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Die Saisonen ändern sich, auch im Herbst lässt es sich teils noch gut draußen sitzen. Und jetzt herrscht Hochsaison: Rooftops sind Magneten, die die Menschen nach oben ziehen – weltweit.

05 . Juli 2019 - By Nicola Afchar-Negad

Die Welt sieht von oben einfach anders aus. Auf der einen Seite greifbarer, man hat ja alles im Blick und ist erhaben. Auf der anderen Seite realisiert man erst aus der Vogelperspektive das große Ganze. Rooftops, die Dächer der Welt, haben eine unwiderstehliche An­ziehungskraft. Sie sind per se exklusiv, denn man muss sie erst einmal finden – und raufkommen. Selbst das unscheinbarste Dach-Grilllokal in den Souks von Marrakesch fühlt sich besonders an. Man steht über den Dingen, kann unbemerkt beobachten und wähnt sich dem grenzenlosen Himmel ein Stück näher.  Gerade in den Metropolen Südostasiens sind Rooftop-Bars und -Res­taurants allgegenwärtig. Der einzige Spiel­verderber hier ist der Monsun in den Sommermonaten.

Von Iglus und Tipis

In Europa sah das Ganze bisher anders aus. Der Aufwand schien einfach zu groß, das Wetter zu unsicher, die Saison zu kurz. Und: Der Drang der Menschen, ihr Leben nach draußen zu verlegen, war noch nicht so ausgeprägt wie heute, einer Zeit, in der vermehrt Outdoorküchen und Möbel nachgefragt werden, die drinnen wie draußen funktionieren. Die Sommer in den Städten werden heißer und länger, eine neue Generation an Roof­top-Spots rückt nach. Geöffnet: nur im Frühling und Sommer. Wobei: So ganz stimmt das nicht. Das »Aviary« in London begeistert zum Beispiel mit Iglus aus Glas, in denen man im Winter dinieren kann. Die Menschen lieben es! In der Rooftop-Bar »Mr. Stork« in Singapur sind es Tipi-Zelte, in denen man es sich gemütlich machen kann. Diese zwei Beispiele sollen zeigen: Die Kreativität der Macher steigt in ungeahnte Höhen. Die Zeiten, in denen es gereicht hat, eine schöne Aussicht anzubieten – und sich diese auch bezahlen zu lassen –, sind vielerorts vorbei.

Rooftop-Bars erzählen heute ihre eigene Geschichte, und die kann sogar von der des Hotels (so es denn eines gibt) abweichen. Ein aktuelles Beispiel aus Wien: das »Aurora« über dem »Andaz Vienna Am Belvedere«, gehörend zur Hyatt-Gruppe. Die Architekten von archisphere setzen auf ein nordisches Ambiente, wie Gabriel Kacerovsky und Carmen Ivona Dumitrescu erklären: »Die Idee des skandinavischen Lifestyles – denken Sie an die ›Hygge‹-Bewegung – ist eine Entsprechung zur österreichischen Gemütlichkeit. Und sie passt darüber hinaus gut zur hellen Keramikfassade des Hotels. Der Einsatz von hellen, von unbehandelten Materialien und Ober­flächen, dazu ein Indoor-Kamin und eine Outdoor-Feuerstelle – das alles schafft eine lockere Atmosphäre.« Auch die Trinkkultur hat sich gewandelt. Statt überteuerter Cosmopolitans sind es jetzt wohldurchdachte Signature-Drinks – oder auch ein Craft-Bier –, die serviert werden. Im »Aviary« ist es etwa der Knickerbocker, eine Kreation aus weißem Rum, Cointreau, Honig, Himbeeren und Limetten, die man so schnell nicht vergisst – und die sich hervorragend im Instagram-Feed macht (platziert vor der Skyline Londons, versteht sich). Dazu passt Fingerfood zum Teilen, Dippen und Gustie­-ren.Alles möglichst unprätentiös. Nur die Sneakers, die sollten zumindest in London eher im Koffer bleiben, denn »casual« macht sich nun mal besonders gut in Kombination mit dem Wort »chic«.

LIVING Nr. 03/2019

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