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Nobel, nobel! Bei diesen Projekten bezieht sich das Entzücken aber nicht nur auf die Architektur, sondern vor allem auch auf die Gärten und Parkland­schaften, in die die bauliche Materie eingebettet ist. Ein Spaziergang durch diverse Neuinterpretationen des Gartens Eden.

28 . April 2022 - By Wojciech Czaja

Ein Garten voller Eschen, Erlen, Kiefern, Kastanien und Trompetenbäume. »Noch dazu alte, stattliche Bäume, die bereits eine gewisse Größe erreicht haben«, sagt Alexander Schattovich, Projektleiter im Wiener Büro Kieran Fraser Landscape Design. »Fast alles, was man sich als Landschaftsarchitekt wünschen kann, ist also bereits da.« Aber eben nur fast. Aufgewertet wird der grüne Park im Herzen von Hietzing mit Gräsern und Stauden, mit Sträuchern und anmietbaren Gemüsenutzbeeten. Am Plan steht die Pflanzung von Eiben, Eberrauten, Kugeldisteln, Liguster, Rosmarinweiden, Efeu, Bambus, Salbei, Lavendel, Kirschlorbeer, Chinaschilf und Lampenputzergras. Hinzu kommen mehr als hundert neue Bäume, die in den kommenden 18 Monaten ebenfalls direkt vor Ort gesetzt werden sollen.

»Das Ziel«, so Schattovich, »ist ein naturnaher, romantischer, ja sogar etwas wilder Garten mit Schotterwegen, Kleinsteinpflaster und ein paar gemütlichen Sitzgelegenheiten, auf jeden Fall also ein Wohnumfeld, in dem die künftigen Bewohner nicht nur im Luxus, sondern auch mitten im Grünen leben können. Damit man die einzelnen Wohnungsstiegen trockenen Fußes erreichen kann, werden wir die Hauptwege mit gestockter Betonoberfläche anlegen. Einen Secret Garden mit besonders dichter Verschattung für die immer heißer werdenden Sommertage wird es ebenfalls geben.«

Floriette – Private Park Living: So nennt sich das 1,5 Hektar große Wohnbauvorhaben mit insgesamt 63 Wohnungen, das der Grazer Immobilienspezialist Trivalue entwickelt. Unschwer zu entziffern, dass es sich dabei um eine florale Annäherung an die Gloriette handelt – auch wenn der historische Namensgeber an der besagten Adresse, Jagdschlossgasse 23, mehr als drei Kilometer Fußmarsch entfernt liegt. Vor wenigen Wochen war Spatenstich, bis Dezember 2023 soll der Traum vom grünen Reigen Realität werden. Der bauliche Bestand soll dabei zum Teil erhalten bleiben. »Wir sind gerade dabei, einige Trakte der alten Krankenpflegeschule und des anschließenden Wohnheims abzutragen«, sagt Florian Xander von Dietrich Untertrifaller Architekten, die für den -Entwurf zuständig sind, der ursprünglich für die BAI ausgearbeitet wurde, ehe die Projektentwicklung erst von der Signa übernommen und dann an Trivalue weiterverkauft wurde. »Den alten Hauptriegel jedoch werden wir als geschichtsträchtiges Rückgrat erhalten und aufstocken. Mit einer Verstärkung des Fundaments und neuen Deckenplatten werden wir die Konstruktion ertüchtigen.«

Ergänzt wird der helle, zum Teil mit Stuck geschmückte Altbau von drei schlichten Punkthäusern, die etwas dunkler verputzt und mit bronzefarben eloxierten Balkon-brüstungen verkleidet werden sollen. »Die Architektur«, so Florian Xander, »nimmt sich bewusst zurück und dient hier lediglich als elegante, aber ruhige Hintergrundkulisse. Die Bühne gilt eindeutig dem Grünraum.«

Damit das stimmige Bild auch in Zukunft erhalten bleibt, haben die Architekten und Landschaftsarchitekten sogar einen Farben- und Designkatalog entwickelt, aus dem die zukünftigen Bewohner Inspiration für die Outdoor-Möblierung ihrer Terrassen schöpfen können. Schwerpunkt: Sandtöne, Rostrot, Anthrazit und ­Dunkelbau. Die Floriette ist bei Weitem kein Einzelfall. Als Folge der zahlreichen Corona-Lockdowns und Einschränkungen in den oft engen, viel zu hermetisch verschlossenen Stadtwohnungen floriert das Nobelwohnen im Grünen derzeit geradezu. In Entwicklung und Bau befinden sich an den zumeist westlichen Rändern Wiens ­unzählige Projekte, in denen die Architektur zwar sämtliche Stückerln spielt, die man sich nur wünschen kann, die Hauptrolle aber jedes Mal aufs Neue Mutter Natur überlassen wird.

Auch bei The Unique mitten in den ­Döblinger Weinbergen – der Name ebenfalls von nicht gerade tiefstapelnder Qualität – sind kürzlich die Bagger angerollt. »Ja, ­obwohl es diese Villa insgesamt 17-mal gibt, ist sie dennoch einzigartig«, sagt Michael Schmidt, CEO der 3SI Immogroup, die das Projekt entwickelt und vermarktet. Denn: »Jede Villa hat 130 Quadratmeter Wohn­nutzfläche auf drei Etagen, eine großzügige Terrasse sowie einen eigenen, privaten Swimmingpool, der auf Wunsch sogar beheizt werden kann.« Die baulichen Maßnahmen dafür sind vorgesehen, die Technik kann auf Wunsch jederzeit nachgerüstet werden.

»The Unique lebt von und mit dem Freiraum«, sagt Architekt Peter Steininger, der in Wien und Krakau das Büro Formarchitektur leitet. »Die Architektur selbst nimmt sich farblich zurück und überlässt die Show der Natur, den Weinbergen und der spektakulären Aussicht auf Wien.« Jedes Haus öffnet sich dramatisch in zwei Himmelsrichtungen, sodass niemand dem Nachbarn in den fremden Garten hineinschaut. Um sich gegen die sommerliche Sonne zu schützen, können die Balkone und Glasfassaden bei Bedarf mit Knopfdruck elektrisch geschlossen werden. Elegante Screens aus gelochtem Metall schieben sich dann vors Fenster und hüllen das Haus in einen schwarzen, diffundierenden Schleier.

Ob Cuvée 49 in Grinzing, Bellevue 74 in Sievering oder die Crownd by Chipperfield Residences in Hietzing: Die gehobene Immobilienwirtschaft entdeckt neuerdings die Kraft organischer Materie und übertrumpft sich mit immer exklusiveren Wohnvillen im paradiesischen Garten-Eden-Milieu. Die Nachfrage ist anhaltend hoch, die Preislage selbstredend ebenso, doch dafür gibt’s Blätterrauschen und Urlaubsfeeling 365 Tage im Jahr.

Erschienen im Falstaff LIVING Residences 01/2022

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