Best of Österreichischer Sekt

In den Schlumberger-Kellerwelten in Wien-Döbling kann man tief in die Geschichte des österreichischen Sekts eintauchen.

© Philipp Lipiarski/ www.goodlifecrew.at

In den Schlumberger-Kellerwelten in  Wien-Döbling kann man  tief in die Geschichte  des österreichischen  Sekts eintauchen.

In den Schlumberger-Kellerwelten in Wien-Döbling kann man tief in die Geschichte des österreichischen Sekts eintauchen.

© Philipp Lipiarski/ www.goodlifecrew.at

http://www.falstaff.at/nd/best-of-oesterreichischer-sekt-2020/ Best of Österreichischer Sekt Mit Einführung der Qualitätspyramide gewinnt österreichischer Sekt an Akzeptanz und der Absatz steigt. Falstaff präsentiert die besten Schaumweine Österreichs. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/6/f/csm_Schlumberger_Kellerwelten-c-philipp_Lipiarskiwww.goodlifecrew.at-2640_14882d1b25.jpg

Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis die ersten Sekte aus der jüngsten Ernte im Glas prickeln: Als Sektjahrgang gibt der 2020er bereits Anlass zu großen Erwartungen. Nach einem sehr trockenen Winter und Frühjahr folgte nach der Blüte endlich ausreichend Niederschlag. Die Sommermonate brachten eine gute Balance aus Sonnentagen und Feuchtigkeit. Im Vergleich zu den vergan­genen Jahren bedingte dies eine etwas spätere Reifeentwicklung, die eigentlich einem normalen Reifezeitpunkt entspricht. Die Verschiebung der Reife in den Zeitraum mit bereits kühleren Nächten begünstigte die Aromaeinlagerung in den Beeren sowie eine gute Balance aus ausreichend Zuckerkonzentration, höheren Säurewerten und entsprechend niedrigeren pH-Werten. Alles in allem also ideale Voraussetzungen für Sekt-Grundwein.

Österreichischer Sekt g. U.

Österreichweit werden dieses Jahr rund 2,3 Millionen Hektoliter Wein erwartet, insgesamt etwa zehn Prozent davon wer­den zur Sektherstellung herangezogen. Vor allem die Herstellung von hochqualitativem »Österreichischem Sekt g. U.«, also mit geschütztem Ursprung, boomt: Im Jahr 2018 wurden dafür rund drei Millionen Li­ter verwendet, im Jahr 2019 waren es bereits 5,3 Millionen Liter. Die Trends bei den Konsumenten sind dabei klar: Stark wachsende Segmente im Sektbereich sind die Geschmacksrichtungen Brut, Extra Trocken und Rosé mit jeweils zweistelligen Wachstumsraten – und das sowohl in Menge wie in Wert.

Herkunft ist gefragt

Eine Marktanalyse zeigt, dass sich die Konsumenten vermehrt mit dem Thema heimischer Sekt beschäftigen und dieser auch zunehmend bewusster getrunken wird. Die Arbeit des Österreichischen Sektkomitees trägt Früchte, denn die »österreichische Sektpyramide« ist bereits für 50 Prozent aller Sekttrinker eine wichtige Entscheidungshilfe beim Kauf. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat sich die Bekanntheit der drei Qualitätskategorien in der Bevölkerung verdoppelt. Der Trend zu Herkunft und Regionalität hält weiter an, und Herkunft gewinnt als Kaufkriterium jährlich an Bedeutung.

Knapp 80 Prozent der Befragten – und damit mehr als im Vorjahr – kaufen am liebsten heimischen Sekt. Im Vergleich zu Wein ist Sekt in Österreich allerdings immer noch in hohem Maße ein Anlassgetränk. Zu Silvester, bei Geburtstagen und Hochzeiten lässt man am liebsten die Korken knallen. Im Gegensatz zu Nachbarländern wie Deutschland oder Italien haftet dem Schaumwein in der Alpenrepublik immer noch ein feierliches Image an. Vor allem jüngere Leute genießen ihr Glas Sekt eher anlassbezogen. Je älter die Konsumenten, desto häufiger wird Sekt auch ohne spezifischen Anlass getrunken. Und die reiferen Semester sind es auch, die beim Einkauf stärker auf österreichische Produkte achten als die jüngeren.

Große Sektfreude

Lange Zeit war der Preis ein wesentliches Kriterium für die Kaufentscheidung, zumal nach wie vor die Supermärkte mit rund zwei Dritteln des Absatzes die wichtigste Einkaufsquelle für heimischen Sekt darstellen. Doch auch der Fachhandel und der Ab-Hof-Verkauf bei den Erzeugern gewinnen an Bedeutung. Die große Auswahl und die persönliche Beratung sind dort für Sektfreunde ein wesentlicher Vorteil.

Eine weitere Besonderheit der heimischen Produktion ist die enorme Vielfalt, die auch in den unterschiedlichen regionstypischen Rebsorten begründet ist. Ob Riesling in Niederösterreich oder Sauvignon Blanc, Schilcher oder Muskateller in der Steiermark, die aus einzelnen Sorten gewonnenen Sekte mit klarem Herkunftsbezug erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nicht weniger als ein Fünftel der Konsumenten gibt bereits an, sortenreine Schaumweine zu bevorzugen.

Auch wenn die Entwicklung der letzten Jahre eine sehr positive war, gibt es aus Sicht der Produzenten noch deutlich Luft nach oben. Daher hat es sich das Österreichische Sektkomitee zum Ziel gesetzt, den Marktanteil von rot-weiß-rotem Sekt von 30 mittelfristig auf 50 Prozent zu erhöhen und vor allem in der Gastronomie deutlich stärker zu werden, wo heimischer Stillwein bereits heute einen Anteil von sagenhaften 85 Prozent einnimmt. 

Erfolgsmodell Pyramide

Um auch hier die Position des Sekts aus österreichischen Trauben zu verbessern, wurde 2016 die dreistufige Sektpyramide und als leicht erkennbares, gut sichtbares Zeichen eine rot-weiß-rote Rundbanderole eingeführt. Denn vor allem im Lebensmittelhandel konkurriert der heimische Qua­litätssekt nach wie vor mit Erzeugnissen, die sich österreichischer geben, als sie tatsächlich sind. Hier ist ein prüfender zweiter Blick hilfreich, wenn es um die Herkunft geht: Denn »Sekt hergestellt in Österreich« ist nicht gleichbedeutend mit der Bezeichnung »Österreichischer Sekt«. Nur dann, wenn 100 Prozent des verwendeten Weins auch aus Österreich kommen und die Versektung in Österreich stattfindet, darf das Produkt die Bezeichnung »Österreichischer Sekt« tragen. Die neue rot-weiß-rote Banderole für Sekt geschützten Ursprungs (g.U.) ist daher ein weiterer Garant für die österreichische Herkunft.

Drei gesetzliche Qualitätsstufen

Seit Herbst 2016 sind für österreichischen Sekt drei Qualitätsstufen gesetzlich verankert – die neue Sektpyramide steht nun sowohl für geschützten Ursprung als auch für geprüfte Qualität:

  • Die Basiskategorie heißt »Österreichischer Sekt g.U. Klassik« und definiert die Mindestanforderungen für österreichischen Qualitätsschaumwein. Sie garantiert vor allem die österreichische Herkunft der Trauben und Grundweine aus einem geschützten Ursprungsgebiet sowie eine Mindestlagerzeit des Sekts auf der Hefe von neun Monaten.
     
  • Ab der zweiten Stufe, dem »Österreichischer Sekt g.U. Reserve«, sind ausschließlich Sekte zugelassen, die nach der traditionellen Methode, also der aus der Champagne bekannten Flaschengärung, produziert wurden. Die Trauben und Grundweine müssen hier aus einem generischen Weinbaugebiet, sprich einem einzigen Bundesland, stammen. Zudem ist eine Reifezeit auf der Hefe von mindestens 18 Monaten vorgeschrieben, und für den Verkauf sind diese Sekte nach 24 Monaten zugelassen.
     
  • Für die höchste Stufe der flaschenvergorenen Spitzensekte, den »Österreichischen Sekt g.U. Große Reserve«, dürfen die Trauben nur in einer einzigen Weinbaugemeinde gelesen und nach dieser bezeichnet werden (z. B. Poysdorf, Langenlois, Gols, Gamlitz), wobei sogar Lagenbezeichnungen möglich sind. Nach der Flaschengärung und Reife von mindestens 30 Monaten kommen die Sekte dieser Kategorie frühestens 36 Monate nach der Ernte auf den Markt. 

Top-Qualität garantiert

Die einzelnen Stufen umfassen aber noch weitere qualitätssichernde Standards. Dazu gehören die Arbeit im Weingarten, Ernte, Handlese, Schütthöhe, Ausbeutesatz und die schonende Pressung. Kriterien für die Sektgrundweine sowie für die Prüfung und Kontrolle der Qualitätsstufen wurden im Detail erarbeitet und festgelegt. Alle diese Maßnahmen garantieren den Konsumenten, dass sie es bei »Österreichischem Sekt g.U.« mit den bestmöglichen Produkten in allen drei Kategorien zu tun haben. Nur den ganz persönlichen Lieblingssekt muss man sich aus einer stetig wachsenden Angebotsfülle selbst erkosten.

Falstaff hat daher – mit Hinblick auf die kommenden Feiertage – das aktuelle Angebot kritisch unter die Lupe genommen. Unser Test-Fazit: Das Niveau des heimischen Herkunftssekts war noch nie so hoch wie heute. Und die Spitzen der österreichischen Sekt-Liga nehmen es auf jeden Fall mit den besten Schaumweinen der Welt auf. Falstaff's Empfehlungen finden Sie am Ende des Artikels. 


Qualitätspyramide

Auf Augenhöhe mit Champagner

Die Qualitätspyramide für österreichischen Sekt wurde geschaffen, um die verschiedenen Kategorien von Sekt geschützten Ursprungs (= g.U.) für die Konsumenten übersichtlich darzustellen. In den rechtlichen Bestimmungen ihrer Spitzenkategorie misst sich diese an den höchsten Standards der führenden Schaumweine der Welt (etwa Champagner, Franciacorta) und geht in manchen Punkten sogar darüber hinaus. Sofern Sekthersteller die Bezeichnungen »Österreichischer Sekt geschützten Ursprungs« in den Kategorien »Klassik«, »Reserve« oder »Große Reserve« auf den Etiketten anführen, ist die Einhaltung der jeweiligen Qualitätsparameter rechtlich verpflichtend. Das Bundesamt für Weinbau und die Bundeskellereiinspektion prüfen deren Einhaltung.

Qualitätspyramide »Österreichischer Sekt g.U.«

Qualitätspyramide »Österreichischer Sekt g.U.«

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