AMA – Kontrolle ist lebenswichtig

Das Tierwohl steht bei AMA an erster Stelle

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Das Tierwohl steht bei AMA an erster Stelle

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Es ist eine Erfahrung, die eher die im städtischen Raum Aufgewachsenen gemacht haben. Vielleicht im Alter von sechs, vielleicht auch erst mit neun. Endlich war es so weit: Das erste eigene Haustier. Sei es Hamster, Hase oder Schildkröte. Eine entscheidende Veränderung im Leben. Erstmals Verantwortung für ein lebendes Wesen haben. Ein Gefühl von Stolz, aber auch von Angst. Die Sorge, der Verantwortung nicht gerecht werden zu können, etwas zu übersehen, zu vergessen. Wie gut, dass damals (mindestens) ein Elternteil dabei geholfen hat, in die neue Rolle hineinzuwachsen…

Die Verantwortung der Tierhalter

Verantwortung ist das zentrale Wort beim Thema Tierhaltung. Ansonsten kann man die Nutztierhaltung eines landwirtschaftlichen Betriebs nicht mit der Wüstenspringmaus eines Kindes vergleichen. Die Verantwortung für das Tierwohl hingegen, die ist immer die gleiche, wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, Tierhalter sind. Die Verantwortung wird auch dadurch nicht geringer, dass die Tiere eines Schweinebauern existieren, um geschlachtet zu werden. So lange sie leben, sind sie denkende und fühlende Lebewesen, die ein Recht auf ein Leben ohne Schmerzen, ohne Leid, ohne sonstige die Lebensqualität einschränkende Umstände haben. Das sieht, abgesehen von einigen Psychopathen, jeder Mensch so. Das sieht der Gesetzgeber so und das sieht, last aber überhaupt gar nicht least, die AMA so.

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Die gesamte Kette

Der AMA obliegt es nämlich auch bei allen Produkten mit AMA-Gütesiegel, dafür zu sorgen, dass alles passt. Tierwohl ist ein zentraler Punkt dieses »alles«, aber bei Weitem nicht der einzige. Denn die Verantwortung der Lebensmittelproduzenten, besteht auch gegenüber den Verbrauchern. Und sie erstreckt sich auf die gesamte Produktionskette – from farm to fork, wie es in dieser prägnanten Kürze leider unübersetzbar ist.

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Die wichtigsten Aspekte

Grundlage dessen, was es im Alltag bedeutet, die Verantwortung wahrzunehmen, sind die jeweiligen AMA-Richtlinien. Rund zwei Dutzend gibt es davon, allein fünf beschäftigen sich mit dem Thema Schwein(efleisch). Vom Anbau der Futtermittel für die Tiere, bis zum Verkauf der Ware in der Fleischtheke ist ganz klar geregelt, was jeweils zu tun und zu lassen ist. Das betrifft unter anderem die gesicherte Herkunft, Tiergesundheit, Tierwohl, Tiertransport, Schlachtung, Hygiene, Kühlung, Reifezeit, um einige der wichtigsten Aspekte zu nennen.

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Das geeignete Werkzeug

Das alles muss natürlich kontrolliert werden. Denn ohne Kontrolle sind Regeln leider nicht mehr als unverbindliche Absichtserklärungen. Nicht weil der Mensch per se so schlecht ist, sondern: »Weil s’Leben, auf guat wienerisch, a Hund is«. So entsetzlich jeder Fall von Tierleid ist, so wichtig ist es auch zu wissen, dass in den allermeisten Fällen nicht Sadismus oder sonst eine böse Absicht dahintersteht, sondern menschliche Schicksale wie Unfälle oder Krankheit. Beispielsweise ein Bauer, der nach dem plötzlichen Tod seiner Frau alleine mit dem Hof überfordert ist und die Tiere vernachlässigt. Zum Glück kommt so etwas nur sehr selten vor, aber es kommt vor.

Auch deshalb ist jede einzelne der mehr als 20.000 Kontrollen, die im Auftrag der AMA jährlich durchgeführt werden, so wichtig. Kontrollen weisen auf Ungereimtheiten hin. Ist ein unverschlossener Medikamentenschrank Hinweis auf einen unsachgemäßen Umgang mit Tiergesundheit? Sie decken gröbere Missstände auf. Bedeutet ein schmutziger Stall mangelnde Fürsorge für die Tiere? Die Kontrollen beantworten die durch sie aufgeworfenen Fragen auch. Kontrollen schützen die Tiere, die ehrlichen Bauern und die Verbraucher. Kontrollen sind das Werkzeug, mit dem alle Beteiligten entlang der Produktionskette ihrer Verantwortung gerecht werden können. Denn Menschen machen Fehler, auch erfahrene Profis. Es geht darum, ihnen dabei zu helfen, diese Fehler zu erkennen, um sie künftig zu vermeiden.

Bessere Kontrolle

Es gibt da jemanden, dem es sehr geholfen hat, dass ihn dereinst die Mutter mit freundlichem Nachdruck darauf aufmerksam machte, wenn das Meerschweinchen mal wieder einen unfreiwilligen Fastentag eingelegt hat. Management Summary: Kontrolle ist lebenswichtig.

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Wichtige Kontrollpunkte in der Schweinehaltung:

  • Ausschließlicher Einsatz zertifizierter Futtermittel
  • Ferkelkastration nur unter Einsatz von Schmerzmitteln erlaubt
  • Beschäftigungsmaterial muss zur Verfügung stehen
  • Einhaltung der Bereitstellung der vorgeschriebenen Mindestfläche pro Tier
  • Verpflichtende Teilnahme beim Tiergesundheitsdienst
  • Arzneimittel dürfen zu keinem präventiven oder dauerhaft therapeutischen Zweck eingesetzt werden (Einsatzverbot antibiotischer Leistungsförderer!)
  • Verbot des Einsatzes von tierischen Futtermittelkomponenten (Fischmehl, Tiermehl, tierische Fette), ausgenommen Milch und Milchprodukte
  • Mikrobiologische Grenzwerte auf gereinigten und desinfizierten Oberflächen und auf dem Schlachtkörper in jeder Verarbeitungsstufe
  • Einhaltung einer Kühlkette sowie definierte Temperaturen des Fleisches in jeder Verarbeitungsstufe
  • pH-Wert Messungen des Schlachtkörpers zum Ausschluss von Fleischfehlern

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