Aufregung um »Fräulein« in der »Spelunke«

Blick in die »Spelunke«

© Sybille Dremel

Blick in die »Spelunke«

Blick in die »Spelunke«

© Sybille Dremel

http://www.falstaff.at/nd/aufregung-um-fraeulein-in-der-spelunke/ Aufregung um »Fräulein« in der »Spelunke« In der Falstaff-Leser-Rubrik »kalt-warm« wurde die Reaktion einer Kellnerin auf die herkömmliche Anrede als »Fräulein« thematisiert. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/f/f/csm_Spelunke-c-SybilleDremel-2640_eba254f47d.jpg

17.000 Gourmetclubmit­glieder testen für den Falstaff Res­tau­rantguide 1.400 Restaurants und senden uns ihre positiven und negativen Erleb­nisberichte. Hier ein kleiner Auszug, der von der Diskussion um die korrekte Anrede in der Gastronomie beherrscht wird. Die Gratis-Zeitung »Heute« hat die humorvolle Reaktion der kritisierten »Spelunke« sogar auf die Titelseite genommen.

 

Fräulein Spelunke 

»Ich bin kein Fräulein« – eine Kellnerin in der Wiener »Spelunke« verärgert mit frechen Ansagen.

»Ja, ich weiß: Die heimische Gastronomie hat ein massives Problem, nicht nur Köche, sondern auch gutes Servicepersonal zu finden. Aber: Darf deshalb jeder Mann bzw. jede Frau auf Gäste losgelassen werden? Unlängst im neuen ›Möchtegern-In-Lokal‹ ›Spelunke‹: Ich erlaube mir als Gast, die Kellnerin mit Fräulein anzusprechen, denn sie hatte weder ein Namensschild noch kannte ich sie. Sie darauf: ›Ich bin kein Fräulein! Mein Name ist Michaela!‹ Ich darauf: ›Sorry, aber wie soll ich Ihren Namen wissen? Wie soll ich Sie denn ansprechen? Frau Wirtin?‹ Sie: ›Na, des bin i net!‹ Ich: ›Dann vielleicht gnädige Frau?‹ Sie: ›Nicken Sie mir einfach zu!‹ – Na dann!«

Diskussion um korrekte Anrede in der Gastronomie

Die Leserreaktion löste eine emotionale Diskussion auf der Falstaff Facebook-Seite aus. Für viele herrscht Unverständnis, dass die in Österreich übliche Ansprache für eine Kellnerin nicht mehr korrekt sein soll. Andere finden den Begriff »Fräulein« herabwürdigend. Das Team der »Spelunke« solidarisierte sich mit der Kellnerin und veröffentlichte untenstehendes Foto, auf dem alle Mitarbeiter ein Shirt mit der Aufschrift »Fräulein Michaela« tragen. Die Gratis-Zeitung »Heute« setzte die Reaktion sogar auf die Titelseite. Falstaff nahm die neue Unsicherheit um die korrekte Anrede für Service-Personal zum Anlass und bat Moritz Freiherr Knigge, dem Experten für den Umgang mit Menschen und direkter Nachfahre des berühmten historischen Knigge, um seine Meinung zu diesem Thema. Lesen Sie hier seine Betrachtung.

Was ist Ihre Meinung? Jetzt abstimmen:



Weiter geht es mit Lob & Tadel für die Gastronomie - kalt/warm - aus der Falstaff Community:
 
Exorbitanter Weinkeller und herzliches Personal

Das »Silvio Nickol« in Wien sorgt mit erstklassiger Kulinarik und freundlichem Personal für Begeisterung.

»Neulich verbrachten wir einen tollen Abend im ›Silvio Nickol‹. Nach der gebuchten Führung durch den herrlichen Weinkeller genossen wir ein köstliches Acht-Gänge-Menü mit passenden Weinen. Unser Sommelier reichte sie uns in einer ›Blindverkostung‹, was wirklich spannend war. Das gesamte Personal war unglaublich aufmerksam, zuvorkommend und hatte sichtlich Freude an seiner Tätigkeit. Dass der Sommelier sich persönlich verabschiedet hat, war eine besonders nette Geste!«

 

Eine schöne Überraschung zum Geburtstag 

Das Team des »Aurelius« in Wien bereitet einem Gast ein unerwartetes Geschenk und stimmt zum »Happy Birthday« an.

»Zum Geburtstag meiner Gattin reservierte ich online einen Tisch im ›Aurelius‹ mit Bitte um einen schönen Platz. Als wir dort ankamen, wies man uns, obwohl wir nur zu zweit waren, einen Tisch für vier Personen zu. Nach dem ausgezeichneten Hauptgang plauderten wir noch ein bisschen, als unerwartet das gesamte Service-Team inklusive Chef an un-seren Tisch kam und für meine Frau ›Happy Birthday!‹ anstimmte. Als zusätzliche Über-raschung wurden wir zu einer Nachspeisenplatte mit Dessert-Variationen und einem italienischen Digestif aufs Haus eingeladen. Eine wirklich nette Geste, vielen Dank an das Team des ›Aurelius‹. Wir kommen gerne wieder!«

Unfreundlicher Service in der »Spelunke«.

Foto beigestellt

 
Enttäuschender Abend für Gourmetclubmitglieder

Kleine Portionen und unaufmerksames Personal sorgen für Unzufriedenheit in »Jamie's Italian« in Wien.

»Meine Kollegen und ich wollten im ›Jamie's Italian‹ einen gemütlichen Abend mit gutem Essen verbringen. Eigentlich. Der von mir gewählte Burger bestand nur aus Brötchen mit sehr wenig Fleisch, und die Pommes waren bei allen mehr als dunkelbraun geraten. Mein mickriger Blattsalat beinhaltete zu meiner Verwunderung auch Apfelscheiben. Auf meine freundliche Frage hin, was diese darin zu suchen hätten, bekam ich als Antwort, das stünde nur auf der englischen Karte, mehr nicht. Das Service kümmerte sich praktisch nicht um unseren Tisch, auf mein zweites Glas Zweigelt musste ich eine halbe Stunde warten. Es wird wohl kein weiterer Besuch folgen!«

 
Fehlender Service und nicht geschulte Kellner 

Der praktisch nicht vorhandene Service im »el Hans« in Wien enttäuscht die Gäste sehr.

»Erst kürzlich freuten wir uns auf einen gemütlichen Abend mit gutem Essen im ›el Hans‹. Leider kam es anders. Die Tapas zur Vorspeise wurden ohne extra Teller serviert und waren zudem eher lieblos angerichtet, zu dem Preis wahrlich nichts Besonderes. Die qualitativ und geschmacklich sehr guten Hauptgerichte waren da leider nur ein schwacher Trost. Als wir den Kellner um eine Cava-Empfehlung baten, hatte dieser nicht die geringste Ahnung, was Cava überhaupt sei. Überhaupt ging das Servicepersonal eher widerwillig auf unsere Wünsche ein und vermittelte uns das Gefühl, fast lästig zu sein.«   


 
REAKTION

Tolles Essen, aber viel zu laut: Gäste beschwerten sich über die Geräuschkulisse im Wiener »La Mia«.

Inhaber Christian Gansterer reagiert auf die Kritik der Gourmetclubmitglieder: »Wir wissen über dieses Problem Bescheid. Wir werden Anfang nächsten Jahres »Schallabsorber« aufhängen. Diese sind hinter den bestehenden Bildern versteckt, und wir planen auch noch zusätzlich Stoffe aufzuhängen, damit wir dieses Problem in den Griff bekommen. Wir bedanken uns bei den Gästen für dieses Feedback. Das ist für uns sehr wichtig, denn nur so können wir uns verbessern. Nicht jeder Gast nimmt sich die Zeit und äußert seine Kritik, viele kommen einfach nicht mehr. Danke!« 

Die Redaktion behält sich vor, dem Falstaff ­zugesandte Berichte aus Platzgründen für die ­Veröffentlichung zu kürzen. 

Haben auch Sie ein bemerkenswertes Restauranterlebnis, das Sie uns schildern möchten? Dann schreiben Sie uns an redaktion@falstaff.at.

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Falstaff Nr. 01/2018
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