Barkultur: Leichte Drinks für heiße Sommertage

Bert Jachmann

Lucas Vossoughi

Bert Jachmann

Bert Jachmann

Lucas Vossoughi

Bert Jachmann leitet derzeit die Bar im Restaurant »Heuer« am Karlsplatz, »Bob Dill'n« ist ein erfrischender Sommerdrink. © Lucas Vossoughi
Bert Jachmann leitet derzeit die Bar im Restaurant »Heuer« am Karlsplatz, »Bob Dill'n« ist ein erfrischender Sommerdrink. © Lucas Vossoughi

Dass die Light-, ­Fitness- und Wellness-Welle unserer Wohlfühlepoche auch vor der Bar nicht haltgemacht hat, ist nur logisch. Hier hat sie sich vor allem am Alkohol festgemacht, der nicht für jeden und nicht in beliebiger Menge verträglich ist.

Gerade er ist aber in Mixed Drinks ziemlich unverzichtbar, weil er einerseits ein hervorragender Geschmacksträger ist, so wie etwa das Fett beim Fleisch, und andererseits einem Getränk seine Sub­stanz gibt, es zu einem dicht gewebten »Stoff« macht.

Immer mehr Drinks mit wenig Alkohol
Die Barwelt jedenfalls hat auf den Trend zum besseren und bewussteren Leben und Genießen reagiert. Aus seriösen Lokalitäten wurden die (früher gar nicht so seltenen) Billig-Spirituosen verbannt, die Früchte sind frisch, die Säfte handgepresst. Auf modernen Barkarten findet sich ganz selbstverständlich eine Abteilung von analkoholischen Drinks (oft fälschlich als »anti­alkoholisch« bezeichnet). Und die Zahl der Cocktails mit wenig Alkohol ist ständig im Steigen begriffen.

Bei Longdrinks gab es das schon immer: In deren Filler, etwa im Soda, verlieren sich die Prozente der Spirituosen. Jetzt aber werden auch die Shortdrinks sukzessive leichter. Im Trend sind Cocktails, die mit wenigen Zentilitern einer höchstens 40-prozentigen Spirituose auskommen und trotzdem, eben dank der sorgfältig zusammengestellten Zutaten, ein tolles Geschmacks­erlebnis bieten.
Für die letzte Komponente eines Genusses ohne Reue muss allerdings der Bargast selbst sorgen. Die goldene Regel: nicht durcheinandertrinken, sondern immer schön bei einer Spirituosenfamilie bleiben.

»Bob Dill'n«
Zutaten
4 cl Ketel One Vodka, infusioniert mit Dill-Pollen*)
6 cl Sauvignon Blanc (alternativ: ­Sämling oder Gelber Muskateller)
3 frische Gurkenscheiben
2 cl frischer Zitronensaft
1,5 cl Läuterzucker (2:1)
5 cl Sodawasser
frisches Zitronengras

Zubereitung

  • Zitronengras hacken und im Shaker mit den Gurkenscheiben muddeln.
  • Restliche Zutaten hinzufügen. Mit viel Eis kräftig shaken.
  • Auf Eiswürfel doppelt abseihen und mit Soda toppen.


Bert Jachmann. © Lucas Vossoughi
Bert Jachmann. © Lucas Vossoughi

Bert Jachmann
Der gebürtige Brandenburger Bert Jachmann fand seinen Weg in die Bar über das Café und landete in Wien, wo er ­bei den Alumni der Vienna Bar Community lernte. Derzeit leitet er die Bar im Restaurant »Heuer« am Karlsplatz.










*) Dillpollen sind die Blütenpollen der Dille, erhältlich im Gourmetgewürze-Handel. Sie zeichnen sich durch ein konzentriertes Dill-Aroma aus, wie es aus den Blättern oder Spitzen nie zu gewinnen wäre.

Text von Angelo Peer  
Fotos von Lucas Vossoughi
Aus Falstaff-Magazin Nr. 04/2015

 

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