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Hier ist noch Luft nach oben: Das Wohnen unter dem eigenen Dach und über den Dächern der anderen ist begehrt wie nie. Das zeigen die neuesten Penthouse- Appartements in Wien – vom gediegenen Gartenpalais bis zum lässigen Boheme-Bezirksloft.

10 . September 2020 - By Maik Novotny

Jahrelang schien es, als sei die Luft nach oben unbegrenzt. In Manhattan wuchsen die nadeldünnen Wolkenkratzer mit ihren Luxuslofts ebenso schnell in die Höhe wie ihre Preise. 2011 kam ein Penthouse um 88 Millionen Dollar auf den Markt, 2015 eines um 100 Millionen Dollar. Doch dann kam Corona, und bei New Yorker Immobilienmaklern machte das Wort vom »großen Knall« die Runde. Im März sackte der Durchschnittspreis für ein Appartement in Manhattan um elf Prozent ab. 

Hohe Nachfrage

Doch die Panik war verfrüht. Denn um Penthouses muss man sich keine Sorgen machen. Im Juli legte ein unbekannter Käufer 101 Millionen Dollar für ein 761-Quadratmeter-Appartement im Wohnturm 220 Central Park South, einer der teuersten Lagen der Stadt, auf den Tisch. Auch hierzulande ist beim Wohnen in der Luft noch kein Sauerstoffmangel zu konstatieren. »Die historischen Immobilien und charmanten Stadtpalais machen Wien zu einem bevorzugten Erst- und Zweitwohn­sitzmarkt in Europa. Langfristig wird die Corona-Krise weder die hohe Nachfrage noch die positive Preisentwicklung mindern«, erklärt Philipp Niemann, Geschäftsführer der Engel & Völkers Residential GmbH.

Auch während der Pandemie hätten sich die Preise auf dem Immobilienmarkt in Wien von März bis Juni 2020 stabil entwickelt. Das heißt: Für Dachwohnungen zählen dieselben Kaufargumente wie zuvor, garniert mit einem »Jetzt erst recht«: unverbaubarer Blick nach außen, kein Blick der Nachbarn nach innen und reichlich Terrassenfläche (und bitte keine, die man nur mit Tablett- Balancier-Akrobatik auf halsbrecherischer Wendeltreppe erreicht). Ach ja, und natürlich: Lage, Lage, Lage. Wenn das Penthouse alle Stückerln spielt und dann auch noch der Stephansdom durch die Glasfront grüßt, legen die Käufer gerne noch eine Million drauf.

Kostbare Einzelstücke

Dass dabei jedes Objekt vermarktet wird wie ein kostbares Einzelstück, versteht sich nach den Regeln des Marktes von selbst. Heute hat schon der durchschnittlichste Dachbodenausbau seine eigene Website mit eigenem Branding. Für Luxus­wohnungen im Nahbereich der Inneren Stadt ist der Begriff »imperial« im aufwendigen Einzelobjekt-Marketing quasi Pflicht. Ein Werbeaufwand, der angesichts der Rendite im Pea­nuts­bereich anzusiedeln ist. Doch auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn die Käufer schauen bei Penthouses genau hin und suchen das Besondere.

Dies können 7,5 Meter hohe Räume und eine französisch-filigrane Eisenkonstruktion sein wie am Börseplatz, Gartenpalais-Charme wie bei den Luxury Suites in Döbling, Jugendstil-Altbau gepaart mit Industrieloft-Look wie beim Kandlhof oder eine spektakuläre Goldhaube als Dachaufsatz wie bei der »Kaiserlaube« (beide in Wien-Neubau, mit Boheme-Lifestyle-Lage- Bonus). Manche machen auch Anleihen in Manhattan, wie beim keilförmigen Eckhaus in Wien-Mariahilf, das in Referenz an das legendäre Hochhaus dort »Flatiron« getauft wurde. New York ist eben überall. Mit Luft nach oben.

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LIVING Nr. 05/2020

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