Spitzenkoch Juan Amador nutzt die Insolvenz für einen Neustart
Spitzenkoch Juan Amador nutzt die Insolvenz für einen Neustart / Foto: beigestellt

Das Restaurant »Amador« in Mannheim zählt zu Deutschlands Top-Adressen und wurde mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet – dennoch musste nun Insolvenz angemeldet werden. Die Amador AG, die aus vier Teilhabern besteht, wird aufgelöst. Wie die Biss-Zeitung berichtet wird das Restaurant jedoch mit den bisherigen 16 Mitarbeitern weiterhin betrieben. Ändern soll sich lediglich das Konzept.

Unglückliche Engagements
Laut Juan Amador zählt bereits die Wahl der Rechtsform Aktiengesellschaft zu den Gründen für einen Insolvenzantrag: Es sollte unter Mitwirkung von Investoren expandiert werden, schließlich fielen aber zu viele Kosten außerhalb des Restaurantbetriebs an. Finanzielle Belastungen aus dem nicht mehr profitablen Restaurant »Amador« in Langen bei Frankfurt und unglückliche ausländische Engagements in Moskau und Bukarest führten ebenso die Insolvenz herbei. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der Amador AG wurde bereits vom Amtsgericht Mannheim eingeleitet.

Insolvenz als Chance
Gegenüber der Biss-Zeitung bezeichnet der Spitzenkoch die Ereignisse als eine neue Chance: »Als einziger Drei-Sterne-Koch in Deutschland bin ich als Unternehmer komplett unabhängig, hinter mir steht kein Hotel oder sonst irgendein Unternehmen, das sich einen Sternekoch leisten kann und den Restaurantbetrieb intern bezuschusst. Insofern musste ich schon immer mehr auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen achten.«

Das neue Konzept
Die neue Chance bringt neue Strukturen mit sich, die das Bestehen des »Amador« in Mannheim langfristig sichern sollen. Da man das Niveau des Restaurants halten will, muss auch der Drei-Sterne-Koch Amador weiterhin mitwirken – Gespräche bezüglich der Übernahme des Restaurants durch Juan Amador mit Beginn 2013 wurden bereits geführt und auch ein Konzept zur Fortführung hat der Spitzenkoch schon vorgelegt. Um negativen Entwicklungen zukünftig vorzubeugen soll es ein schärferes Controlling durch ihn selbst geben. Die Qualität soll darunter aber auf keinen Fall leiden.

Der Weinkeller wird aufgelöst
Eine weitere Änderung betrifft die Abschaffung des teuren Weinkellers: Weine werden nur noch auf Kommission bestellt. Außerdem wird es in Zukunft auch Essen zu günstigeren Preisen geben: Das Menü um 230 Euro wird um unterschiedliche Varianten ergänzt und zwei bis drei Signature Dishes sowie dazu passende Tapas werden auf der Speisekarte zu finden sein. Einzig das Interieur mit seinen sieben Tischen und 25 Plätzen bleibt unverändert.

www.restaurant-amador.de


(wald)