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Nanna Balslev Strøjer, Direktorin der Kunstmesse CHART, über das Besondere der Kunstwelt Kopenhagens und ihre persönlichen Tipps für ein Wochenende in der Stadt.

14 . Juli 2018 - By Maik Novotny

LIVING: Die Kunstmesse CHART gilt als Schaufenster für skandinavische Kunst. Was ist das Besondere an der nordischen Szene?
Nanna Balslev Strøjer: Ihre große Bandbreite. Es gibt international anerkannte Künstler wie Olafur Eliasson, Jeppe Hein, Elmgreen & Dragset, Ragnar Kjartansson, Tal R und John Kørner, ebenso wie eine junge Szene mit selbst verwalteten Kunsträumen.

CHART wurde 2013 gegründet. Was war der Anreiz dafür?
Der wesentliche Grund war, einen internationalen Kunstevent mit einem fairen und öffentlichen Programm zu etablieren. CHART entstand aus dem typisch skandinavischen Geist der Zusammenarbeit und hat über die Jahre das disziplinenübergreifende Programm CHART SOCIAL entwickelt, das sich den Schnittmengen von Kunst, Design, Architektur, Performance, Musik und Gas-tronomie widmet. Durch gemeinsames Arbeiten entsteht das bestmögliche Angebot. Das ist die nordische Mentalität! Ich glaube, heute hat CHART sogar dieses Ziel übertroffen und präsentiert nicht nur das Beste der Kunstwelt, sondern auch die nordischen und dänischen Kernkompetenzen von Design und Architektur.

Was zeichnet Kopenhagen als Ort für Museen und Galerien im Vergleich zu anderen skandinavischen Metropolen aus?
Es gibt hier wunderbare Museen wie das SMK, das Den Frie, das Designmuseum Denmark und die Glyptoteket, die eine reichhaltige Geschichte mit einem sehr modernen Ausstellungskonzept verbinden. Etablierte Institutionen und die junge Kunstszene arbeiten eng zusammen, etwa in der Kunsthal Charlottenborg und der Royal Danish -Academy of Fine Arts. Kopenhagen liefert eine höhere Diversität und Dichte in der Kunst, als man es von einer doch relativ kleinen Stadt erwarten würde.

»Gemeinsam arbeiten – das ist nordische Mentalität!«

Kopenhagen ist nicht nur berühmt als Kunstort, sondern auch für Innenraum- und ­Möbeldesign sowie Architektur. Beeinflussen sich diese Bereiche gegenseitig?
Die Geschichte Kopenhagens ist genau von dieser Art der Kombinationen geprägt. Das hat einen ganz natürlichen Austausch zwischen den Disziplinen ermöglicht. Es gibt eine Neugier, andere kreative Bereiche zu erkunden. Künstler, die funktionale Objekte herstellen, und Designer, die konzeptionell arbeiten. Nicht zuletzt deshalb gibt es bei uns die Sparten CHART DESIGN und CHART ARCHITECTURE, mit denen wir disziplinenübergreifende Lösungen einer funktionalen und ästhetischen Architektur zeigen.

Welche Museen, Galerien und Stadtviertel muss ein kunstinteressierter Wochenendbesucher in Kopenhagen unbedingt gesehen haben?
Ich empfehle, bei der Kunsthal Charlottenborg zu beginnen, die an einem der schönsten Plätze der Stadt liegt, direkt am berühmten Nyhavn-Kanal. Von dort spazieren Sie die Bredgade hinunter und besuchen Galerien wie Andersen’s, Martin Asbæk oder Niels Borch Jensen, dann das Designmuseum ­Denmark und zu guter Letzt das Den Frie am Oslo Plads. Auch der Nordwesten der Stadt ist in den letzten Jahren ein Anziehungspunkt für interessante Galerien geworden. Zum Schluss würde ich einen Besuch in Kødbyen empfehlen. Hier sind nicht nur tolle Galerien wie V1, Gether Contemporary, Bo Bjerggaard und Eighteen zu Hause, es ist auch ein fantastischer Ort, um auszugehen und sich die Zeit bei einem Kaffee oder einem Glas Wein in den Bars und Restaurants zu vertreiben.

Nanna Balslev Strøjer

ist freie Kuratorin und seit 2017 Direktorin der internat-ionalen Kunstmesse CHART, die vom 31. August bis 2. September in Kopenhagen stattfindet. chartartfair.com

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