
www.berufenet.arbeitsagentur.de
www.brauer-bund.de
www.ams.at

Shopping-Tipp: www.beerlovers.at

Artikel »Craft-Saft« aus Falstaff KARRIERE 03/16. Von Alexandra Gorsche, Viola Marguerre.


Blättern Sie auf https://www.falstaff.at/karriere/magazin/ durch die Online-Ausgabe des ersten Falstaff KARRIERE Magazins.

 

 

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