© Warren Heath

Ein perfektes Freizeitdomizil für eine surfverrückte Familie in der Plettenberg Bay in Südafrika verbindet nachhaltige Materialien mit einem entspannten, modernen Lebensstil. Die Holzvilla »The Ark« interpretiert das Konzept der Strandhütte neu.

14 . Mai 2018 - By Lori Cohen

Der ursprüngliche Bauauftrag der Kapstädterin Jan Beamish war simpel: »Ein einfaches Strandhaus aus zwei übereinandergesetzten Containern.« Letztlich wurde daraus ein legeres Refugium, das mit Holzelementen und Bullaugen-Fenstern punktet und zudem Platz für eine eigene »Teenager-Höhle« sowie einen großzügigen, offenen Wohn- und Essbereich bietet. In Tessa van Schaik von The Planet Thing fand Jan die passende Architektin: »Wir wussten, dass wir oben den Ausblick auf das Meer und unten einen Platz für die Kids haben wollten. Mit ihrem praktischen Ansatz und ihrem Auge fürs Detail hat Tessa meinen Plan perfekt umgesetzt.«

»Holz ist ein dynamisches Material, das Helligkeit und Bewegung bietet und Wärme in ein Haus bringt. Ich liebe es, mit Holz zu arbeiten. Vor allem mit Altholz, das Leben und Patina in ein Haus bringt.« Tessa van Schaik Architektin bei The Planet Thing

Die Holzlamellen des Balkons sorgen für Privatsphäre, ohne dabei die Sicht zu verstellen. Clever gelöst!

Die Holzlamellen des Balkons sorgen für Privatsphäre, ohne dabei die Sicht zu verstellen. Clever gelöst! 

© Warren Heath

Zusammen mit dem Architekten Luke Brown entschied sich Tessa für einen Betonbau, dessen Strenge durch das Holz gemildert wird. Tessa ist eine leidenschaftliche Verfechterin von Holz als Baustoff: »Es ist ein dynamisches Material, das Helligkeit und Bewegung bietet und Wärme in ein Haus bringt. Ich liebe es, mit Holz zu arbeiten, aber ich finde es furchtbar, was die Holzindustrie unseren Wäldern antut. Deshalb informiere ich meine Kunden über nachhaltige Alternativen. Altholz bringt Leben und Patina in ein Haus und hat viel Persönlichkeit.«

Altes Holz

Das Bauherrenpaar war für diese Idee offen, und die Suche nach Material begann. Marty Reddering, der örtliche Tischler, entdeckte auf einer Abrissbaustelle wunderschönes Douglasien-Holz und wurde mit den Tischlerarbeiten im Innenbereich beauftragt. Um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, entschieden sich Jan und Mike zudem für eine Kombination aus südafrikanischer Kiefer für die Böden und Iroko-Holz für die Balkone. Das Resultat begeistert die Hausherrin: »Ich liebe die Mischung aus den Texturen und Farben des Holzes, die daraus entstanden ist.«
An der Außenfassade setzte Tessa auch auf Holzlamellen, um das von der Familie gewünschte Gefühl einer »Surfer-Hütte« zu erzeugen und möglichst viel Licht in das südseitig ausgerichtete Gebäude zu holen: »Die Holzlamellen verleihen diesem an sich eleganten kleinen Haus eine gewisse Lässigkeit. Außerdem erzeugen sie schöne Lichteffekte. Im Erdgeschoß sorgen sie für eine gute Belüftung, aber ich wollte das Gebäude auch kopflastig machen, ihm ein Gefälle geben.«

Lass die Sonne rein

Das lichtdurchflutete Haus bietet verschiedenste Ausblicke auf den Garten und das Meer. Die faltbare Glaswand im großen Wohnbereich im Obergeschoß lässt das Licht herein und erlaubt einen optimalen Ausblick. Auf Küche, Wohnbereich und Esstisch wurde gleich viel Aufmerksamkeit gelegt: So entstand ein Raum, in dem man Mahlzeiten ebenso genießen kann wie das Miteinander.
Die Mahlzeiten vereinen die Familienmitglieder, die ansonsten ihren diversen sportlichen Interessen nachgehen, sei es SUP (Stand-up-Paddling) in der Lagune des Keurbooms River, Surfen auf dem Meer oder eine Ausfahrt mit dem Boot, um am Fluss zu fischen oder auf Krabbenjagd zu gehen. 

Zu den Mahlzeiten versammeln sich alle um den großen Esstisch. »Trotz dieses Lebens im Freien wollten wir, dass zum Essen alle an einem Ort zusammenkommen«, erklärt Jan. Mit der Küche und dem Grilldeck gleich dahinter können sie und Mike am Geschehen teilnehmen, während sie »schnelle, einfache, frische« Gerichte zubereiten.

»In der Nacht wird der Ausblick vom Balkon auf die Lagune erst so richtig spektakulär. Dann reflektiert das Wasser nämlich die Lichter des Dorfes und es entsteht eine magische Atmosphäre.«Jan Beamish Hausherrin in »The Ark«

Platz für alles und Jeden

Angeschlossen an diesen großen Wohnbereich sind eine Gästesuite sowie das Schlafzimmer von Jan und Mike mit Blick auf die Lagune. In der Nacht wird dieser Ausblick erst richtig spektakulär, findet Jan: »Die Lagune reflektiert die Lichter des Dorfs – eine magische Atmosphäre.«

Die Zufriedenheit ist groß: »Es ist noch benutzerfreundlicher, als wir erwartet hatten.« Mikes einziger Wunsch war »ein Platz für meine Surfboards«: Tessa schuf im Erdgeschoß ein Stauraumwunder inklusive Außendusche zum Abspülen der Ausrüstung und sandiger Füße. Daneben dient die Garage auch als »Teenager-Höhle« – mit Stockbetten an den Wänden, einem Tischtennis-Tisch und genug Platz, damit die Freunde von Nick (22), Chris (19) und Ali (17) chillen können. Ein zusätzliches »Er«- und »Sie«-Badezimmer und zwei weitere Räume liegen dahinter. Und wenn die Besitzer nach ­Kapstadt fahren, öffnen sie einfach das Garagentor und stellen den Jeep in der »Höhle« unter. Wie schon der Name des Hauses sagt: Hier ist Platz für alles und jeden.

LIVING Nr. 02/2018

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LIVING Nr. 02/2018

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