© Art Basel

Unter vier Augen mit Klaus Albrecht Schröder

Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina Wien, über die Art Basel Miami Beach.

28 . April 2018 - By Maik Novotny

Für mich ist die Art Basel mehr ein Ort der Kommunikation als ein Ort der Information. Ich erfahre dort weniger etwas über neue Kunst oder Trends. Das ist für einen Insider wie mich von einer Kunstmesse auch nicht zu erwarten. Diese Informationen hole ich mir über andere Kanäle, etwa auf meinen vielen Reisen. Aber das Großartige ist: Ich treffe auf der Art Basel an einem Ort zur selben Zeit viele Künstler, Galeristen und Direktoren, mit denen ich sonst nur mit großem Organisationsaufwand persönlich zusammenkommen würde. Das ist in Basel so, und bei der Art Basel Miami Beach potenziert sich das. Sie ist noch viel mehr ein Ort der Begegnung, des Feierns, des Vertrauen-Schaffens. Das ist viel wichtiger, als dass man dort etwas über Kunst erfährt. 

Alle großen Sammler, insbesondere aus dem amerikanischen Markt, treffen sich dort. Auch Museums-direktoren aus den USA, die vielleicht nicht nach Basel kommen, sind auf jeden Fall in Miami vor Ort. Und auch die Förderer und Freundeskreise der Museen in den USA sind dort. In den USA sind diese Personen, anders als in Europa, immer auch große Sammler. Wenn man deren Partys in Miami besucht, hat man sie alle auf einem Haufen! Eine Kunstszene gab es zwar vorher schon, und die wirklich exzeptionelle Rubell Collection hat den Boden bereitet, aber sichtbar wurde diese Szene erst durch die Art Basel Miami Beach. Diese Messe hat wie ein Antriebsriemen gewirkt! Wenn ein Event einer Region ein kulturelles Profil gegeben hat, dann dieser. Er hat den Süden der USA erst auf die Landkarte der Kunst und Kultur gebracht.

Klaus Albrecht Schröder

Der Kunsthistoriker leitet seit 18 Jahren als Direktor die Wiener Albertina. Unter seiner Ägide ist das Haus zu einem der meistbesuchten Museen Wiens geworden.

Der Kunsthistoriker leitet seit 18 Jahren als Direktor die Wiener Albertina. Unter seiner Ägide ist das Haus zu einem der meistbesuchten Museen Wiens geworden. 

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LIVING Nr. 02/2018

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LIVING Nr. 02/2018

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