© Trish Anderson Art

Die Kunst des Teppichwebens ist Jahrtausende alt. Heute braucht es dafür keinen Webstuhl mehr, wie uns die Künstlerin Trish Anderson zeigt.

14 . April 2022 - By Moritz Weinstock

Der Teppich ist seit jeher die Art von Kunst, auf der wir bedenkenlos herumtrampeln. Denn egal ob Bettvorleger, Badezimmermatte oder Wohnzimmerteppich – überall, wo er eingesetzt wird, hat er vor allem eine Aufgabe: Den Untergrund gemütlicher zu machen. Kalte Fliesen werden plötzlich flauschig warm, der Parkett unter dem Esstisch wird geschont, und im marmorierten Eingangsbereich rutscht im Winter niemand mehr aus. 

Wer wir Trish Anderson in der Weltstadt der Teppiche aufwächst, kann eigentlich nicht anders, und muss in die Fußstapfen der Stadt Dalton, Georgia steigen. Ihre Exemplare sind jedoch echte Kunstwerke, fernab jeglicher industriellen Fertigung. 

© Trish Anderson Art

Aber Teppich sind auch mehr als nur nützliche Stoffgeflechte! Ihr eHerstellung war und ist mitunter heute noch extrem aufwendig. Ganze Länder haben sich darauf spezialisiert, die feinsten Garne zu wahren Kunstwerken zu verweben. Die Ergebnisse sind neben funktional vor allem eines: wunderschön! Teppiche sind also schon immer auch Designobjekte, mit denen wir unsere Böden und Wände verschönern. 

 

Knüpfen mit Pistole

Trish Anderson hat eine Schwäche für Farben und ausgefallene Muster. Zudem liebt sie Teppiche, ganz gleich ob als echtes Kunstwerk für die Wand oder als das Pendant dazu für den Boden. Dabei hätte sich das Schicksal nicht glücklicher fügen können, ist die Amerikanerin doch in Dalton im Bundesstaat Georgia geboren und aufgewachsen, jener Stadt, die heute auch als »Welthauptstadt des Teppichs« bekannt ist – zumindest in den USA. Als Absolventin des Savannah College of Art and Design, zog es sie dann aber doch eines Tages raus in die Welt. Die nächste Station war nichts geringeres als Brooklyn, New York. 

 

Ich bin besessen von Farbe. Es fällt mir schwer, nicht alle zu verwenden. Ich liebe das enge Zusammenspiel von hellen und dunklen Tönen. – Trish Anderson, Teppichkünstlerin

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© Trish Anderson Art

Sie beginnt mit unterschiedlichen Stoffen zu experimentieren, kombiniert Fasern aus Baumwolle mit denen von Schafen und solchen aus industrieller Fertigung. Dabei setzt sie auf das nicht ganz neue, aber deshalb nicht weniger eindrucksvolle Verfahren des »Tuftings«. Dabei wird mittels einer spezielle Maschine, der sogenannten »Tufting-Gun«, der Stoff der Wahl in ein spezielles Tuftingtuch, das die Grundlage des Teppichs bildet, eingefädelt. Es gibt zwei Arten des Tuftings, Loop Pile oder Cut Pile, mit denen entweder ein kuschelweichen Velourteppich entsteht, oder eher härtere, festere Exemplare. Trish Anderson kombiniert in ihren Kunstobjekten oft beide Herstellungsarten und setzt so die außergewöhnlichen Teppiche um, die sie vorher auf dem iPad entwickelt hat. 

 

»Den besten Rat, den ich je bekommen habe, war, erschaffe das, was du in der Welt sehen willst« – Trish Anderson, Teppichkünsterlin

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