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Hästens hat etwas geschafft, das auf den ersten Blick paradox erscheint. Das schwedische Unternehmen revolutioniert den Schlaf mithilfe von Tradition. LIVING hat hinter die Kulissen geblickt und erfahren, wie der Boxspingbetten-Profi mit gutem Schlaf die Welt verändern will.

17 . Januar 2019 - By Sonja Boric

Betritt man die »Heiligen Hallen der Nachtruhe«, nämlich jene der Hästens Bettenfabrik, den Hauptstandort des schwedischen Traditionsunternehmens in Köping, eineinhalb Stunden von Stockholm entfernt, empfindet man ein wohliges Gefühl von Entschleunigung. Nicht unbedingt eine Situation, die man allgemein mit einer Fabrik in Verbindung bringt. Die Wände sind geziert mit besonderen Erinnerungsstücken der Firmengeschichte, Kinderfotos, Leserbriefen und den Gesichtern von Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Bei einer Tour durch die Produktionshallen fühlt man sich an einen Astrid-Lindgren-Roman erinnert, die Atmosphäre ist idyllisch und harmonisch. »Ich glaube nicht an Zeitdruck beim Arbeiten. Wenn man Menschen unter Druck setzt, machen sie Fehler, und das kostet das Unternehmen mehr, als wenn ein Bett in der Fertigung länger dauert«, erklärt Jan Ryde, der das Unternehmen in fünfter Generation führt.

»Mein persönliches Ziel ist es, dass jeder Mensch, der sich ein neues Auto zulegen würde, in Zukunft in seinen Schlaf investiert. Denn was tun Autos für unsere Gesundheit und Lebensqualität?« Jan Ryde Hästens-Firmenchef

Traumland

Dass bei Hästens Qualität die oberste Maxime ist und man sich bei der Produktion Zeit lässt, schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Das High-End-Bett »Vividus« etwa schlägt mit 100.000 Euro zu Buche. »Das ›Vividus‹ ist unser absolutes Luxusmodell und Aushängeschild. Doch unsere Mission für die Firma ist eine andere. Wir wollen den Menschen dienen und ihre Lebensqualität und Gesundheit verbessern. Im Durchschnitt leben Raucher rund sieben Jahre kürzer, doch Menschen mit einer schlechten Schlafqualität schaffen es auf circa 15 Jahre. Das ist schockierend«, findet Ryde. 

Der derzeitige Tenor und Ruf nach Nachhaltigkeit spielt der Firma zusätzlich in die Karten, erklärt Ryde: »Unsere Betten werden ausschließlich aus natürlichen Materialien gefertigt. Diese regulieren die Temperatur des Körpers und sind gut für die Umwelt. Mein persönliches Ziel ist es, dass jeder Mensch, der sich ein neues Auto zulegen würde, in Zukunft in seinen Schlaf investiert. Denn was tun Autos für unsere Gesundheit und Lebensqualität? Der Mensch verbringt im Durchschnitt acht Stunden pro Tag in seinem Bett und maximal zwei in seinem Auto – hier müssen wir Awareness schaffen.« Mit der Zeit zu gehen, das liegt bei Ryde in der Familie. Ursprünglich bestand das Unternehmen aus Sattelmeistern, doch mit dem Aufkommen des Automobils mussten sie umdenken und spezialisierten sich auf den Bettenbau. Bis heute besteht eine Hästens-Matratze zum Großteil aus Rosshaar. »Zu Schaden kommt dabei natürlich niemand«, schmunzelt Ryde.

Schlafmuster

Tradition setzt sich bei Hästens auch in Sachen Design durch. »Das berühmte blaue Karo ist unser Aushängeschild. Wir wollen, dass Menschen unser ikonisches Design automatisch mit der Marke assoziieren, außerdem dient das Karo auch als Hilfsmittel in der Produktion bei der Fertigung der Seitennähte. Natürlich freuen wir uns, dass Boxspringbetten gerade im Trend liegen, doch nur weil ein Bett hoch ist, ist es nicht automatisch ein Boxspringbett. Bei billigeren Modellen besteht die Box meist nur aus einem hohlen Rahmen mit einer beliebigen Matratze als Topping.« Die Bezeichnung Boxspring ist eine geschützte Trademark. »Modelle, die die Kriterien nicht erfüllen, bezeichnen sich oft als ›Box Style Beds‹ oder Ähnliches«, warnt Ryde.

Der Firmenchef mit der Liebe zur Tradition ist davon überzeugt, dass seine Betten die Welt ein Stücken besser machen können. Ganz nach dem Motto: »Sleep happy, feel happy!«

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