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Nirgends lässt sich der Sommer besser genießen als in einem Beachclub direkt am Meer. Nicht nur kulinarisch hat sich das Angebot in den letzten Jahren erweitert, auch in Sachen Design und Nachhaltigkeit gibt es neue Trends.

06 . Juli 2022 - By Karin Cerny

Sehen und gesehen werden, Saint-Tropez war schon immer ein Treffpunkt des Jetset, den es aus aller Welt im Sommer an die Côte d’Azur zog. Mick und Bianca Jagger gaben sich 1971 das Jawort in diesem mondänen Ferienort, wahrscheinlich auch, weil hier die wildesten und ausgelassensten Feste gefeiert wurden. Von seinem Glamour hat Saint-Tropez wenig verloren, nur Paparazzi braucht heute keiner mehr. Man ist diskreter, bleibt auf seiner Yacht vor der Küste. Oder zieht sich in ein Hideaway wie das Hotel »La Réserve« zurück, das seit 2019 auch am Strand einen stylishen Beachclub eröffnet hat.

»Assaona«, Mallorca Nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum von Palma entfernt liegt dieser mondäne Beachclub. Die sandige Architektur scheint mit dem Strand zu verschmelzen. Große Fenster bieten einen freien Blick aufs Meer, die Einrichtung verströmt Skandinavien-Feeling. assaona.com

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COOLE MISCHUNG

Designikone Philippe Starck hat für »La Réserve à la Plage« eine dezente Einrichtung in erdigen Farben aus hochwertigem Holz kreiert. Ethno-Stil trifft hier auf Minimalismus, französischer Charme auf internationales Design. Und mit der Verwendung von recycelbaren Materialien wurde ein Trend in Gang gebracht, den man gerade überall beobachten kann: Nachhaltigkeit ist gefragt. Und eine coole Mischung aus Tradition und Innovation. Ein gelungenes Beispiel dafür ist der Beachclub »Casa Jondal« auf Ibiza, der zwar schon im Juli 2020 eröffnet hat, aber erst jetzt nach der Pandemie richtig strahlen kann. Umgeben von hohen Klippen und alten Pinienbäumen findet man sich in einer Oase, die auch im Design raffiniert mit den Farben der Landschaft spielt. »Wir haben uns an den alten Chiringuitos orientiert, das sind spanische Strandrestaurants, in denen man im Halbschatten essen kann«, sagt María Andrea Sejas, die für die Grafik und die Pressearbeit von »Casa Jondal« verantwortlich ist.

»Tresanton«, Cornwall Es muss nicht immer nur der Süden sein. Das »Tresanton« in Cornwall war früher ein Yachtclub, bevor es sich in ein Boutiquehotel mit Beachclub verwandelte, der viel Wert auf Retro-Design legt. Direkt davor liegt ein Segelschiff, das man mieten kann. tresanton.com

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»Einfachheit, Minimalismus und der Verzicht auf Musik sind unsere Markenzeichen. Zudem verwenden wir langlebige, hochwertige und natürliche Materialien, die aus der Gegend stammen, um so wenig wie möglich in Natur und Umwelt einzugreifen.« Für den Umbau wurde der Architekt Oro del Negro vom hippen spanischen Moredesign-Studio engagiert. Dessen Markenzeichen ist, einen zeitgemäßen Designansatz mit traditionellen Techniken und Konstruktionsmethoden zu verbinden.

RUNDUMBLICK

Auch der »Assaona Gastrobeach«-Club in Mallorca, fünf Minuten vom Zentrum von Palma entfernt, scheint mit der sandigen Umgebung perfekt zu verschmelzen. Er wirkt wie ein modernes Haus, das aus dem traditionellen Baustoff Lehm gebaut wurde. »Wir haben sandfarbenen Mörtel, einen schlammfärbigen Boden und eine geflochtene Decke verwendet, um eine harmonische Kontinuität mit dem Strand zu erzeugen«, bestätigt Julia Calurano, die für das Marketing des »Assaona«-Beachclubs zuständig ist. »Die Architektur verschmilzt dadurch mit dem Umfeld, und man hat das Gefühl, dass sowohl der Strand als auch das Meer überall präsent sind.

»La Réserve«, Saint-Tropez Eleganter Ethno-Stil trifft hier auf Minimalismus, französischer Charme auf internationalen Chic. Designikone Philippe Starck hat die dezente Einrichtung kreiert. Es dominieren erdige Farbtöne, recycelbare Materialien wurden verwendet. lareserve-plage.com

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Eine Bar dient als Verbindungsglied zwischen Innen-und Außenbereich. Zimmerhohe Fenster garantieren einen Rundumblick. Die Möbel sind aus hellem Holz, fast kommt Skandinavien-Feeling auf. Klassisches Weiß ist natürlich nie verkehrt am Strand, lässt es doch an die mondänen Häuser in den Hamptons denken und an Segelyachten. Beachclubs bekommen dadurch ein internationales Flair, wie der Klassiker an der französischen Riviera: das »Loulou Ramatuelle« in Saint-Tropez. Das Pariser Architekturbüro Officine D’Architecture hat diesem Kleinod in den Dünen seinen speziellen Charme verpasst: Man wandelt durch eine begrünte Laube, die herrlich duftet. »Ursprünglich war hier bloß sumpfiger Sand, wir wollten dem Strand seine natürliche Landschaft zurückgeben«, beschreiben es die Architekt:innen auf ihrer Homepage.

»Casa Jondal«, Ibiza Im Juli 2020 hat dieser schicke Beachclub auf Ibiza eröffnet, der sich an traditionellen spanischen Strandrestaurants orientiert, denen er ein zeitgemäßes, nachhaltiges Update verpasst hat. Auf Musik verzichtet man hier, um in Ruhe die Natur zu genießen. casajondal.es

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»Die Bescheidenheit der Architektur, die Einfachheit der Möbel, der Duft der Blüten, aber auch das Spiel von Schatten und Licht waren uns wichtig. Eine Kulisse, die mit der Vergangenheit flirtet, aber gleichzeitig in eine nachhaltige Zukunft blickt.« In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der »Nikki Beach Club Costa Smeralda« auf Sardinien. Nikki Beach ist eine internationale Marke, die 1998 vom amerikanischen Unternehmer Jack Penrod gegründet wurde und mit eleganten, großzügigen Sonnenbetten, bequemen Outdoor-Sofas und einem guten Mix aus Licht und Schatten Maßstäbe in Sachen Luxus am Meer gesetzt hat. Das Außergewöhnliche an diesem Club: Er kann nur über den Seeweg angefahren werden, am besten mit privater Yacht, es gibt aber auch einen Boot-Shuttle-Dienst.

»Eine Kulisse, die mit der Vergangenheit flirtet, aber gleichzeitig in eine nachhaltige Zukunft blickt.« – OFFICINE D’ARCHITECTURE, Gestalter von »Loulou Ramatuelle«

»Loulou«, Ramatuelle In maritimem Weiß gehalten ist dieses elegante Kleinod in Saint-Tropez, das man durch eine blühende Laube betritt. Das Spiel von Schatten und Licht war den Architekten wichtig, und wie sich Tradition und Moderne nachhaltig fusionieren lassen. loulou-ramatuelle.com

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Die strohgedeckten weißen Pavillons sind private Oasen, möchte man die DJs nicht hören, dann ist der Strand breit genug, sich seine Sonnenliege in eine ruhige Ecke stellen zu lassen. Auch vom reduzierten Design her fühlt sich der abgeschiedene Ort wie ein Luxusresort an.

VERY BRITISH!

Beachclubs sind aber längst keine Domäne der südlichen Länder mehr. Davon zeugt das Hotel »Tresanton« in Cornwall. Die Anlage war früher ein Yachtclub, das maritime Flair wurde im Design beibehalten. Mittlerweile ist das stylishe Boutiquehotel mit 30 Zimmern ein liebevoll gestaltetes Hideaway – an den Wänden hängt lokale Kunst, britische Gemütlichkeit trifft auf Modernität mit Retro-Details.

»Nikki Beach«, Sardinien Das Außergewöhnliche an diesem Beachclub auf Sardinien: Er kann nur über den Seeweg erreicht werden. Die allein stehende, weiträumige Anlage fühlt sich wie ein Luxusresort an, obwohl man nur für einen Tag einchecken kann. costa-smeralda.nikkibeach.com

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Jedes Zimmer ist anders eingerichtet und mit Antiquitäten ausgestattet. Auf der großzügigen Terrasse befindet sich der Beachclub, der einen herrlichen Blick auf die zerklüftete Küste bietet. Direkt davor liegt ein Segelschiff, das man mieten kann. Falls man eine einsame Bucht sucht, um seinen eigenen, ganz privaten Pop-up-Beachclub für einen Nachmittag zu eröffnen.

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