Siegerfoto: Jeppe Foldager (Dänemark, 2. Platz), Thibaut Ruggieri (Frankreich, 1. Platz) und Noriyuki Hamada (Japan, 3. Platz)
Siegerfoto: Jeppe Foldager (Dänemark, 2. Platz), Thibaut Ruggieri (Frankreich, 1. Platz) und Noriyuki Hamada (Japan, 3. Platz) / Foto: © Le Fotographe Remise de prix du Bocuse d'Or

Waren es in den vergangenen Jahren vor allem die Skandinavier, die sich international an die Spitze gekocht hatten, so geht der diesjährige Sieg des »Bocuse d'Or« wieder in das »Mutterland« der Haute Cuisine und somit nach Frankreich. Der 32-jährige Thibaut Ruggieri hat beim Finale des internationalen Kochwettbewerbs, der als der härteste der Welt gilt, in Lyon gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt. Mit seinen Zubereitungen von irischem Rindfleisch, blauem Hummer und Steinbutt überzeugte er die strenge Jury. Ganz ohne skandinavische Beteiligung kam das Siegertreppchen dann aber doch nicht aus: Der »Silberne Bocuse« ging an den Dänen Jeppe Foldager, der dritte Preis an den Japaner Noriyuki Hamada. Der Kochwettbewerb fand ohne österreichische Beteiligung statt, nachdem die Kandidatur von Thomas Göls wieder zurückgezogen wurde. Grund war eine Kompetenzstreitigkeit zwischen Toni Mörwald und Rudi Obauer. (Wir haben berichtet)

Paul Bocuse / Foto: © Le Fotographe Remise de prix du Bocuse d'Or
Paul Bocuse / Foto: © Le Fotographe Remise de prix du Bocuse d'Or

Der Ablauf
Nach streng vorgegebenen Richtlinien haben die 24 Kandidaten während des Finales, das zwischen 29. und 30. Jänner in Lyon stattfand, fünfeinhalb Stunden Zeit, um ein Fleisch- und ein Fischgericht zuzubereiten. Bei der 14. Auflage des Kochwettbewerbs gab es allerdings eine Neuerung im Reglement: Zum ersten Mal in der Geschichte des »Bocuse d'Or« durften die Teilnehmer nicht alle Zutaten mitbringen. Stattdessen bekamen sie 30 Minuten Zeit, um frische Zutaten bei einem Aussteller der Gastronomiemesse zu besorgen , in deren Rahmen der Wettbewerb ausgerichtet wird. Daraus mussten die Kandidaten dann zwei der drei geforderten Beilagen zu ihrem Fischgericht zusammenstellen. Ruggieri, der im Restaurant »Lenôtre« nahe Paris arbeitet, sicherte sich unter anderem mit einer Steinbuttkreation mit »Kräutertee-Perlen« und gefüllten Kroketten den Sieg. Der Erstplatzierte darf sich nicht nur über die Goldene »Bocuse«-Statuette freuen, sondern erhält auch umgerechnet 20.000 Euro Preisgeld, wobei das Renommee des Sieges wohl kaum in Geld aufzurechnen ist.

Trendwandel
Der »Bocuse d'Or« kann allgemein als Trend-Barometer der internationalen Kulinarikszene gesehen werden. Waren es in den vergangenen Jahren, wie eingangs erwähnt, vor allem die skandinavischen Nartionen, die sich beim Wettbewerb behaupten konnten - 2011 gewann mit Rasmus Kofoed ein Däne, gefolgt vom Schweden Tommy Tommy Myllymaki auf Platz 2 und dem Norweger Gunnar Hvarnes auf dem dritten Platz - so scheint sich nun ein Wandel anzukündigen. Neben der Rückbesinnung auf die Wurzeln der gehobenen Kochkunst, die ja bekanntlich in Frankreich liegen, kann vor allem der dritte Platz des Japaners als durchaus spannend für die internationale gastronomische Zukunft gedeutet werden. 

Kochlegende steht Pate
Benannt nach der französischen Koch-Legende Paul Bocuse, der dem Wettbewerb in den 1980er-Jahren ins Leben gerufen hatte und ihm nach wie vor als Ehrenpräsident vorsitzt, findet der Bocuse d'Or in Lyon alle zwei Jahre statt. Dem Wettbewerb voraus gehen vier Vorentscheidungen in denen sich die Kandidaten für das große Finale qualifizieren können.

www.bocusedor.com

(von Marion Topitschnig)

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