© Christian Werner

Globetrotter Markus Miessen teilt mit LIVING seine Lieblingsplätze in Berlin.

17 . November 2017 - By Maik Novotny

Markus Miessen ist global unterwegs. Eine Professur in Göteborg, Gastprofessuren rund um die Welt, PhD in London, Kooperationen mit Museen und Biennalen von Wien über Istanbul bis Seoul und New York. Berlin, wo er mit seiner Familie lebt, ist sein Fixpunkt, hier führt er sein Büro »Studio Miessen« und entwickelt Raumkonzepte, Ausstellungsarchitekturen und Architekturprojekte. Hier ist auch sein Raum für das Verfassen zahlreicher Bücher und Texte. Berlin war schließlich schon immer auch ein Labor, in dem das Neue nicht nur gebaut, sondern auch erdacht wurde.  

Flughafen Tegel

»Ein Ort, an dem ich gerne sein will, braucht für mich einen funktionierenden internationalen Flughafen. Einen solchen gibt es in Berlin leider nicht. Schade, denn der Flughafen Tegel ist einer der tollsten Orte in der Stadt.« Entwurf: Meinhard v. Gerkan und Volkwin Marg, 1975

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Eine Stadt, die das intellektuelle Debattieren und Provozieren nie gescheut hat. Sie wird zwar hier und da teurer, ist aber – in den viel zitierten Worten des früheren Bürgermeisters Klaus Wowereit – immer noch »arm, aber sexy«. 
Eine ausufernde, oft widersprüchliche Stadt der Improvisation und des Spontanen, in der immer wieder das Unerwartete auftaucht. Davon profitiert nicht zuletzt die Kultur, wie die Theaterfixsterne der heiß umstrittenen Volksbühne im Osten oder die Schaubühne im Westen der Stadt.

Strömungskanal TU Berlin

»Die rosa Röhre am Landwehrkanal, in der Schiffs-modelle im Wasserstrom getestet werden, ist das interessanteste freistehende Gebäude in Berlin.« Entwurf: Ludwig Leo, 1974

Foto beigestellt

»Berlin ist nicht gut, sondern besser. Nicht im Sinne des Besten, sondern eben gerade aus Optionslosigkeit ganz okay. Das wird sich aber in naher Zukunft ändern, wenn die Preise weiterhin
so anziehen.«

Kulinarisch fühlt sich Markus Miessen im brandneuen und hoch gehandelten »Restaurant Ernst« ebenso wohl wie im traditionellen, 1928 gegründeten Wilmersdorfer Feinkost-Imperium Rogacki: »Ein großartiger, atmosphärischer sozialer Schmelztiegel, vor allem beim Mittagstisch.« Nur, dass es da stets etwas chaotischer zugeht, als der deutsche Durchschnitt agiert, und Berlin immer noch keinen fertigen Flughafen hat, sind die wenigen Wermutstropfen für den global agierenden Architekten

Schaubühne

»In den Zwanzigern war es das größte Kino Berlins. Heute ist es das beste Theater der Stadt, das beste Ensemble der Stadt.« Entwurf: Erich Mendelssohn, 1928

© Bresadola/Drama-Berlin

Restaurant Ernst

»Die 12 Plätze im neuen Restaurant des Kanadiers Dylan Watson-Brawn gehören zu den begehrtesten der Stadt. Ein inter-essantes Format, ein super Raum, tolle Küche.« Entwurf: Gonzalez – Haase/ AAS, 2017

Foto beigestellt

Markus Miessen

ist Professor für Design an der Hochschule der Künste, Göteborg, Stiftungsprofessor an der Städelschule Frankfurt und Distinguished Professor in Practice an der USC, Los Angeles. Er leitet das Studio Miessen in Berlin und ist Autor und Herausgeber diverser Publikationen. studiomiessen.com



LIVING Nr. 04/2017

Erschienen in:

LIVING Nr. 04/2017

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