Dass auch Hähne eine artgerechte Haltung verdient haben, davon ist Toni Hubmann überzeugt
Dass auch Hähne eine artgerechte Haltung verdient haben, davon ist Toni Hubmann überzeugt / Foto: beigestellt

Wenn Toni Hubmann, Geschäftsführer von Toni’s Freilandeier, von den »Brüdern der Legehennen« spricht , meint er damit seine 140 Junghähne, denen er seit Februar 2012 ganz besondere Aufmerksamkeit schenkt. Denn in Glein bei Knittelfeld in der Steiermark entstand vor einigen Monaten ein neues Projekt zur artgerechten Nutztierhaltung: Neben den Freiland-Hennen werden nun auch Hähne in Freilandhaltung und unter höchsten Tierschutz- und Qualitätsstandards gehalten. Dabei setzt sich Toni Hubmann mit einem der heikelsten Themen der Nutztierhaltung auseinander. »Seit mehr als 50 Jahren werden herkömmliche Legehennenrassen ausschließlich fürs Eierlegen gezüchtet; die männlichen Küken werden gleich nach dem Schlüpfen getötet. Das war nicht immer so. Jährlich betrifft dieses Schicksal europaweit etwa 335 Millionen Tiere«, erklärt Hubmann. 140 Junghähnen in der Glein bleibt es jedoch erspart: Die männlichen Vertreter einer speziellen Zweinutzungsrasse, die sich für die Mast ebenso eignet wie für das Eierlegen, leben schon seit einigen Monaten auf Toni Hubmanns Hof.

Ein Schritt in Richtung eines anständigen Umgangs mit Tieren
»Von unseren Legehennen wissen wir, wie sehr sich die artgerechte Tierhaltung auf die Qualität der Produkte auswirkt. Der Unterschied ist zu schmecken – gute Tierhaltung hat erwiesenermaßen einen positiven Nutzen für die Tiere, für die Produkte und natürlich auch für die Konsumenten. Ähnliches erwarten wir auch von unserem Junghähne-Projekt. Es war mir ein Anliegen, dieses Thema aktiv anzusprechen und gleichzeitig Lösungen und Alternativen zur sinnlosen Küken-Schlachtung anzubieten. Und wir freuen uns, dass es uns auch in dieser Frage gelungen ist, unsere Ansprüche an höchste Tierhaltungsqualität und Artenschutz zu verwirklichen«, erzählt Toni Hubmann über sein Projekt. Der langjährige Weggefährte Toni Hubmanns und Präsident der Vier Pfoten Helmut Dungler freut sich ebenso über diese positive Entwicklung: »Wir sind froh darüber, dass sich jemand auch in dieser besonders heiklen Frage für die Tiere stark macht.«

Toni Hubmann und Vier Pfoten-Präsident Helmut Dungler inmitten der Junghähne
Toni Hubmann und Vier Pfoten-Präsident Helmut Dungler inmitten der Junghähne


Toni Hubmann und Vier Pfoten-Präsident Helmut Dungler inmitten der Junghähne

Tierzucht im Zeichen des Tierwohls
»Wir sehen dies als gewaltige ethische Herausforderung für die Landwirtschaft und für die Nutztierhaltung – niemand ist besser dazu geeignet, hier neue Wege und Perspektiven zu erschließen als Toni Hubmann«, ist sich Helmut Dungler, einer der renommiertesten Tierschützer Europas, sicher. Die Bestimmtheit dieser Aussage hat ihren Grund: Bereits seit mehr als 20 Jahren arbeiten Toni’s Freilandeier und Vier Pfoten zusammen. »Bei Toni’s ist es offenkundig: Qualitätsbewusstsein und Tierschutz werden in jedem Bereich der Produktion gelebt – es ist dies mit Fug und Recht als europäische Herzeigeproduktion zu sehen«, so Dungler. Und der Prozess ist noch lange nicht vollendet: Zwei weitere Aufzuchtpartien mit insgesamt 500 Hähnen sind in diesem Jahr noch vorgesehen. 2013 sind schon 5.000 geplant, um die Junghähne von ihrem üblichen Schicksal zu befreien. Auch die Konsumenten sind aufgefordert zu handeln: Würde sich jeder Österreicher auch nur einmal im Jahr für einen Junghahn statt für ein Brathendl entscheiden, wäre ein wesentlicher Beitrag zum Ende des sinnlosen Kükensterbens geleistet. Gelegenheit dazu bekommt man in den nächsten Wochen: Die ersten Junghähne kann man dann als Toni’s delikaten Freilandhahn direkt ab Hof bei Toni Hubmann in der Glein abholen oder ihn in einem der ausgewählten Gastronomie-Partnerbetriebe probieren. 

Nicht genug des Neuen 
Eine weitere Neuigkeit ist Toni Hubmanns Eierlikör, der gemeinsam mit dem Partner Stroh Austria, der ältesten Spirituosenmarke Österreichs, entwickelt wurde. »Schon seit vielen Jahren fragen uns Konsumenten immer wieder, warum es keinen Eierlikör aus unseren Freilandeiern gibt«, berichtet Toni Hubmann. »Dieser Herausforderung haben wir uns jetzt gestellt. Dass er nun genauso schmeckt, wie wir uns das vorgestellt haben, ist der Erfahrung von Harold Burstein und seinem Team bei Stroh zu verdanken.« Neben Toni's Freilandeiern achtet man auch bei den anderen Zutaten auf beste Qualität: Verwendet werden Bio-Alkohol aus dem Weinviertel und Fairtrade-zertifizierte Vanille. 


www.tonis.at


(wald)