Brda: Wo der Rebula zuhause ist

© Zoso-foto.si

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Vor Kurzem fand in der prachtvollen Vila Vipolze in Slowenien zum dritten Mal in Folge die Masterclass zur Rebula (auf Italienisch Ribolla Gialla) statt. 14 Produzenten, angeführt von Marjan Simčič, präsentierten sich in einer einzigartigen Vergleichsverkostung. Mit auf dem Podium saßen zudem Edi Simčič, Ferdinand, Klet Brda, Ščurek, Dolfo, Medot, Moro, Zanut, Erzetič, Jermann, Gravner, Radikon und Keber.

Gemeinsam wollen sie die Einzigartigkeit und das große Potenzial dieses Gebiets zeigen, Brda soll schließlich das nächste große Weingebiet der Welt werden. Rebula kann man in verschiedenen Variationen finden: ausgebaut im Stahltank, im kleinen oder großen Holz, sowie in Amphoren, mit oder ohne Schalenkontakt, als Orange Wine, als Schaumwein und als Süßwein. Mit Schalenkontakt kann man vieles richtig und alles falsch machen. Auf die richtige Dosis kommt es an. Lange mazerierte Weine können harsch und zu tanninhaltig sein, zu wenig mazerierte anonym und uniform. Aber, und das ist das Schöne an Rebula, mit dem gekonnten Einsatz von Schalenkontakt, wird der Wein zu einem einzigartigen, strukturreichen und vielschichten Schluck.

Dabei ist die Mazeration keine Neuigkeit, im Gegenteil. Bereits die Großväter der heutigen Winzer ließen die Rebula etwas länger auf den Schalen, um den Weinen Struktur oder eben damals »das gewisse Etwas« zu geben.

Die häufig vorkommenden Opoka Böden (sandhaltiger Tonmergel mit Komponenten vom Quarz, Kalk, Tonminerale und Quarzit) geben dem Wein eine besondere mineralische Note. Die Bora aus dem Hinterland lüftet die Trauben mit kalten Winden ordentlich durch. Brda ist geformt wie ein Handrücken, mit vielen Hügeln, Terrassen, Dörfern und kleinen Tälern. Bis 1918 war dieses Gebiet unter den Habsburgern vereint. Nach dem ersten Weltkrieg fiel der Collio an Italien, Brda wurde Jugoslawien zugeschlagen. In den Folgejahren des zweiten Weltkriegs zog sich hier der eiserne Vorhang durch. Offener Grenzverkehr? Unmöglich.

Grenzgänger Brda

Heute kann man mit dem Auge keine Grenze mehr erkennen, die gibt es hier seit 1991 nicht mehr. Auch die Menschen bewegen sich und denken wieder grenzenlos. Viele Winzer hier haben auf beiden Seiten Rebanlagen. Ziel ist es eine gemeinsame Appellation »Brda-Collio« zu schaffen. Zurzeit dürfen Weine aus slowenischen Trauben, die in Italien vinifiziert werden, keine DOC Angabe tragen und werden als »Wein aus der EU« klassifiziert. »Eine Schande«, sagt Marjan Simcic. Die Grenze befindet sich auf der Landkarte und in Brüssel, keineswegs aber in den Köpfen der Bewohner dieses wunderschönen Gebiets. Ein Vorzeige-Modell an transnationaler Brüderlichkeit.

  • Dolfo – Rumena Rebula 2018
  • Jermann – Rebula Visvik 2017
  • Ferdinand – Rebula Época 2017
  • Edi Simcic – Rebula Fojana 2017
  • Marjan Simcic – Rebula Opoka Medana Jama Cru 2016
  • Keber – Brda 2016
  • Gravner – Ribolla 2011

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