© Carlos Gutierrez

Gusto und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Jede Nation hat zwar andere Gewohnheiten, aber eine gute Optik ist sogar bei Speiseeis weltweit gefragt. Internationale Designstudios wie Front, Papila oder Kith haben sich auf den Lebensmittelsektor spezialisiert, entwerfen Eisdesigns zum Träumen oder kreieren Eissorten passend zu Modekollektionen

27 . Juni 2022 - By Florentina Welley

Wann, wo und wie isst man eigentlich Eis? Und wie muss es aussehen, damit es konsumiert wird? Die Kultur des Eisessens, die in Europa klimatisch bedingt anders ist als in Asien, untersuchte der Turiner Eisproduzent Grom in einer internationalen Marketingstudie. In Japan werden Eisbecher bevorzugt, der absolute Favorit bei Eissorten in Italien ist Gusto Crema, der in den meisten anderen Ländern Vanille. Der flüchtigen Schönheit von Eis und seinen Formen widmen sich auch immer mehr Designstudios.

BECHER ODER TÜTE

»Eis ist unsere Kunst« steht auf der Website der Eis-Company Grom, die ihre Produkte weltweit vermarktet. Sogar Slow-Food-Gründer Carlo Petrini lobte das Pistazieneis als bestes, das er je gegessen habe. Das schwedische Designbüro Front sorgte dafür, dass Eis auch in Skandinavien zur Kunst wird, wo es vorwiegend in der festlichen Wintersaison verspeist wird. Bekannt spätestens seit ihren Sitzmöbeln, den »Resting Animals« von Vitra, die als schlummernde Tiere einen Hauch von Natur ins Haus bringen, setzen die beiden Designerinnen Anna Lindgren und Sofia Lagerkvist weiterhin aufs Träumen. Ihre Inspirationen holen die Schwedinnen aus der Natur und vom Winter.

Wie bei ihrem Wolkendesign für ein Speiseeis von Häagen-Dazs. »Der Schnee in Skandinavien ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Winters. Die mächtigen Schneewolken, die die Landschaften verändern, haben uns zu der Eiswolke inspiriert, die es auf den Teller schneien lässt«, erklären sie ihre Eiskreationen. Die Eisdesserts mit klingenden Namen wie »Sonnenaufgang« oder »Schneewolke in der Dämmerung« sind mit glitzernden Zuckerkristallen besetzt.

FAST PASS IM EISGESCHÄFT   

Auch das spanische Designstudio Papila Studio hat sich auf den Lebensmittelsektor spezialisiert. Papila entwickelte Lollipops für die Lebensmittelfirma Helados Alacant in vier verschiedenen Tierformen und beschichtete sie anschließend mit natürlichen Fruchtaromen als farbenfrohe Eisdesserts. »Unser Design hat fast die technischen Grenzen bei der Produktion gesprengt«, so Papila. Der »Minidschungel« soll den Umgang mit Kindersnacks bewusster und ästhetisch -ansprechender machen

In Italien, der Wiege der Eiskunst, ist vor allem die »Antica Gelateria Giolitti« in Rom so beliebt, dass sie sogar einen »Fast Pass« einführte. Mittels einer App kann man bei »Giolitti« online bezahlen und wird vor Ort sofort bedient. Auch die Frage, ob lieber Stanitzel oder Becher, spaltet die Nation. Es steht genau 50 zu 50. Während in China eindeutig die Eistüte der Favorit ist. Eine Kombination aus beiden Möglichkeiten, nämlich fernöstlichen Gusto im westlichen Eisbecher, serviert der Besitzer der Streetwear-Marke Kith, Ronnie Fieg, in seinen Kinder­modefilialen zwischen New York, Paris und Tokio. In den Boutiquen gibt es Kith-Treats-Stationen, in denen Milkshakes und Eisdesserts angeboten werden. Je nach Geschmack von Matcha, Kirsch oder Zitrone entwirft er dazu passende T-Shirt-Kollektionen.

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