© Peter Pichler Architecture

Abgelegene Baumhäuser sind in der Welt des Ökotourismus besonders beliebt. Den kindlichen Wunsch, sich Unterschlupf in einem Baum zu suchen, kann man sich dank architektonischer Meisterleistungen auch als Erwachsener erfüllen.

10 . Mai 2022 - By Nada Andjelic

Der eskapistische Rückzugsort wird touristisch heutzutage immer beliebter. In einer hoch digitalisierten Welt des Wandels suchen immer mehr Menschen die Verbindung zur Natur. LIVING präsentiert Ihnen einige Hotspots, die Ferien und Kindheitsgefühl vereinen.

Treehotel – Harads, Schweden

Das Treehotel wurde 2010 von Kent Lindvall und seiner Frau Britta gegründet und bietet Themenunterkünfte für Tourist:innen, die sich auf der Suche nach dem Nordlicht nördlich des Polarkreises aufmachen. Die sieben Suiten sind in einem Waldgebiet in Harads angeordnet und wurden von insgesamt sieben Architekt:innen, darunter Tham + Videgård Arkitekter und Rintala Eggertsson Architects, entworfen.

Die Lindvalls wurden von Jonas Selberg Augustsens Film »The Tree Lover« inspiriert, einer Geschichte von drei Stadtbewohnern, die gemeinsam ein Baumhaus im Wald bauen. »Die Idee hinter dem Treehotel ist es, eine Unterkunft mit hohem Standard an einem harmonischen Ort anzubieten, an dem der gewöhnliche Stress des Alltags nicht existiert«, erklärte Kent Lindvall.

Treehotel
Edeforsväg 2 A
Harads, Schweden
treehotel.se

Steirereck am Pongusch – Turnau, Österreich

Die vier karikaturhaften Baukörper, die jeweils eine eigene Form haben, dienen als Unterkunft für Gäste und Mitarbeiter:innen des Restaurants Steirereck am Pogusch im gleichnamigen ländlichen Dorf. »Wir haben dieses Projekt mit den naiven Augen von Kindern betrachtet und uns gefragt, wie würde das Gebäude aussehen, wenn es von dieser ungefilterten Fantasie eines Kindes entworfen würde?«, erklärte der Mitbegründer des Architekturbüros Chris Precht.

Die Strukturen sitzen auf kleinen Betonfundamenten versteckt im Wald beim Restaurant. Jede Wohnung ist auf einem kreisförmigen Betonsockel positioniert, über dem die röhrenförmigen modularen Elemente gestapelt sind. Die modularen Elemente enthalten Küchen, Wohnräume, Schlafzimmer und Badezimmer und bestehen aus gebogenem Brettsperrholz.

Steirereck am Pongusch
Pogusch 21
Turnau, Österreich
steirereck.at

Baum-Hotel – Dolomiten, Italien

Das in Mailand ansässige Studio Peter Pichler Architecture unter der Leitung der Architekten Peter Pichler und Silvana Ordinas entwarf die Baumhausstrukturen, die als Hotelzimmer dienen sollen und Tourist:innen die Möglichkeit bieten, sich mit der Natur zu verbinden. Spitz zulaufende Dächer und geschwärzte Holzverkleidungen charakterisieren diese Baumhäuser, die das Architekturbüro für ein Hotel im Bergwald in den Dolomiten Norditaliens entworfen hat. »Wir glauben, dass die Zukunft des Tourismus auf der Beziehung des Menschen zur Natur basiert. Eine gut integrierte, nachhaltige Architektur kann diese Beziehung verstärken, mehr ist nicht nötig,« verrät Pichler. Die Baumhäuser werden zwischen 35 und 45 Quadratmeter groß sein, wobei jedes das gleiche steile Dach und den gleichen Sockel hat, die die Formen der umliegenden Tannen und Lärchen widerspiegeln sollen. Das Hotel ist noch unbenannt und findet sich derzeit in Planung.

Projekt: Im Bau/In Planung
peterpichler.eu

Woodnest – Odda, Norwegen

Das norwegische Architekturbüro Helen & Hard hat zwei mit Schindeln verkleidete Baumhäuser auf einem Hügel mit Blick auf den Hardangerfjord fertiggestellt. Die Woodnest-Baumhäuser liegen oberhalb der Stadt Odda an der Südspitze des Sørfjords. Die Architekt:innen entwarfen die beiden Hütten als Reaktion auf die Topographie und die Bedingungen des Geländes, das sich auf einem steilen, bewaldeten Hügel am Rande des Fjords befindet.

Die Kabinen schweben rund sechs Meter über dem Waldboden und sind mit Stahlmanschetten an den Stämmen zweier lebender Kiefern befestigt. Dadurch entsteht das Gefühl, zwischen den Ästen zu wohnen. »Ausgehend vom Wunsch des Kunden, ein einzigartiges Raumerlebnis zu schaffen, das sowohl das gewöhnliche als auch das außergewöhnliche Gefühl des Kletterns und Erkundens von Bäumen verbindet, war es unser Ziel, einen Raum zu schaffen, der wirklich verkörpert, was es bedeutet, in der Natur zu leben«, erklärte das Architekturbüro.

Woodnest
Odda, Norwegen
woodnest.no

Pigna, the treehouse – Malborghetto, Italien

Der italienische Architekt Claudio Beltrame entwarf das Baumhaus in Form eines Tannenzapfens, der holzigen Frucht der Kiefern, die in den Nadelwäldern von Tarvisio heimisch sind, wo sich auch sein Studio befindet. Das Areal des Baumhauses liegt auf 1.200 Metern Seehöhe in den Dolomiten, einem UNESCO Weltnaturerbe. »Unterschlupf in einem Baum war schon immer der beste Ort zum Träumen«, so Beltrame. Dabei orientierte er sich auch an den Theorien des Philosophen Michael Foucault: Räume, die außerhalb der Gesellschaft und ihrer Kontrollsysteme operieren.

Das vom Architekten als »Haus ohne Fundament« beschriebene Baumhaus schwebt 10 Meter über dem Boden, wird von den umliegenden Tannen getragen und ist über eine Brücke erreichbar. Das Haus erstreckt sich über drei Ebenen, wobei die Fenster im Erdgeschoss einen 360-Grad-Blick auf die Berge bieten.

Pigna, the treehouse
Malborghetto, Italien
beltrame.studio

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