Kaufen

Entscheidend sind drei Qualitätsfaktoren: der Jahrgang, das Terroir und der Abfüller/Erzeuger. Ein exzellenter Winzer wird in allen Kategorien von simplen Bourgogne-Weinen über Village-Weine bis zu den Spitzenlagen entsprechende Tropfen im Sortiment haben. Für die raren Spitzenweine bieten die Fachhändler ihren Kunden die Möglichkeit einer Subskription an, die im Vergleich zu Bordeaux nicht unbedingt einen Preisnachlass beinhaltet, sondern überhaupt die Chance darstellt, an die eine oder ­andere Flasche zu kommen.

Dekantieren
Sie können sowohl weiße als auch rote Burgunder dekantieren, allerdings eher kurz vor dem Genuss, denn dann können Sie die Entwicklung im Glas optimal mitverfolgen. Achten Sie auch hier auf die Serviertemperatur. Viel zu oft werden die Weißweine zu kalt, dafür die Roten zu warm eingeschenkt. In beiden Fällen verliert man an Trinkvergnügen. Mehr als 16° Celsius darf ein Rotwein beim Servieren nicht haben.

Lagern
Die fragilen Burgunder lagern im Idealfall in Dunkelheit, erschütterungsfrei und bei einer Temperatur um die 11° Celsius. Die Bandbreite kann sich zwischen 8° und 14° Celsius bewegen – je wärmer, desto schneller wird sich der Wein entwickeln. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 70 Prozent fallen.

Gläser
Sowohl Chardonnay als auch Pinot Noir zeigen sich nur in einem der Sorte gewidmeten Glas von ihrer besten Seite. Wenn Sie keine der vielen Nuancen verpassen wollen, dann wählen Sie das entsprechende Burgunderglas.

Reifekurve
Wann sollte man einen Burgunder trinken? Das hängt natürlich vom persönlichen Geschmack und vom Jahrgang ab. Ein zarteres Rotweinjahr wird schneller antrinkbar sein und über weniger Reifepotenzial verfügen als Wein aus einem herausragenden Jahr mit festen Tanninen und viel Körper.
Aber es gibt Faustregeln zur Orientierung, wann man getrost zum Korkenzieher greifen kann (siehe unten). Spitzenweine halten auch durchaus länger als hier dargestellt; natürlich stellen sich mit der Zeit auch jene facettenreichen Reifenoten ein, die Kenner zu schätzen wissen.

Weiße Burgunder
Village-Weine – 2 bis 8 Jahre
Premiers Crus – 6 bis 10 Jahre
Grands Crus – 8 bis 15 Jahre +

Rote Burgunder
Village-Weine – 2 bis 8 Jahre
Côte-de-Beaune-Village – 4 bis 10 Jahre
Côte-de-Nuits-Village – 6 bis 12 Jahre
Premiers Crus – 7 bis 14 Jahre
Grands Crus – 8 bis 25 Jahre +

 

Text von Peter Moser
Aus Falstaff 01/2013