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Jetzt spielt sich das Leben draußen ab. Dort will man es gemütlich. Mit robusten, aber filigranen Materialien und Hightech-Gewebe transferiert man die Formen und Farben der Indoor-Trends ins Freie.

02 . Mai 2018 - By Manfred Gram

Um die neuesten Outdoor-Trends ein bisschen besser zu verstehen, muss an dieser Stelle ein wenig ausgeholt werden. Lebens- und Wohnräume sind – das weiß man aus Erfahrung – ständig in Bewegung und verändern sich. War etwa die Küche einst ein vom restlichen Wohnraum abgetrennter Ort, ist es in modernen Wohnwelten nun üblich, großzügige Wohnküchen zu planen, in denen sich das familiäre Leben abspielt. Stark in Richtung Wohnlichkeit hat sich in den letzten Jahren auch das Badezimmer entwickelt. Nassräume werden zu privaten Wellnessoasen umcodiert, und immer öfter wird so geplant und gebaut, dass das Badezimmer mit dem Schlafzimmer eine Raumeinheit ergibt. Designerwanne neben Designerbett – was vor einigen Jahren noch ein avantgardistisches Wohnkonzept war, sickert langsam in den Lifestyle-Mainstream durch. 

Alles wird wohnlicher, und die nächsten Orte, die nun einen frischen Gemütlichkeitsanstrich erhalten, sind die Außenflächen. Balkone, Terrassen und Gärten bekommen mit Nachdruck ein Komfort- und Style-Update. Der alte Plastiksessel, der gleichermaßen unbequem wie instabil ein trauriges Dasein fristete, hat ausgedient. Will man es sich nämlich gemütlich machen, muss man in hochwertigeres Material investieren.

Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen, denn man will schließlich, dass die Investition auch optisch etwas hergibt. Wer kauft schon gerne Teures von großer Hässlichkeit? Als Faustregel kann demnach gelten: Bei Outdoor-Möbeln liegt gegenwärtig im Trend, was ohne Weiteres auch indoor stehen könnte. Eine Chaiselongue im Garten würde sich auch im Arbeitszimmer gut machen, das Sofa auf der Terrasse könnte auch als lässiges Loungemöbel in der Lobby eines angesagten Boutique-Hotels stehen, und Sessel und Tische, die man sich auf den Balkon gestellt hat, geben auch im Wohnzimmer eine gute Figur ab.

Farbe folgt Form

Wenig verwunderlich also, dass sich aktuelle Einrichtungstrends bei Formen und Farben auch beim Exterior widerspiegeln. Wuchtige, überdimensionierte Stücke, die sich wie megalomanische Designexzesse präsentieren, gehören der Vergangenheit an, man proportioniert Möbelstücke für draußen mittlerweile in einem gesunden Rahmen und setzt auf eine reduzierte, nordische Formen-sprache. Dabei arbeitet man mit dezenten Farben, die gekonnt mit frischen Akzenten gebrochen werden. Man sieht daher bei aktuellen Stücken Grau und Anthrazit, aber auch Pastelltöne, helles Gelb oder zartes Blau kommen hier immer wieder unter. Im Außenbereich verzichtet man übrigens auf auffällige Musterungen. Außer, es handelt sich um Hängemöbel – da gehört es nämlich zum guten Ton, seinen inneren Hippie von der Leine zu lassen.

Natürlich kommt es letztlich auch auf die Materialien an. Wenn Mobiliar permanent der Witterung ausgesetzt ist, egal, ob die Sonne herunterknallt oder schwerer Platzregen aufs Korbgeflecht peitscht, muss es das aushalten. Mittlerweile gibt es aber schon sehr robustes Material, das mit der groben Kratzigkeit von Textilien alter Tage kaum mehr etwas zu tun hat. Neben wasserfesten Teppichen für Außenbereiche hat man auch bei den Bezügen für Pölster, Sitz- und Liegeflächen in den letzten Jahren einige Innovationsfortschritte errungen. Wassertropfen perlen von diesen nämlich einfach ab. Und wenn es um die »Hardware« geht, setzt man einfach auf Evergreens wie Teakholz, pulverbeschichtetes Aluminium oder Geflecht, Stein und resistente Kunstfasern. Also: nichts wie raus damit!

LIVING Nr. 02/2018

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LIVING Nr. 02/2018

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