Barkultur: Reinste Wodka-Power

Rupert Paar brachte sich die Mixologie autodidaktisch bei und fand in der »Erlkönig Bar« sein Glück.

© Gerhard Berger

Rupert Paar brachte sich die Mixologie autodidaktisch bei und fand in der Innsbrucker »Erlkönig Bar« sein Glück.

Rupert Paar brachte sich die Mixologie autodidaktisch bei und fand in der »Erlkönig Bar« sein Glück.

© Gerhard Berger

Auch schon lange nichts mehr von jenem Gesellen gehört, der uns durch unser ganzes Barleben begleitet, phylogenetisch und ontogenetisch? Wodka ist die an der Bar pur am häufigsten getrunkene Spirituose in aller Welt – und die in Mix­getränken weltweit beliebteste. Was beim Purtrinken zum reinen Wirkungstrinken führen kann, ist freilich für das Mixen ideal: die Abwesenheit jeglichen Eigengeschmacks.

Wodka verleiht dem Cocktail oder Longdrink eine feste alkoholische Grundlage, mischt sich aber nicht ein. Das hat ihn auch gegenüber seiner Vorgänger-Spirituose, dem Gin, beim Pouring gewinnen lassen.

Wacholder ist eben Wacholder, und die in den USA über die Bühne gegangene Wachablöse hat zu zwei durchaus positiven Resultaten geführt: Gin hat sich weiterentwickelt und stellt heute geradezu ein Experimentierfeld für die verschiedensten »Botanicals«, also Pflanzenextrakte, dar, während der Wodka aufgrund seiner Reinheit bei empfindlichen Trinkern tatsächlich dafür sorgt, dass sie ohne Kopfweh aufwachen. Aromatisierte Wodkas, wie etwa den polnischen Büffelgras-Wodka, kann man dabei vergessen. Sie sind »premixed drinks« in der Flasche, wie etwa industriell gefertigte Mai Tais in der Dose.

»Es gibt nichts Neues unter der Sonne« – ein Bibelzitat, das im Großen zutrifft, aber nicht im Detail. Während es Tausende klassische und kontemporäre Rezepte mit Wodka gibt, nutzen kreative Mixologen immer wieder die Kraft der reinsten Spirituose.

Aus Falstaff Magazin Nr. 06/2016

Drink-Tipps von Rupert Paar untenstehend...

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