Barbara Sandrone: Aufatmen nach der Krise

Luca, Luciano und Barbara Sandrone mit Barbaras Kindern Stefano und Alessia.

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Luca, Luciano und Barbara Sandrone mit Barbaras Kindern Stefano und Alessia.

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Vor vierzig Jahren startete Luciano Sandrone mit 1500 Flaschen Barolo Cannubi Boschis, heute gilt er als Meister des Barolo. Das 27 Hektar große Familienweingut, das am Fuße des Hügels Cannubi im Piemont liegt, wird heute von seinem Bruder Luca und seiner Tochter Barbara geführt.

Falstaff: Wie geht es Ihnen und wie ist die aktuelle Situation im Piemont?
Barbara Sandrone: Mir geht es gut und damit auch meiner ganzen Familie und meinem Team, was ich heutzutage als einen wahren Segen betrachte. In der Region Piemont waren die Dinge im März und April wirklich schwierig, folglich auch in unserer kleinen Gegend Langhe, in der es viele COVID-Fälle gab, leider habe ich dadurch auch viele Freunde verloren. Jetzt werden die Dinge besser, es infizieren sich weniger Menschen, und wir kehren zu einem normaleren Leben zurück, wenn auch sehr langsam und vorsichtig. Außerdem tragen wir alle, wie empfohlen, Masken und Handschuhe.

Nach zwei Monaten totaler Schließung, haben Sie in Ihrem Weingut wieder vollen Betrieb aufgenommen – wie geht es Ihnen damit?
Ich fühle mich natürlich großartig, wenn ich daran denke, weiterzumachen. Obwohl ich das Weingut und damit unsere Büros aus zwei Hauptgründen nie geschlossen habe: Der erste Grund war, dass wir Mutter Natur – zum Glück ­– nicht aufhalten können. Somit hat unser Team ständig in den Weinbergen gearbeitet und sich um unsere Reben gekümmert, die so viel Pflege brauchen. Der zweite Grund war, dass ich immer im Büro anwesend sein wollte, um unseren Kunden meine volle Verfügbarkeit zu bieten.

Gab es an der Krise auch positive Seiten? Wie haben Sie die Zeit während der Schließung genutzt?
Der einzige wirklich positive Aspekt ist, dass ich meine Kinder zu Hause habe und wir gemeinsam eine wirklich schöne Zeit verbringen. Sie sind 21 und 19 Jahre alt. Alessia, 21, wird im Juli ihren Abschluss in Önologie machen und Stefano, 19, studiert an der Landwirtschaftsschule. Beide haben Vollzeit-Online-Unterricht, an den Wochenenden kochen wir viel zusammen.

Wie haben sich die Märkte in dieser Zeit verändert? Haben Sie Ihr Angebot an die Situation angepasst, wurde beispielsweise der Online-Verkauf mehr forciert?
Das Geschäft hat sich während der Sperrung dramatisch verändert, in dem Sinne, dass alle unsere Hauptkunden ihren Betrieb schließen mussten. Glücklicherweise hatten wir in Italien einige nationale Feiertage, die den Verkauf in den Weinhandlungen ankurbelten. Unser Angebot haben wir allerdings nicht an die Situation angepasst. Wir arbeiten hart daran, unsere Verkaufspartner und ihre Unternehmen zu unterstützen, indem wir Verkostungen und Masterclasses online abhalten, um die Kommunikation auf dem guten Niveau aufrecht zu erhalten.

Wie verlaufen die Arbeiten im Weinberg und im Keller? Wird es auch zukünftig genügend Helfer geben?
Das Wetter ist immer noch gut, sonnig und regnerisch am richtigen Ort. Die Reben und Weinberge genießen, was der Himmel ihnen bietet. Was die Zukunft bringt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Wie sieht die Zukunft für den italienischen Weinbau nach dem Lockdown aus? Befürchten Sie nachhaltige Einflüsse bezüglich des Exports?
Ich denke, dass »Made in Italy« als Marke auch weiterhin stark und stark gefragt sein wird. Unser Land ist voller Ressourcen mit einzigartigen und nicht reproduzierbaren Lebensmitteln und Weinen.

sandroneluciano.com

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