Cosmopolitan Cocktail / Foto: Pernod Ricard Austria

Herr und Frau Österreicher konsumierten im Jahr 2011 rund 38,5 Millionen Liter Spirituosen – diese und weitere Zahlen zum heimischen Spirituosenmarkt präsentierte nun Bernhard Eisheuer, Geschäftsführer von Pernod Ricard Austria, basierend auf Erfahrungswerten und Marktstudien von IWSR und IMAS (2012). Im Gegensatz zum Jahr 2010 war das Volumen erstmalig rückläufig (minus 0,7 Prozent), besonders erstaunlich war jedoch das Verhältnis zwischen importierten und lokalen Spirituosen: Österreich als Land mit einer gewachsenen Spirituosenkultur bilanzierte erneut rückläufig in punkto lokale Spirituosen (minus 2,9 Prozent). Hingegen erfreuen sich internationale Spirituosen immer größerer Beliebtheit, was zu einem Wachstum von 0,4 Prozent auf insgesamt 66 Prozent Marktanteil geführt hat.

Vodka vor Rum und Likör
Charakteristisch für Österreich ist der stark fragmentierte Spirituosenmarkt: Es gibt keine Kategorie, die dominiert. Die größten Spirituosenkategorien sind derzeit Vodka, klare Brände, Rum und Likör, wobei Vodka die klare Rolle als Wachstumstreiber inne hat und seinen Aufwärtstrend weiter fortführen wird. Nach Schätzungen der Experten wird Rum stagnieren, Gin leicht ansteigen sowie Likör verlieren. Auch Tequila bilanziert eher rückläufig.

Vier Drinks pro Woche
Hochsaison hat der Spirituosenkonsum in den Monaten Oktober bis Dezember, beginnend mit Mai bis August ist der Aperitif hoch im Kurs. Zwei Drittel der Österreicher (über 18 Jahren) konsumieren Spirituosen, 37 Prozent davon regelmäßig, im Durchschnitt in Form von vier Drinks pro Woche. Die am häufigsten genossenen Drinks sind Aperol Spritz und Cola Rum. Die beliebtesten Mischgetränke sind Cola, gefolgt von Orangensaft und Energy Drinks. Positiv erwähnenswert ist hier, dass mit einer steigenden Vielfalt an alkoholfreien Getränken, die auf den Markt kommen, auch der Spirituosengenuss belebt wird. Das Experimentierverhalten der Konsumenten hat also noch Potenzial.

Der typische Spirits-Konsument
Der typische Spirituosenkonsument ist eher männlich, jung (18-34 Jahre), entstammt einer höheren Sozialschicht und wohnt im urbanen Bereich. 44 Prozent der Männer und 30 Prozent der österreichischen Frauen konsumieren regelmäßig Spirituosen. Beinahe 60 Prozent im Alter von 18-24 Jahren, immerhin noch 45 Prozent zwischen 30-34 Jahren, jedoch »nur« mehr 23 Prozent der Sechzigjährigen. 52 Prozent der höchsten Gesellschaftsschicht aber nur 33 Prozent der niedrigsten Schicht konsumieren regelmäßig Spirituosen. Der Genuss von Spirituosen ist zudem ein urbanes »Phänomen«. 44 Prozent der Wiener Bevölkerung konsumieren regelmäßig Spirituosen, im Vergleich dazu sind es in Niederösterreich und dem Burgenland nur 28 Prozent.

LEH gewinnt an Bedeutung, Gastronomie bleibt Fixstern
Gerade in Zeiten der Rückbesinnung auf das traute Heim gewinnt der Lebensmitteleinzelhandel immer mehr an Bedeutung. Rund zwei Drittel der Spirituosen werden im Einzelhandel umgesetzt, der auch gezielt mit Preisaktionen für Spirituosen Käufer anzieht.

Ein wichtiger Absatzkanal der Spirituosenbranche ist die Gastronomie. Hier werden oft Trends gesetzt, Markenwelten verinnerlicht und nicht zuletzt bietet sie den Erlebnisfaktor zum Genuss. Derzeit sind jedoch zwei Richtungen erkennbar, von denen nur eine zukunftsweisend sein kann, um eine nachhaltige Barkultur zu etablieren. Die Herausforderung für Bars und den Ruf der gesamten Branche wird es sein, den Trend zu hochwertigen Drinks weiter zu forcieren: Weg von »All you can drink«-Parties hin zu einem gepflegten, verantwortungsvollen Genuss.

Individuelles und Klassiker
Eine Entwicklung, die in der gehobenen Gastronomie bereits erkennbar ist. Die Barkeeper sind gut geschult und bieten Cocktail-Kreationen auf dem neuesten Stand an. Sie experimentieren, bilden sich weiter und sind kreativ. Zwei konkrete Trends lassen sich derzeit festmachen: Einerseits findet eine Individualisierung bei Drinks und Cocktails statt, andererseits ist eine Rückkehr zu »Klassikern«, wie dem Ursprungsdrink »old fashioned«, festzustellen. Ersterem Trend entsprechen auch die aktuell boomenden Kombinationen aus Spirituosen und verschiedenen Tees. Zwei dieser spannenden Drinks gibt's im Anschluss zum Nachmixen.

 

Swinging Oriental / Foto: beigestellt
Swinging Oriental / Foto: beigestellt


SWINGING ORIENTAL
(von Joe McCanta, London)

5 Teile Absolut Vodka
3 Teile starker, abgekühlter Jasmintee
3 Teile Pfirsichsaft
1 Spritzer Zitronensaft
1 Spalte frischer Pfirsich
 
Alle Zutaten mischen und über Eis in ein Longdrinkglas geben. Mit einem Teil eines frischen Pfirsichs garnieren.








Swedish Astronaut / Foto: beigestellt
Swedish Astronaut / Foto: beigestellt

SWEDISH ASTRONAUT
(von Sebastian Latin, Barkeeper Grande Cocktail Bar, Wien)


4 cl Absolut Vanilia
1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
0,5 cl Zuckersirup
0,5 cl Monin Chai Sirup
4cl sehr starker, gekühlter Earl Grey, etwa von Demmers Teehaus
1 Stk. Bio-Orangenschale
 
Die Zutaten auf Eis schütteln, in eine Cocktailschale abseihen. Die Bio-Orangenschale über dem Cocktail zusammendrücken, sodass die ätherischen Öle über dem Glas herausspritzen.



www.pernod-ricard-austria.com



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