© Christies Real Estates

Winzer-Wohnen: Ein Weingut in der Toskana als eigene Immobilie

Lust auf eigenen Wein? Kein Problem, denn die Toskana sucht Nachwuchs für idyllische Weingüter in bester Lage. Ob als lang gehegter Lebenstraum oder als solides Investment, mit dem Erwerb einer solch außergewöhn­­lichen Immobilie bleibt ein großes Stück Kulturgut erhalten und setzt damit eine Weinbautradition fort.

07 . März 2021

Sie sehen aus wie verträumte Schlösser und Burgen, wie sie da mit ihren berankten Steinfassaden, palladianischen Bögen und erhabenen Türmchen hoch oben über den Weiten der hügeligen Landschaft thronen: Die Weingüter der Toskana inmitten eines Meers von Weinstöcken und Reben haben ihren ganz besonderen Reiz. Es ist eine Idylle, von der sich manch einer gern ein Stück mit nach Hause nehmen möchte – und zwar nicht nur in Form von ein paar Flaschen edelster Tropfen. Und neben all den privaten Annehmlichkeiten der Idylle eröffnet sich auch ein potenzieller Geschäftszweig. 

 

Zukunft mit Köpfchen

Immer schon waren Geruch, Geschmack und Flair der sattgrünen Weinhänge ein erfüllendes Urlaubssouvenir, doch nichts schlägt die Idee, selbst in der Toskana Winzer zu werden. Ähnlich wie in Deutschland oder Frankreich, wo einige Weingüter zum Verkauf stehen, hat sich auch in Italien ein potenter Markt dafür entwickelt, der auf den Charme der Toskana und die Leidenschaft der künftigen Besitzer setzt. Ein willkommenes Szenario für betuchte Aussteiger, die nach neuen Herausforderungen suchen oder selbst Hand anlegen wollen. Oft haben Interessierte das Weingut aber auch als mehr als ein exklusives Feriendomizil im Auge und überlassen die Pflege der landwirtschaftlichen Flächen der erfahrenen Gutsverwaltung.

Die Gründe für den Verkauf von Weingütern sind mannigfaltig. Meist mangelt es an Nachfolgern, die bereit wären, den aufwendigen ­Betrieb eines Weinguts fortzuführen. Die Liegenschaften umfassen meist mehrere Gebäude, befinden sich in einzigartigen Alleinlagen und verfügen über eine intakte Infrastruktur für die Traubenverarbeitung – Kellerei und Flaschenabfüllung inklusive. Nicht selten ­gibt es Gästezimmer en masse, die für den ­Eigenbedarf, aber auch für sanften Tourismus ­genutzt werden können. Neben den Immo­bilien­maklern sind es vor allem die potenziellen neuen Gutsherren, die sich über eine massive Wertsteigerung der Immobilie freuen dürfen. Das Potenzial liegt dabei auch in der starken Nachfrage nach ausgezeichneten Weinen. Bei gleichzeitig voranschreitender Reduktion von Anbauflächen in Europa macht das die Angebote der Toskana noch wertvoller. 

Was kommt, was bleibt

Einer, der weiß, wovon er spricht, ist Michael Jaklin von Jaklin & Riegelmann. Er sieht in
der Toskana eine kontinuierliche Entwicklung: »Wir arbeiten seit 25 Jahren als Agentur hier und können sagen, dass die Nachfrage immer schon da war, vor allem aus den nördlichen Ländern und vielfach von Käufern mit dem ernsthaften Interesse, selbst ein Weingut zu betreiben. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Weingut kein Input-Output-Produkt ist. Es ist ein Projekt, das stark von der Natur und von den Professionisten vor Ort abhängt – vor allem, wenn man selbst kein Önologe ist. Die andere Fraktion sind die Investoren, die naturgemäß in erster Linie an den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen in­teressiert sind. Diese sollten aber nicht vergessen, dass sie mit dem Weingut ein Stück Kulturlandschaft kaufen, mit Häusern, Weinbergen und Olivenhainen. Man muss sich damit auseinandersetzen und ein Gefühl für die Natur mitbringen, um das Weingut im Einklang mit der Natur ›con piacere‹ in die Zukunft zu führen.«

Magische Anziehungskraft

Einen Aufschwung erlebt dieser spezielle Markt zweifelsohne durch die rege Nachfrage Prominenter wie Gérard Depardieu, Sting, Brad Pitt oder den Beckhams, die sich für diese Art von Domizilen samt umliegenden Ländereien interessierten und das Richtige fanden. Der Glamour-Faktor verschaffte den Weingütern in der Folge höhere Aufmerksamkeit. Die sogenannten »Lifestyle Vineyards«, wie sie der internationale Makler Knight Frank nennt, gelten als zukunftssichere Anlageform mit – im wahrsten Sinne des Wortes – saftigen Renditen, wobei Image und Prestige oft genauso viel wiegen wie die eigenhändige Ernte der Trauben. »Weingüter sind prestigeträchtige Luxusanlageobjekte und bieten attraktive Renditen. Die Nachfrage ist sehr hoch, das Angebot ist äußerst limitiert. Weinliebhaber und Connaisseurs bevorzugen Anwesen in der Toskana, im Piemont und in Umbrien sowie in Premiumlagen am Ätna auf Sizilien«, teilt Gernot Rella, Area Manager Commercial & Residential International bei Engel & Völkers, seine Erfahrungen. Passt also die geografische Lage, lässt sich natürlich auch mit ihnen gut verdienen. Salute! 

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