Grande annata! Was sich bereits in ersten Proben im ­Vorjahr ankündigte, hat sich nun voll bestätigt: 2006 ist ein he­rausragendes Jahr. Schönes Wetter, warme Tage und ­kühle Nächte ließen die Trauben bestens heranwachsen. Die Reife ­verlief ­langsam, aber kontinuierlich, die Lese erfolgte spät. Quer durch ­alle ­Rebsorten finden wir großartige Weine mit feinen, reifen ­Tanninen und ­frischer Frucht. Kennzeichnend für den Jahrgang ist die frische ­Säure, die den Weinen einen guten Trinkfluss verleiht. Lediglich in ­einigen ­Sangiovese kann sie etwas hart und kantig wirken. Kann 2006 als ­absolut ­klassischer Jahrgang bezeichnet werden, so war 2007 das ­genaue Gegenteil. ­Frühjahr und Sommer waren warm bis heiß, die ­Ernte wurde ­vielerorts schon mit ­September beendet. Dem ersten Eindruck der 2007er ­folgend, sollte auch das ein herausragender Jahrgang sein, mit allen ­­Vor- und Nachteilen eines heißen, ­frühen Jahrganges. ­Fazit: Elegant und tiefgründig ist der 2006er, ­geschmeidig und ­opulent der 2007er. Neben ­hervorragenden Super-Tus­cans brachte 2006 auch ­einige ­herausragende ­Chianti ­Classico Riserva. Diese ­bieten ­neben der hervorragenden ­Qualität noch ­einen zweiten Vorteil: Die Weine liegen preislich ­selten über 30 Euro!

Tasting-Notizen im Überblick

von Othmar Kiem
aus Falstaff 01.10