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Der Architekt Pēteris Bajārs, sprach mit LIVING über seine persönlichen Architektur-Highlights seiner Heimatstadt.

02 . November 2018 - By Maik Novotny

Wer nach Riga kommt, darf sich auf eine wahre architektonische Schatzsuche freuen. Nicht nur, weil die Hansestadt am Ufer der Düna berühmt ist für ihre Jugendstilbauten, sie verfügt dank ihrer bewegten Geschichte auch über ein reiches kulturelles europäisches Erbe – lettisch, russisch, polnisch, jüdisch, deutsch. 

»Riga, meine Stadt, ist eine wahre Perle an den Ufern des Flusses«, sagt Architekt Pēteris Bajārs. »Das Besondere an dieser Stadt ist, dass ihre beiden großen Glanzzeiten plötzlich von Weltkriegen unterbrochen wurden. Dies führte zu einer Art historischen Collage: Sechsgeschoßige Steinbauten stehen neben eingeschoßigen Holzhäusern.«

»Riga kann wie ein Phönix immer wieder neu aus der Asche erstehen.«

Vor allem junge Architekturbüros greifen mit unbekümmerter Direktheit auf diesen üppigen Fundus zurück und interpretieren die Baugeschichte neu, ohne in Ehrfurcht vor dem UNESCO-Weltkulturerbe der Altstadt zu erstarren. »Aber natürlich gibt es auch außerhalb des Zentrums noch viel zu tun«, sagt Bajārs. »Riga hat eine besonders lange Küstenlinie, aber wir nutzen dieses wertvolle Potenzial noch viel zu wenig, das meiste davon ist vernachlässigt oder durch Straßenverläufe abgeschnitten.« Aber die Hoffnung, eines Tages auch diese Gebiete mit Leben zu füllen, besteht weiter – das liegt an den unvergleichlichen Bürgern der Stadt. 

»Es waren in der Geschichte von Riga immer die Einwohner, die diese Stadt so vital und festlich machten. Viele schließen sich als Aktivisten in Gruppen zusammen, wie ›Free Riga‹ oder ›City for People‹. Und langsam kehrt das Leben in verlassene Orte zurück.«

Pēteris Bajārs

gründete 2004 gemeinsam mit Guna Priede und Ieva Lūse das Büro INDIA (Intelligent Design Interior Architecture) und wurde gleich im ersten Jahr für den lettischen Architekturpreis nominiert. Seit 2010 firmiert das Team unter dem Namen OUTOFBOX. outofbox.lv

LIVING Nr. 04/2018

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LIVING Nr. 04/2018

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