Bachls Restaurant der Woche: Shokudo Kuishimbo

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Anfangs ähnelten die Versuche, hier einen Sitzplatz zu ergattern, beinahe schon Kampfhandlungen. Nun gibt’s endlich ein Reservierungstool. Und warum stehen hier allabendlich bei Wind und Wetter Menschen an? Aus dem gleichen Grund wie im »Kuishimbo« beim Naschmarkt. Dort betreibt das Ehepaar Numata aus Kyoto seit 15 Jahren etwas, das Briten gern »hole in the wall« nennen – ein Winzlokal mit gutem japanischem Essen. Nun sperrte Sohn Keisuke unweit davon ein Lokal auf – optisch sehr schlicht, aber mit deutlich mehr Sitzen. Nicht gibt es, was gemeinhin mit Japan assoziiert wird: Sushi und Sashimi überlässt man anderen, das neue Lokal nennt sich »Shokudo«, wie in Japan einfache Alltagsbeisln heißen.

Das Motto – auch angesichts harter Sitzoberflächen: in angemessener Zeit viele Kleinigkeiten verschlingen, die unabhängig von der bestellten Reihenfolge aus der Küche geschoben werden. Pflicht ist etwa »Nasu no Agebitashi«, herrlich cremige gebackene Aubergine in Dashi-Brühe. Oder »Okura«, Okra in ge­­­heimnisvoll guter »Spezialsauce«. Oder »Hi-yayakko«, kalter, zarter Tofu mit Ingwer, Frühlingszwiebel und Bonitoflocken. Nicht alle Happen mögen mehrheitstauglich sein, so kaut am Nebentisch eine Partie recht lange an »Takoyaki« herum, Teigbällchen mit Oktopus und Bonitoflocken. Doch das Wagnis ist ein geringes, kosten doch die meisten Posten zwischen 4 und 7 Euro. Satt wird man dann von Nudelgerichten vom Typ »Soba« oder »Udon« oder »Don Buri«-Reisschalen. Die ordentlichen Biere, Sake und Weine tun’s zum Essen. Weitertrinken kann man woanders, schließlich muss die Menschenschlange ja auch abgebaut werden.

Bewertung Alexander Bachl

Essen 43 von 50
Service 15 von 20
Weinkarte 15 von 20
Ambiente 7 von 10
GESAMT 80 von 100

Falstaff Restaurantguide 2018

Für dieses Lokal liegt im Falstaff Restaurantguide noch keine Bewertung vor.

Shokudo Kuishimbo
Esterhazygasse 12
1060 Wien
T: +43 676 5530727
www.shokudokuishimbo.com

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 07/2018
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