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Ein dekorierter Tannenbaum, fröhliche Weihnachtslieder und duftende Kekse - so feiert man in Österreich traditionell am Heiligen Abend mit der Familie. Doch wie verbringt eigentlich der Rest der Welt den besinnlichsten Tag im Jahr? Und wie schmückt man in anderen Ländern? LIVING begibt sich auf eine weihnachtliche Reise um den Globus.

18 . November 2020 - By Katrin Ofner

Andere Länder, andere Sitten lautet ein bekanntes Sprichwort. Und dies kommt vor allem an den Weihnachtstagen besonders zum Tragen. Während unsere Traditionen mit üppig geschmücktem Christbaum, vielen Geschenken darunter und einem klassischen Menü mit Gansl, Karpfen oder Fondue den meisten schon in der Kindheit eingeflösst werden, sind die Feierlichkeiten anderer Länder eher unbekannt. 

LIVING hat den Schlitten gespannt und sich die internationalen Traditionen und Dekorationen angesehen.

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Großbritannien

Bei der Weihnachtsdekoration kennen die Engländer keine Grenzen. Auf den Straße, in den Geschäften oder in den eigenen vier Wänden funkelt es aufgrund der zahlreichen Girlanden und des Lametters. Dennoch bleibt es sehr klassisch in den Farben Rot und Grün, kombiniert mit edlen Accessoires aus Silber. Auch der Baum wird bei den Briten bereits Anfang Dezember ins Wohnzimmer gestellt und geschmückt. Stechpalme und Efeu werden für die Verzierung des Hauses verwendet. An Mistelzweigen und opulenten Türkränzen kommt man in Großbritannien ebenfalls nicht vorbei. 

Eine besondere Tradition ist das gespannte Seil im Wohnzimmer am Abend des 24. Dezember, an das leere Socken gehängt werden. Denn der englischen Tradition nach, kommt Father Christmas in der Nacht auf den 25. Dezember und packt Geschenke in die Socken. Bescherung ist dann erst am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, dem das traditionelle Weihnachtsmahl folgt. Oft wird Truthahn serviert und zum Dessert gibt es Plumpudding. In diesem wird häufig eine Münze versteckt. Wer sie findet, darf sich etwas wünschen.

Die Königsfamilie trifft sich bereits am 24. Dezember zum Afternoon Tea bei Queen Elizabeth auf Schloss Sandringham. Anders als die meisten Kinder in Großbritannien dürfen sich Prinz George, Prinz Charlotte, Prinz Louis und Co. schon an Heiligabend über Geschenke freuen. Eine Tradition, die auf die deutschen Vorfahren der Queen zurückgeht. 

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Australien

Wir bleiben im Commonwealth und reisen weiter nach Australien. Während es bei uns winterliche Temperaturen hat, feiert man in Down Under bei Plusgraden im Bikini. Schließlich ist dort dann Sommer. Nach alter Tradition legt der Weihnachtsmann die Geschenke unter den Christbaum und diverse Süßigkeiten auf das Ofensims, obwohl es kaum noch Haushalte gibt, die einen echten Feuerofen besitzen. In Melbourne gibt es seit 1938 die Tradition, an Heiligabend Weihnachtslieder bei Kerzenschein zu singen. Auch in anderen Städten wurde diese Tradition des »Carols by Candlelight« aufgenommen. In Sydney gibt es einen Straßenumzug, die sogenannte »Christmas Parade«.

Trotz der sommerlichen Temperaturen fehlt es in Australien nicht an der typischen Weihnachtsdekoration in den Geschäften. Ganz nach dem Motto »Wenn schon kein Schnee, dann bitte Deko«. Auch das eigene Heim wird festlich geschmückt, samt pompöser Lichterketten im und am Haus. Dadurch entsteht in der Nachbarschaft oftmals ein regelrechter Wettkampf um die schönste Beleuchtung. Als Weihnachtsbaum kommt eine Tanne in Frage. Allerdings keine echte, sondern aus Plastik, da es in Down Under keine Tannen gibt.

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Belgien und Niederlande

Anders als bei uns kommt in Belgien und den Niederlanden der Nikolaus als Sinterklaas und sein Gehilfe Zwarte Piet (auf deutsch: Schwarzer Peter). Der Legende nach lebt der Schutzpatron der Seefahrer das Jahr über in Spanien und kommt Mitte November mit einem Dampfschiff an. Am Nikolausabend lassen die Kinder, wie auch in Österreich und Deutschland, ihre Schuhe vor der Tür. Diese werden über Nacht vom Sinterklaas mit Süßigkeiten befüllt. Somit sind eigentlich der 5. und 6. Dezember jene Tage, an denen die Geschenke verteilt werden. Der 25. Dezember wird hingegen eher als religöses Fest angesehen. Es ist ein gemütlicher Tag mit viel Essen im Kreise der Familie.

Weihnachtlich dekoriert wird aber dennoch. Nicht fehlen darf ein Baum, wobei bei vielen Familien ein künstliches Exemplar einzieht. Dafür bleibt er dann auch bis zum Driekoningen Fest (Heiligen Drei Könige am 6. Januar) in der Wohnung stehen. 

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Spanien

Die Weihnachtsfeiertage werden in Spanien mit einer ganz besonderen Tradition eingeläutet: der alljährlichen Weihnachtslotterie. Aufgrund ihrer hohen Gewinnsumme gilt sie als größte Lotterie der Welt, weshalb ganz Spanien am 22. Dezember bei der Auslosung gespannt vor dem Fernseher sitzt. Die eigentliche Bescherung, wie wir sie kennen, findet in Spanien übrigens erst am 6. Januar statt - und zwar durch die Reyes Magos, die Heiligen Drei Könige.

Am 24. Dezember, der Buena Noche, selbst wird lediglich bei einem großen Festmahl mit der Familie gefeiert. Eine üppig gedeckte Tafel hält viele Köstlichkeiten bereit, wobei der traditionelle »Turron« niemals fehlen darf. Das ist eine Speise aus Eiern, Mandeln, Zucker und Honig. Nach dem Essen wird der Tisch geräumt und die »Urne des Schicksals« aufgestellt. Darin befinden sich viele kleine Geschenke, aber auch Nieten. Es ist Brauch, dass nun jedes Familienmitglied so lange in die Urne greift, bis ein jeder ein Geschenk in der Hand hält. 

Ein prachtvoll geschmückter Weihnachtsbaum gehört in Spanien nicht wirklich zur Tradition. Stattdessen ist es üblich, mit Krippen und viele Lichterketten zu dekorieren. Die übige Beschmückung sollen allen zeigen, wie gut man es doch trotz aller Schwierigkeiten hat. 

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Russland

Deutsche Einwanderer brachten die Tradition des Weihnachtsbaums nach Russland. Neben Wachholderzweigen, Fichten- und Kiefernzweigen sind die Christbäume die einzige und wichtigste Dekoration in den Wohnungen. In Russland gibt es keine opulent geschmückte Adventszeit. Weder geschmückte Straßen noch Wohnungen und keine Leckereien. Es ist Fastenzeit für die orthodoxen Christen. Diese beginnt bereits am 28. November und endet am 6. Januar. Daher stehen Getreidegerichte, Trockenfrüchte so wie Nüsse auf dem Speiseplan. Fleisch darf nicht gegessen werden und Fischgerichte lediglich am Samstag und Sonntag. 

Weihnachten ist für die Russen daher am 7. Januar. Genau um Null Uhr findet ein christlich-orthodoxer Gottesdienst statt, an dem die meisten Russen teilnehmen. Im Anschluss daran findet ein großes Festmahl mit der ganzen Familie statt. 

 

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Afrika

In der Heimat von rund 350 Millionen Christen werden in den unterschiedlichen Ländern Afrikas recht verschieden Weihnachten gefeiert. So wird in Ghana etwa in der Vorweihnachtszeit Familie und Freunde besucht. Den Heiligen Abend selbst verbringt man nur mit der engsten Familie. Geschmückt werden die Häuser mit zahlreichen Kerzen und Lampen, auf dem Marktplatz der Gemeinde wird sogar ein geschmückter Mango- oder Cashew-Baum aufgestellt.

In den westlichen Staaten wie Sierra Leone und Gambia geht es hingegen bunter und ausgelassener zu. Mit farbenfrohen Masken wird das Fest gestartet und Masken-Parties führen Freunde und Familie zusammen. Es wird gegessen, getanzt und sogar beschenkt. 

In Äthopien wird hingegen am 7. Januar gefeiert. Bis dahin heißt es fasten und auf Fleisch verzichten. Die Familie kommt zusammen, es wird getanzt, gelacht und sogar Sport getrieben. Geschenke gibt es nicht. 

Am 25. Dezember feiert man in Liberia Weihnachten. Als Christbaum wird eine Ölpalme mit Kugeln geschmückt. Kurios ist, dass es in Liberia keinen Weihnachtsmann gibt, sondern der »Old Man Bayka« (der Teufel), der durch die Straßen zieht und die Bevölkerung um Geschenke anbettelt. 

Auf Madagaskar findet Weihnachten ebenfalls am 25. Dezember statt und damit im Sommer. Dekoriert wird dennoch, und zwar mit Stechpalmen, Rotkehlchen und Schnee - auch wenn nichts davon auf der Insel existiert. Zur Weihnachtszeit blühen in Madagaskar die bei uns so beliebten Weihnachtssterne, die auch das Nationalemblem des Landes sind.

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Grönland

Erst seit der ersten Hälfte des 18 Jahrhunderts wird auch in Grönland Weihnachten gefeiert. Die Bräuche ähneln stark jenen der Dänen. Der Baum selbst wird mit Kerzen, »Julehjerter« (geflochtene Weihnachtsherzen), Papierblumen, grönländischen und dänischen Flaggen, kleinen Präsenten und anderen Ornamenten festlich geschmückt. Die großen Geschenke werden unter dem Baum platziert. 

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USA

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist zu Weihnachten alles farbenfroher und pompöser als irgendwo sonst. Aufwendig geschmückte Häuser und bunte Weihnachtsdekoration wohin das Auge reicht. Jedes Jahr gehört es zur Tradition, den Christbaum bereits Tage vorher mit Freunden und der Familie bei einer sogenannten »Tree Party« zu schmücken. 

Sobald die Dämmerung in der Adventzeit einsetzt, beginnt in den amerikanischen Vorgärten die Lichter-Show. Bestückt mit Plastik-Nikoläusen und Rentieren sowie funkelnden Figuren wie Nussknacker, lebensgroße Engeln, glitzernde Sterne und grelle Leuchtschriften wetteifern die Häuser um die prächtigste Dekoration. 

Geschenke gibt es am Morgen des 25. Dezembers, denn erst nachts kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin, isst die bereitgestellten Kekse, trinkt die kalte Milch und füllt schließlich die aufgehängten Weihnachtssocken der Familie. 

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Mexiko

Am 16. Dezember beginnt die Weihnachtszeit in Mexiko mit dem sogenannten Posadas. Dabei handelt es sich um eine neuntägige Festzeit, die die vergebliche Herbergssuche der Gottesmutter Maria und Josef verkörpern soll. Jeder Tag spiegelt einen Monat der Schwangerschaft von Maria wieder. Typisch für die Posadas sind vor allem die spektakulären Straßenumzüge mit Feuerwerk, Pauken und Trompeten. Den Höhepunkt des Festes bilden die Piñatas, welche - gefüllt mit Süßigkeiten, Früchten und kleinem Spielzeug - aufgehängt werden. Diese werden dann von den Kindern mit Stöcken und verbundenen Augen zerschlagen.

Dekoriert wird in Mexiko - auf den Straßen und in den Häusern - sehr festlich in Rot und Grün. Beim Schmücken sind keine Grenzen gesetzt. Krippen werden aufgestellt und Figuren aus der Bibel platziert. Auch Weihnachtsbäume sind im ganzen Land zu sehen und prächtig behängt. 

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