Bachls Restaurant der Woche: Porto

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Bald ist es ein Vierteljahrhundert her, dass der britische Design-Guru Sir Terence Conran das Wiener Hotel »Das Triest« mit puristischer Architektur wachküsste und zugleich Josef Neuherz zu kochen begann. »Küchenchef seit 1995« können nur sehr wenige in ihrer Vita anführen. Im Laufe der Jahre machte er aus dem im Inneren des Hauses versteckten »Collio« einen der besten Italiener Wiens. Nun bespielt er auch noch ein zweites Lokal. Das heißt »Porto« und ist Teil einer Erweiterung des Hotels. Wer es nicht weiß, bekommt gar nicht mit, hier in einem Hotel zu sitzen. Ähnlich wie im »Pastamara« des »Ritz-Carlton« muss man hier nichts, darf aber alles.

Im räumlich in mehrere Zonen gegliederten »Porto« kann man unkompliziert aus der Barkarte trinken – wem die Mini-Weinliste nicht genügt, bekommt gern die große Karte des »Collio« überreicht. Man kann einen Snack nehmen, aber auch ernsthaft essen. Kurz gebratenes Thunfischfilet kommt mit Fenchel-Limettensalat und Avocado – ein südlicher Happen im trüben Spätwinter. Das »Tafelspitzcarpaccio mit Kernöl, Schnitt-lauch-Krensauce« ist eine pfiffige wienerische Idee. Spezialität des Hauses sind aber Bruschette, eine dezent irreführende Bezeichnung, handelt es sich doch um komplex be-legte Riesen-Brote. Sehr gut: »Piccante« mit scharfer Salami Ventricina, Fenchel, Rucola, Montasio und getrockneten Tomaten. Einziges Manko – im von den »Fabios«-Architekten BEHF überaus fesch eingerichteten Lo-kal ist es an den Tischen derart düster, dass man die Details des erfreulichen Brotbelags kaum ausmachen kann. Weniger aufregend: »Süßes im Glas«, geschichtete Minidesserts mit viel Gelatine, die in Konsistenz und Aroma eher an Buffet-Ware gemahnen.

Bewertung Alexander Bachl

Essen 44 von 50
Service 16 von 20
Weinkarte 17 von 20
Ambiente 9 von 10
GESAMT 86 von 100

Falstaff Restaurantguide

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Porto
Rilkeplatz 4
1040 Wien
T: +43 1 58918138
dastriest.at

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 02/2019
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