Die Tourismusindustrie ist einer der größten Wirtschaftszweige in New York City: Im Jahr 2013 wurden 38,8 Milliarden US-Dollar an direkten Einnahmen generiert. 348.000 Menschen waren in diesem Bereich beschäftigt – Tendenz weiter steigend. Designerfood, Light-Style-Cooking und Fast-Food-Boulevards erwarten die rund 54,3 Millionen Besucher (2013), von denen 11,4 Millionen aus dem Ausland anreisen. New York fasziniert wie keine andere Stadt. Viele haben probiert, hier Fuß zu fassen, aber nirgendwo zerplatzen Träume so schnell wie in der Stadt, die niemals schläft.

Als Wein-Direktor des Drei-Sterne-Restaurants »Le Bernardin« betreut Aldo Sohm eine 15.000-Flaschen-Weinsammlung mit 900 Weinen aus zwölf Ländern. / Foto beigestellt

Keine Geheimrezepte
Aldo Sohm, Chef-Sommelier im mit drei Michelin-Sternen dekorierten »Le Bernardin«, lebt seit 2004 in den Vereinigten ­Staaten. Der Wahl-New-Yorker schätzt die Möglichkeiten: »Ich bin jeden Tag aufs Neue von der Stadt fasziniert. Die Hierarchien sind flacher, und auf den Austausch unter­einander wird mehr Wert gelegt. In New York baut man sich ein weltweites Netzwerk auf.« Wöchentliche Sommeliertreffen und gemeinsame Weinreisen sind absolut normal. Auch Wolfgang Ban berichtet über die Benefits: »Gerade Spitzenrestaurants bieten ihren Mitarbeitern viele Möglichkeiten, die von bestimmten Trainings bis hin zu Weinverkostungen reichen.« Die Offenheit der Menschen zieht sich durch alle Bereiche. »In New York laden Kollegen sich gegenseitig gerne ein. Geheime Rezepte sind ungewöhnlich, hier herrscht ein offener Erfahrungsaustausch«, so Ban. Auf diese Art und Weise sichert sich New York seine ständige Entwicklung. New Yorks Restaurants und Speisekarten sind genauso international wie die Bevölkerung selbst. Die New Yorker lieben alles Ausgefallene und Hippe. Auch der Zugang zu Produkten – wie beispielsweise Weinen – sei einfacher, berichtet Wolfgang Ban. »Es herrscht eine unglaubliche Vielfalt, und jeder versucht, so viel wie nur möglich zu bekommen.« Die Experimentierfreude der Locals sei eine andere, berichtet Sohm.

New man in town: »Hier zu leben ist ein unglaubliches Gefühl,« sagt Daniel Trabi. / Foto beigestellt

The big challenge
Die Millionenstadt wirkt animierend, ist aber auch beinhart – da sind sich unsere Auswanderer einig. New York gibt ein anderes Tempo vor. Sich auf dieses einzustellen ist nicht einfach, aber absolut notwendig, weiß Daniel Humm, Chef de Cuisine im »Eleven Madison Park«: »New York ist rasant und wettbewerbsfähig, die Standards sind sehr hoch.« Fasziniert vom Facettenreichtum, zog ­auch Daniel Trabi Ende 2014 in den Großstadt­dschungel, wo er im »Jean-Georges« im »Trump International Hotel« kocht: »Hier zu leben ist ein unglaubliches Gefühl. Aber wenn du denkst, in New York wartet jemand auf dich, dann liegst du falsch.« Die uns bekannten sozialen Netze gibt es in New York nicht. Man ist auf sich selbst gestellt, und es ist aufwendig, sich um Dinge wie Versicherungen, Bankkonto, Wohnung und vieles andere mehr zu kümmern. Ist man nicht kreditwürdig, bekommt man auch keine Wohnung. Die Mietpreise sind um ein Vielfaches höher als in Europa. »Einen Start in New York sollte man sich gut überlegen. Das erste Jahr ist hart, da man bei null anfängt«, erinnert sich Aldo Sohm. Wichtige Stationen der Karriere in ­Europa haben in New York keine Bedeutung mehr.

Follow your dreams
Wolfgang Ban möchte den Nachwuchs zum Nachdenken anregen: »Man muss sich fragen, wo man hinmöchte und welche Erfahrungen man sammeln will. Man muss allerdings dazu bereit sein, diesen Schritt zu gehen, denn es ist gerade am Anfang nicht einfach. Mit der richtigen Einstellung kann man in New York viel erreichen. Die Erfahrungen, die man hier sammelt, kann einem keiner mehr nehmen.«

Der ganze Artikel »Big Chance im Big Apple« aus Falstaff & Hogast KARRIERE 02/15 von Alexandra Gorsche.


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